Siegerparade beim Börsespiel: Mit Öko-Energie und Rohstoffaktien zum Börseprofi

Börsianer hatten es schon einmal leichter als in den vergangenen drei Monaten. Die Ölkrise in Libyen und das Erdbeben in Japan verwandelten die Aktienmärkte in einen Rodeo-Zirkus. Ausgerechnet in diesem Zeitraum erprobten die Teilnehmer des Anlegerspiels „ bankdirekt.at ihr Händchen für die Geldanlage. Die Performance kann sich trotzdem sehen lassen.

Der Sieger fuhr ein Plus von 17 Prozent ein. Im Schnitt lag die Rendite der 6.420 Spieldepots bei 0,08 Prozent immerhin leicht über Wasser. Punkten konnten vor allem jene Teilnehmer, die mittels Zertifikaten oder Fonds auf Rohstoffe und Aktien aus der Energiebranche setzten. Unter den ersten vier Plätzen der beliebtesten Investments finden sich Papiere des heimischen Mineralölkonzerns OMV, des deutschen Solarunternehmens Conergy sowie ein Zertifikat auf den Ölpreis.

Jetzt stellt sich die Frage, ob die Trends, die bei den Spieldepots auszumachen waren, nach wie vor intakt sind. Die gute Nachricht gleich vorweg: Starökonom Jim O’Neill von Goldman Sachs sieht im Moment kein Ereignis nahen, das die positive Stimmung wirklich trüben könnte. „Die globale Wirtschaft ist nicht nur robust, sondern erholt sich auch in großen Schritten“. Das höchste Wachstumspotenzial für 2011 sieht O’Neill wenig überraschend in China. Und das wiedererwachte Wachstum verlangt nicht nur in China nach immer mehr Energie. Gerald Grohmann, Chef von Schoeller-Bleckmann Oilfield: „Allein um der zusätzlichen globalen Energienachfrage von 1,4 Millionen Barrel Erdöl pro Tag gerecht zu werden, müssen in diesem Jahr zusätzlich 500 Milliarden Dollar für die Ölexploration ausgegeben werden.“ Der heimische Ölequipment-Hersteller zählt zu den Profiteuren der starken Ölnachfrage.

Der Preis der Ölsorte Brent ist in den letzten drei Monaten um 28 Prozent nach oben geklettert. Börseprofi-Spieler, die das Open-End-Zertifikat auf Brent Crude Oil der RCB in ihr Depot legten, generierten in diesem Zeitraum ein Plus von 21 Prozent. Das bleibt ein Umfeld, in dem auch der Mineralölkonzern OMV Kasse macht. Stefan Sandberger, Vorstand von bankdirekt.at : „Ich sehe das Unternehmen positiv, allerdings könnte es kurzfristig wegen den Unruhen in Libyen zu weiteren Rückschlägen kommen.“

Das zweite Standbein vieler Börseprofi-Spieler waren neben Ölinvestments die Ökoenergie-Aktien. Das Japan-Inferno löste einen regelrechten Kurssprung bei Solar- und Windaktien aus und führte erneut zu Diskussionen über den Ausstieg aus der Atomkraft. Espa-Fondsmanager Wolfgang Pinner: „Auf lange Sicht wird die grüne Technologie weiter an Bedeutung gewinnen.“ Und wieder spielt China eine entscheidende Rolle. Das Land hat im neuen Fünfjahresplan bereits beschlossen, 738 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung von Öko-Technologien aufzuwenden. Pinner: „Öko-Aktien sind auf einem Bewertungsstatus, der für einen Einstieg interessant ist.“ Beim Kauf von solchen Titeln müssen Investoren allerdings besonders vorsichtig sein. „Wichtig ist, in welchen Ländern die Erzeuger von Alternativenergie tätig sind“, so Pinner. Zu den Favoriten des Öko-Fonds-Managers zählen der deutsche Solarmodulhersteller Solarworld und das chinesische Pendant Yingli Solar. Auch Börseprofi-Spieler Patrick Edlinger (siehe unten ) vertraute auf Öko-Titel und holte sich so den Gesamtsieg beim „Börseprofi 2011“.

Seine Erfahrungen kann er am 28. April mit anderen Börseprofi-Teilnehmern bei der Abschlussveranstaltung des Anlegerspiels „Börseprofi 2011“ diskutieren. Außerdem wird das Expertentrio Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research, Michaela Kepplinger-Mitterlehner, Vorstand der Raiffeisenbank Oberösterreich, sowie Börse-Wien-Vorstand Heinrich Schaller einen Börseausblick geben und über künftige Trends diskutieren. Anmeldung zum Gratis-Event unter www.bankdirekt.at/investmentabend

– Carolina Burger

Der Gesamtsieger

Mit 17 Prozent plus hängte „Pedi“ die Konkurrenz ab. Bevor Patrick Edlinger beim Anlegerspiel „Börseprofi 2011“ loslegte, war der 21-Jährige in Sachen Geldanlage noch ein echter Grünschnabel. „In meinem realen Leben bin ich sehr konservativ bei der Geldanlage. Aktien habe ich noch nie gekauft“, gibt der Kremser offen zu. Trotzdem führte er sein Depot mit einem Plus von 17 Prozent zum Gesamtsieg im Anlegerspiel „Börseprofi 2011“. Seine Strategie wählte er mit Hausverstand: „Wegen der Katastrophe in Japan habe ich mir Öko-Aktien wie den Windkrafthersteller Nordex ins Depot gelegt.“ Außerdem setzte Edlinger auf heimische Titel wie voestalpine, OMV und einen Gold-Fonds. Insgesamt tauschte Edlinger seine Positionen 49-mal aus. Das Anlegerspiel hat dem Kremser jedenfalls schon Lust auf ein reales Depot gemacht.

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik