Steuerreform: "Allerlei Grausligkeiten für Fleißige"

Steuerreform: "Allerlei Grausligkeiten für Fleißige"

Wer eine Immobilie, die mehr als 500.000 Euro Wert ist, innerhalb der Familie vererben will, wird laut Steuerexperten mit massiven Kosten konfrontiert.

Der Chef der Steuerberatungskanzlei Ecovis sieht allerlei Nachteile und nur eine Mini-Entlastung bei der Einkommensteuer.

Die am Dienstag im Nationalrat beschlossene Steuerreform 2016 bringt nach Ansicht von David Gloser, Geschäftsführer des Steuerberaters Ecovis Austria, allerlei "Grauslichkeiten für die fließigen Leistungsträger des Landes". Er sieht massive Nachteile für Angestellte und Unternehmer aus dem "gehobenen Mittelstand".

KESt-Erhöhung macht Pensionsvorsorge unattraktiv

Die Erhöhung der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 auf 27,5 Prozent treffe nicht nur AGs und GmbHs, wenn sie Gewinne ausschütten, sondern jeden Aktien- und Fondsbesitzer, so Gloser. "Pensionsvorsorge aus versteuertem Geld wird damit unattraktiver gemacht."

Investieren in Immobilien wird teurer

Teurer wird auch die Vorsorge via Immobilien, beklagt der Steuerberater. Die Immobilienertragssteuer wird von 25 auf 30 Prozent erhöht, mit der Abschaffung des Inflationsabschlags sei die Steigerung noch viel höher. Ein Dorn im Auge ist Gloser zudem die Erhöhung des Grundwerts bei der Wohnungsvermietung. Dies ziehe eine geringere Abschreibung und eine höhere Einkommensteuer bei der Vermietung nach sich.

Erhebliche Auswirkungen bei Vererbung teurer Objekte innerhalb der Familie

"Massiv spürbar" sei die Anhebung der Grunderwerbsteuer, wenn innerhalb der Familie teure Objekte (ab einer halben Million Euro Verkehrswert) übertragen werden. Auch die Erhöhung des Sachbezugswerts bei Firmenautos kritisiert Gloser.

Minimale Entlastung bei höheren Einkommen

"Von den Leistungsträgern des Landes wird massiv mehr an Steuerleistung eingefordert. Gespart wird praktisch gar nicht", resümiert der Steuerberater. Bei einem Monatseinkommen von 6.500 Euro gebe es lediglich eine "minimale" Einkommensteuerentlastung von monatlich 120 Euro.

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