Stephen Schork: "Ich sehe für 2009 einen Ölpreis von 40 bis 60 Dollar per Barrel"

Ölexperte Stephen Schork über den niedrigen Ölpreis, die Rolle der OPEC und alternative Energieformen.

FORMAT: Als wir Sie im Sommer interviewten, lagen Sie mit Ihrer Prognose stark sinkender Ölpreise richtig. Wo sehen Sie jetzt den Trend 2009?
Stephen Schork: Ich erwarte einen Ölpreis zwischen 40 und 60 Dollar pro Barrel, er könnte aber auch niedriger sein. Es gibt nach wie vor sehr viel Öl am Markt, und die Nachfrage hat sich in den USA und in Europa stark reduziert.

FORMAT: Die OPEC hat die Ölproduktion um drei Millionen Barrel pro Tag gekürzt. Wird das helfen, die Preise zu stärken, und wer wird sich daran halten?
Schork: Das bleibt fraglich. Bis jetzt hat der Markt nicht darauf reagiert. Der OPEC sind die Hände gebunden, weil sie ja niemanden dazu zwingen kann. Saudi-Arabien ist das einzige Land, das diese Forderung umsetzen könnte, weil nur die Saudis über genügend Ölreserven verfügen. Vermutlich werden sie sich auch daran halten, weil ein Ölpreis unter 40 Dollar pro Barrel zulasten des Budgets geht.

FORMAT: Könnte die Ölnachfrage von China und Indien den Ölpreis antreiben?
Schork: Nein, das glaube ich derzeit nicht. Aber mittelfristig könnte der tiefe Preis weltweit die Ölbohrungen bremsen, was die Basis für einen Wiederanstieg in ein paar Jahren legt.

FORMAT: Gibt es eine alternative Energieform zu Öl?
Schork: Nicht zu diesen Preisen. Jede andere Form, Energie zu erzeugen, würde wesentlich teurer für Konsumenten sein und nicht die Menge an Energie liefern. Man braucht sich als Beispiel doch nur Deutschland anzusehen: Die Windkraftwerke können nur einen Bruchteil der benötigten Energie erzeugen. Aber natürlich werden jetzt mit dem Regierungswechsel auch die USA mehr Geld in alternative Energieformen investieren. Ich halte das aber nicht für sinnvoll.

Zur Person:
Stephen Schork, 42, ist Herausgeber des Öl-Analysebriefes „The Schork Report“ ( www.schork­report.com ). Der Amerikaner ist seit 17 Jahren im Ölgeschäft, darunter 15 Jahre als Händler an der New Yorker Nymex-Rohstoffbörse.

Interview: Carolina Burger

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