Unwetter-Schäden: Welche Ver­sicherung den besten Schutzschirm für Sie aufspannt

Österreich wird fast schon im Wochentakt von Hagel, Hochwasser und Sturmböen heimgesucht. FORMAT zeigt, welche Versicherungspolizzen Schäden an Heim und Herd decken.

Karl Mandl ist ein gebranntes Kind. Spielt das Wetter verrückt, ist sein Restaurant in Weißenkirchen an der Donau regelmäßig überschwemmt. Mandl: „Die jüngsten Unwetter bringen mir einen Schaden von über 20.000 Euro.“ Für einen Teil davon wird das Land Niederösterreich aufkommen. In der Regel werden bis zu 20 Prozent des Schadens übernommen. „In Härtefällen können es auch 50 Prozent sein“, so Andreas Gellner, Experte für Katastrophenfonds des Landes Niederösterreich. Egal wie hoch die Quote ausfällt, den Rest muss der Besitzer des Florianihofs selbst berappen, denn auf eine Katastrophendeckung seiner Versicherung kann der Gastronom schon längst nicht mehr zurückgreifen, weil sein Anwesen auf einem besonders hochwassergefährdeten Gebiet liegt.

Leider kein Versicherungsschutz  
Damit steht Mandl nicht alleine da, denn wo die Wahrscheinlichkeit für Hochwasser groß ist, ist der Versicherungsbaustein „Katastrophenschutz“ nicht verfügbar. Tipp: Auf der Internet-Site www.hochwasserrisiko.at lässt sich leicht herausfinden, ob sich die eigenen vier Wände in einem solchen Gefahrengebiet befinden. Zusätzlich kalkulieren die Versicherer das Risiko gewohnt streng. Das könnte in Zukunft zu steigenden Prämien führen. Johann Oswald, Vorstand der Allianz Versicherung: „Die Prämien, die wir an Rückversicherer zahlen, sind schon in den vergangenen Jahren um 30 Prozent gestiegen. Wenn sich das Wetter weiter verschärft, müssen auch wir die Karten neu mischen“ (siehe auch Grafik ). Michael Able, Pressesprecher der Münchner Rückversicherung, schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Wetterextreme nehmen weltweit zu. Die Versicherungskonditio­nen müssen dem entsprechen.“ Noch ist bei den Prämien jedoch alles beim Alten. Die Bandbreite, die Assekuranzen für die Kombination aus Haushalts- und Gebäude­versicherung verrechnen, bewegen sich dabei etwa für ein Haus in Niederöster­reich mit 160 Quadratmeter Wohnfläche, das nicht in einem Gebiet mit Hochwassergefahr liegt, zwischen 442,8 Euro Jahresprämie bei der HDI-Versicherung und 731,4 Euro jährlich bei der Uniqa (siehe Tabelle ).

Vorsicht vor dem Kleingedruckten
Wer jedoch alleine auf die Prämie schielt, liegt meist vollkommen daneben. Generell ist die Höhe der Versicherungssumme ein wichtiges Kriterium, zahlreiche weitere Facetten machen die Auswahl schwer. Wenn es nur um wetterbedingte Schäden geht, ist auf die Höhe des zugesagten Katastrophenschutzes zu achten. Dieser Schutzschirm ist bei der HDI-Polizze im Fall von Hochwasser, Überschwemmung oder Erdbeben für die Haushalts- und die Gebäudeversicherung jeweils mit einem Betrag von 3.650 Euro gedeckelt. Im genannten Musterbeispiel bieten die Polizzen der Zürich, der Helvetia und der Donau mit je 7.500 Euro schon ein besseres Netz, die Uniqa übernimmt sogar Schäden bis zu 8.000 Euro. Wem eine solche Absicherung gegen Hochwasser, Orkan oder Hagel nicht reicht, der kann eine Polizze abschließen, die eine Erhöhung des Katastrophenschutzes möglich macht. Wer besonders viel Schutz will, kann etwa bei der Wiener Städtischen und bei Uniqa seine Katastrophendeckung gegen eine jährliche Zusatzprämie von rund 440 Euro auf bis zu 50 Prozent der Versicherungssumme aufstocken (siehe Tabelle ).

Genau sondieren  
winsurance-Makler Werner Widauer: „Vor allem bei alten Verträgen kann es sein, dass eine Aufstockung gar nicht möglich ist. Selbst bei ganz neuen Polizzen passiert es wiederum oft, dass nicht einmal die Basis­deckung gewährt wird. Deshalb ist es ein absolutes Muss, sich vor Abschluss des Vertrages genau zu vergewissern, wie die Katastrophendeckung tatsächlich konstruiert ist.“ Mit solchen Fragen muss sich auch Wirt Mandl wahrscheinlich schon bald wieder auseinandersetzen. Mandl: „Die Hochwasserbarriere in Weißenkirchen soll in einem halben Jahr fertig sein.“ Da sich das Hochwasserrisiko dadurch verändert, wird der Florianihof-Besitzer bei mehreren Versicherungen anklopfen und neue Polizzen-Anbote einholen.

Von Robert Winter, Carolina Burger

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