Sparkasse Auto: 500 Euro pro Monat betragen Gesamtkosten im Durchschnitt

Der ÖAMTC erhob für FORMAT, wie viel Neuwagen wirklich kosten. Die Antwort: Selbst Kompaktwagen kosten insgesamt über 500 Euro im Monat. Der Hauptfaktor ist der Wertverlust.

Die gestiegenen Spritpreise treiben vielen Autofahrern die Zornesröte ins Gesicht. Nüchtern betrachtet spielt aber das Tanken eine untergeordnete Rolle. Entscheidend dafür, wie viel ein Auto wirklich kostet, ist der Wertverlust. Das ergab eine aufwendige Untersuchung von über 4.800 verschiedenen Automodellen durch den ÖAMTC. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur bei 366 Fahrzeugen deckt das amtliche Kilometergeld von 42 Cent die Kosten ab. Im Extremfall kann sogar der zehnfache Wert erreicht werden. Grundlage dieser Berechnungen ist ein Neuwagen, der fünf Jahre lang mit jährlich 12.000 Kilometern gefahren wird, was dem Austro-Durchschnitt entspricht.

Entscheidung im Autohaus  
Thomas Stix, Leiter der technischen Information des ÖAMTC, erhob sämtliche Kosten vom Wertverlust über die Versicherung bis zum Spritverbrauch. Das Ergebnis: Schon das Einsteigermodell des VW Golf, der Rabbit 1,4, verursacht einen Wertverlust von 179 Euro im Monat, die Benzinkosten schlagen mit 82 Euro zu ­Buche. Insgesamt muss ein Neuwagenkäufer Monat für Monat 471 Euro einkalkulieren. ÖAMTC-Experte Stix: „Im Schnitt betragen die Tankkosten bei einem Kompaktklasse-Diesel elf bis 12 Prozent, bei einem Benziner 14 bis 15 Prozent. Bei teureren Fahrzeugen ist der Verbrauchsanteil noch geringer. Ein Luxusfahrzeug kostet in der Anschaffung möglicherweise das Zehnfache, beim Tanken aber nur das Doppelte eines Kleinwagens.“ Der Wertverlust macht dagegen selbst bei einem Mittelklassewagen schon mehr als die Hälfte der Gesamtkosten aus. Das heißt: Was ein Auto insgesamt kostet, entscheidet sich im Autohaus. Das gilt auch für die Extras. Teure Sonderausstattungen wie Alufelgen bekommt man beim späteren Gebrauchtwagenverkauf praktisch nicht honoriert. Klimaautomatik und Xenonscheinwerfer heben dagegen laut Bran-chendienst Eurotaxglass’s den Wert des Gebrauchten.


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Schnäppchen kaufen
Die effektivste Möglichkeit zu sparen ist dementsprechend ein günstiger Einkauf. Stefan Haendschke, Experte der Deutschen Energie-Agentur: „Ich rate ­Autokäufern, ähnliche Modelle mehrerer Marken zu vergleichen. Da spart man oft schon 10 bis 20 Prozent beim Kaufpreis.“ Bei Auslaufmodellen winken ebenfalls Rabatte in dieser Größenordnung. Und wer das Auto erst mit fünf Jahren auf dem Buckel als Gebrauchter kauft, kann 60 bis 70 Prozent sparen. ÖAMTC-Experte Stix fährt übrigens selbst einen sieben Jahre alten Alfa: „Den habe ich innerhalb der Familie übernommen. In einen Neuwagen würde ich aus Kostengründen nicht investieren.“ Beim Kauf aus zweiter Hand wird ein niedriger Verbrauch immer wichtiger. Schließlich ist bei Gebrauchten der Treibstoff-Anteil an den Gesamtaufwendungen deutlich erhöht. Das sollten auch Neuwagenkäufer von vornherein berücksichtigen. Dabei kommen Einsparungen sowohl dem Börsel des Erstbesitzers als auch der Umwelt zugute. Im Jahr 2000 stieß ein Neu­wagen im Mittel 167 Gramm CO2 pro Kilometer aus, heuer 150 Gramm. Das entspricht einer Verbrauchsreduktion von 0,75 Liter je 100 Kilometer.

Diesel oder Benziner?
Die Frage, ob Diesel oder Benzin günstiger ist, hängt nicht zuletzt von der Fahrleistung ab. Der oft günstigere Preis des Benziners wird auf Dauer durch die niedrigeren Tankrechnungen des Diesels ausgeglichen. ÖAMTC-Mann Stix: „Als Faustregel gilt, dass sich ein Dieselfahrzeug ab einer Fahrleistung von rund 12.000 Kilometern im Jahr rechnet.“
Im Nachhinein mit dem Cent zu fuchsen hilft dagegen wenig: Wem es gelingt, durch die Fahrt zu einer billigeren Tankstelle fünf Prozent der Spritrechnung einzusparen, der reduziert die Monatskosten im oben angegebenen Beispiel des VW Golf nur um 4,10 Euro im Monat. Lukrati­ver ist da schon eine ökonomische Fahrweise. Wer spritsparend fährt, kann zehn Prozent Kosten vermeiden. Was möglich ist, zeigt der Spritspar­rechner auf www.ichundmeinauto.info.

Staat kassiert mit  
Ein großer Teil der Kfz-Kosten fließt bekanntlich in die Taschen des Finanzministers. Erst autospezifische Abgaben wie die NoVA, die Mineralölsteuer oder die motorbezogene Versicherungssteuer machen das Fahren zum Luxus. Doch ganz wehrlos sind Autofahrer nicht. So kann man den extrem teuren ­Zuschlägen für die motorbezogene Kfz-Steuer leicht entgehen, indem man die Versicherungsprämien jährlich statt monatlich überweist. Obendrein erspart man sich auch die Unterjährigkeitszuschläge der ­Assekuranzen. Das lohnt sich in der Regel selbst dann, wenn das Girokonto kurz­fristig überzogen werden muss. Wenn man ohnehin Geld am Sparbuch liegen hat, sollte die Jahreszahlung für jeden cleveren Autofahrer eine Selbstverständlichkeit sein. Profis verrechnen dem Staat für berufliche Fahrten nicht das Kilometergeld, sondern die vollen Kosten. Dann finanziert der Staat im besten Fall die Hälfte der Ausgaben.

Robert Winter, Martin Kwauka

Zum Download: Die 4.800 Automodelle im Detail

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