Tilgungsträger: Weit entfernt von geplanten Renditen, aber guter Moment für Nachkauf

Fondspolizzen zur Abzahlung endfälliger Kredite liegen weit unter Plan – jetzt kauft man aber günstig nach.

Die meisten Fremdwährungskredite sind mit einem Tilgungsträger gekoppelt. Dabei handelt es sich meist um eine Fondspolizze oder um Fondssparpläne, mit denen am Ende der Kredit getilgt werden soll. Momentan sind aber wegen der Börsenschwäche fast alle Tilgungsträger unter Wasser. Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass Banken in einigen Fällen das Recht haben, den Kredit von Franken in Euro umzuwandeln. In den meisten Verträgen, so Arbeiterkammer-NÖ-Experte Ernst Hafrank, „hat die Bank das Recht, zu konvertieren, wenn der Tilgungsträger zehn Prozent unter Plan liegt. Andere Verträge nennen keinen festen Prozentsatz, sondern haben einen Ermessensspielraum.“ Als Kunde sollte man gegebenenfalls versuchen, weitere Sicherheiten zu bringen oder die Raten zu erhöhen.

Tilgungsträger beliebt bei Beratern
Jetzt die Nerven wegzuwerfen und den Tilgungsträger aufzulösen ist keine gute Idee: Einerseits realisiert man damit die Verluste zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, andererseits sind dann alle Abschlusskosten, die die Bank oder ein Vermögensberater kassiert haben, verloren. Übrigens sind die hohen Anfangsprovisionen, die Vermögensberater bei Vermittlung eines Kreditvertrags in Kombination mit dem Abschluss einer Lebensversicherung bekommen, der Hauptgrund, warum es so viele Verträge mit Tilgungsträger gibt. Bei der Bank Austria sind zum Beispiel 95 Prozent der Fremdwährungskredite endfällig mit Tilgungsträger.

Cost-Average-Effekt als Chance
Die gute Nachricht: Die Börsen werden sich in den nächsten Jahren wieder erholen. Und weil man die Tilgungsträger monatlich bespart, kauft man gerade jetzt in der Börsenbaisse besonders günstig nach. Dank diesem Cost-Average-Effekt kann ein vorübergehender Börsencrash letztlich zum Vorteil werden. Allerdings sollte man gegebenenfalls gegen Ende der Laufzeit, wenn die Börsen günstig stehen, das Risiko reduzieren und auf Fonds mit niedrigerem Aktienanteil setzen. Natürlich sollte man auch den Tilgungsträger laufend überprüfen und bei Bedarf die Veranlagung zumindest für Neuinvestments wechseln. Das gilt besonders, wenn der Tilgungsträger eine einzelne Aktie, etwa ein Immopapier, ist.

Von Martin Kwauka und Robert Winter

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