Sicher verwahrt: FORMAT zeigt, wie Sie Ihr Geld krisenfest zwischenparken können

Die Finanzkrise lässt Anleger um ihr Geld zittern. FORMAT analysiert, wie Sie Ihr Geld sicher zwischenparken können, was gegen spekulative Leerverkäufe unternommen wird und welche Institute Betroffenen der Lehman-Pleite helfen.

Bei Anlegern liegen die Nerven blank: Allein seit Jahresbeginn verringerten sich 10.000 Euro, die in Europa-Aktienfonds investiert waren, auf 7.016 Euro. Noch schlimmer traf es Schwellenländer-Depots, wo der Einsatz auf unter 6.000 Euro dahinschmolz. Selbst Spezialisten rätseln, ob bereits ein Ende des Kahlschlags an den Börsen naht. Investoren sind deshalb mit mehreren entscheidenden Fragen konfrontiert: Wo ist das Geld noch sicher? Was bekomme ich zurück, wenn ein Institut wie die amerikanische Lehman-Bank pleitegeht? Welche Maßnahmen werden gesetzt, damit das Taumeln der Börsen nachlässt?

Sichere Sparguthaben
Wer viel Geld auf dem Sparbuch zwischenparken möchte, sollte sein Vermögen in Portionen von 20.000 Euro auf mehrere Institute verteilen. Denn für Beträge in dieser Höhe greift das österreichische System der Einlagensicherung (siehe So sicher sind Ihr Sparbuch und Konto wirklich ). Derzeit profitieren Sparer davon, dass sich Banken untereinander das Vertrauen entzogen haben, was die Sparzinsen in die Höhe treibt. Die höchsten Zinsen auf täglich fälliges Geld sind aktuell bei livebank.at, der Onlineschiene der Volksbank Kufstein, mit 4,88 Prozent zu lukrieren. Für die Ein-Jahres-Bindung gibt es bis zu 5,07 Prozent. Damit kann man der aktuellen Inflation in Höhe von 3,7 Prozent ein Schnippchen schlagen.

Goldrichtige Anlagen
Zusätzlich hat sich Gold besonders in den letzten Wochen neuerlich als Krisenpuffer bestätigt. Allein seit 10. September kletterte der Goldpreis je Feinunze bis Redaktionsschluss um 17,3 Prozent auf 877,6 Dollar. Roland Öhler, Goldexperte der Sparkasse Oberösterreich: „Aus Spesengründen zahlt sich der Kauf von Gold erst ab einer Feinunze aus.“ Zum Vergleich: Wer sich einen Ein-Kilo-Goldbarren in den Tresor legen möchte, zahlt dafür 20.415 Euro zuzüglich eines Aufschlags von 1,3 Prozent. Dagegen beträgt der Aufschlag bei der Philharmonikermünze mit einem Gewicht von einer Unze (31,1 Gramm) bei einem Kaufpreis von 650 Euro immerhin 3,7 Prozent.

Partner des Vertrauens
Wie wichtig bei Geldgeschäften die Wahl eines vertrauenswürdigen Partners ist, zeigt die Misere um die Fondspolizzen und Garantieprodukte, bei welchen die Lehman-Bank als Garantiegeber fungierte. Helmut Geier, Chef der Wüstenrot Versicherung: „Bei uns haben Anleger, die die Garantiepolizze auf eine Anleihe von Lehman Brothers abgeschlossen haben, keinen Schaden zu befürchten.“ Auch die Allianz Versicherung springt rettend ein, bei der Generali wird gemeinsam mit Kunden an individuellen Lösungen gefeilt. Schlechte Karten haben derzeit jene, die bei C-Quadrat, der M&A Bank und bei Constantia Garantieprodukte erworben haben (siehe
Hilfsaktionen für geschädigte Kunden ).

Enges Korsett
Die internationale Finanzkrise verlangt nach neuen Regeln im Börsengeschäft. Deshalb wird weltweit eifrig daran gearbeitet, Aktien-Leerverkäufe zu beschränken, die besonders auf den ohnehin hart getroffenen Finanzsektor abzielen. So ist es etwa in Australien generell verboten, Aktien zu verkaufen, ohne sie zu besitzen. In den USA sind Finanztitel betroffen. Ähnliche Regulative gelten etwa in Deutschland, Großbritannien, Kanada und Russland. Auch an der Wiener Börse weht bereits ein rauerer Wind. Mittelfristig können solche Einschränkungen die Handlungsspielräume der Börsenzocker eng machen, was sich stabilisierend auf die Aktienkurse auswirken sollte.

Short-Zertifikate für Abwärtsgläubige
Wer trotzdem daran glaubt, dass die Börsen weiter fallen, kann zu Short-Zertifikaten greifen. Philipp Arnold, RCB-Spezialist für Strukturierte Produkte: „Mit einem Short-Zertifikat setzt man eins zu eins auf einen fallenden Index, was in Zeiten wie diesen durchaus Sinn macht.“ So profitiert man etwa beim ShortDax-Indexzertifikat (ISIN AT0000A056Y4) nicht nur vom Rückgang des deutschen Aktien-Barometers – von der Deutschen Börse wird zusätzlich der doppelte Eonia-Tagesgeldzinssatz im Index gutgeschrieben. Allerdings gibt es eines zu bedenken: Zertifikate fallen ebenso wie Bankanleihen nicht unter die Einlagensicherung.

Von Rober Winter, Martin Kwauka und Ingrid Krawarik

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