Sicher ist sicher: Aktiengewinne trotz Krise

FORMAT hat sich an den Weltbörsen umgesehen und präsentiert ein Dutzend Aktien, die gut durch die turbulente Börsenphase kamen und die Potenzial für weitere Kursanstiege haben.

Der Masterplan von Apple-Gründer Steve Jobs geht auf. Beim größten Börsenkonzern der Welt klingeln dank iPhone und iPad die Kassen. Auch Aktionäre kommen trotz des Börsensturms auf ihre Rechnung: In den vergangenen 12 Monaten stieg der Aktienkurs von Apple in Euro gerechnet um 34 Prozent. Damit hängte das Papier den Technologieaktienindex NASDAQ um 39 Prozentpunkte ab.

Der Hightech-Pionier ist nicht allein auf weiter Flur, gelingt es doch auch anderen Unternehmen, der miesen Börsenlaune zu trotzen. FORMAT hat die Aktienmärkte unter die Lupe genommen und präsentiert ein Dutzend Papiere, die jüngst mit Stabilität glänzten und das Zeug haben, auch längerfristig weiter auf Kurs zu bleiben.

Dafür sind folgende Zutaten erforderlich: Das Geschäft der ausgewählten Unternehmen muss auch florieren, wenn die Konjunktur schwächer wird, wovon aktuell zumindest in den entwickelten Staaten auszugehen ist. In die Auswahl der Top 12 schafften es zudem nur Börsenkonzerne, die mit Marktmacht glänzen. Das trifft trotz des geringen Börsenwerts von 3,2 Milliarden Euro etwa auf den italienischen Getränkemulti Davide Campari zu. Mit Spirituosen wie Campari und Aperol ist das Unternehmen in 190 Ländern aktiv, das Geschäft läuft besonders in Österreich, Deutschland und Brasilien rund.

In unseren Breiten weitgehend unbekannt ist dagegen der indische Mischkonzern ITC (ISIN INE154A01025, der Kauf ist unter www.brokerjet.at möglich). Mit einem Börsenwert von 24 Milliarden Euro spielt der indische Platzhirsch bei Tabak, Hotels und Verpackungsmaterial bereits in einer anderen Liga als Davide Campari. Zusätzliches Plus: Im 2. Quartal konnte der Umsatz um ein Viertel gesteigert werden, übers Jahr liegt die Aktie aus Sicht eines Euro-Anlegers um 14,5 Prozent im Plus.

13,3 Prozent Dividendenrendite

Mit 13,8 Prozent Kursplus seit August 2010 hat auch die australische Telekomaktie Telstra gut abgeschnitten (siehe Tabelle ). Verlockend ist darüber hinaus die rekordverdächtige Dividendenrendite, die aktuell bei 13,3 Prozent liegt. Während sich die Aktien von Davide Campari und ITC besonders für risikofreudige Anleger eignen, liegen Investoren, die mehr Konstanz wollen, bei ausgesuchten großen Brummern der Börsenwelt richtig.

Dazu zählen etwa die global präsente Hamburger-Kette McDonald’s mit einem Börsenwert von rund 63 Milliarden Euro und der Getränkekonzern Coca-Cola, dessen Aktien an der Wall Street 107 Milliarden Euro wert sind. Herbert Perus, Leiter globale Aktien der Raiffeisen-Fondsgesellschaft: „Die Coca-Cola-Aktie kann man kaufen und 100 Jahre liegen lassen. Das Unternehmen wird alle künftigen Krisen überstehen. Selbst wenn der Konsum in Amerika sinken sollte, macht das nichts, weil immer mehr Asiaten zur Cola-Flasche greifen.“ Da auf den leiblichen Genuss speziell in schwierigen Zeiten kaum jemand verzichten will, hat auch Philip Morris aus den USA weiter gute Karten. Der Konzern ist nicht nur mit Zigaretten dick im Geschäft, sondern mischt auch bei Süßwaren und Kaffee kräftig mit.

Mit rund 400 Marken bei Lebensmitteln und Pflegeprodukten ist der Mischkonzern Unilever noch breiter aufgestellt. Zudem hält das Unternehmen seine Anleger mit Ausschüttungen bei der Stange. Friedrich Mostböck, Chefanalyst der Erste Bank: „Die Dividendenrendite von Unilever liegt aktuell bei 3,7 Prozent.“

Fels in der Brandung

Als Hort der Stabilität hat sich an der schwer gebeutelten Frankfurter Börse die Aktie des Gesundheitsriesen Fresenius erwiesen. Die erfreuliche Zwischenbilanz: Während das Aktienbarometer DAX auf Jahressicht mit 10 Prozent unter Wasser liegt, blicken Fresenius-Aktionäre auf ein Plus von 27 Prozent. Trotz des steilen Anstiegs der Goldnotierung können Anleger, die auf Minenaktien setzten, von solchen Werten nur träumen.

Aber das Blatt hat sich bei einschlägigen Aktien wie Barrick Gold und Newmont Mining in den vergangenen drei Monaten bereits gewendet. Nichtsdestotrotz gibt es weiter Luft nach oben, weil die mittelfristige Kursentwicklung mit der Goldpreisrally keineswegs Schritt gehalten hat. Experte Perus: „Wer in Goldschürferaktien investiert, kauft faktisch den mit einer Hebelwirkung versehenen Goldpreis. Beim Einstieg in physisches Gold würde ich jetzt Vorsicht walten lassen, der Preis ist schon zu stark gestiegen.“

Rein von der Bewertung her sind Aktien dagegen nach den Kursabstürzen der vergangenen Wochen und trotz der kräftigen Lebenszeichen von Dienstag und Mittwoch weiterhin billig. So sind etwa Papiere des deutschen Leitindex DAX mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2012 von 8 so günstig wie seit 20 Jahren nicht mehr; der KGV-Durchschnitt in den letzten zwei Jahrzehnten lag bei einem Wert von 15. Auch im direkten Vergleich mit sicheren Staatsanleihen kommen Dividendenwerte gut weg. Aktienleiter Perus: „Europäische Aktien haben im Moment ein durchschnittliches KGV von 10, während der Wert bei deutschen Staatsanleihen über 40 liegt.“

Pulver trocken halten

Trotzdem sollten sich Investoren nicht von solchen Zahlen blenden lassen, ist doch keine neue Börsenrally von längerer Dauer in Aussicht. Chefanlayst Mostböck: „Ich halte im Herbst zwar eine Aufholjagd für möglich. Sie wird mit durchschnittlich plus 10 bis 15 Prozent aber nicht brüllend ausfallen. Darüber hinaus wird man zumindest die nächsten drei Jahre weiter mit starken Kursausschlägen leben müssen.“ Angesichts der Unsicherheiten geht Eric Le Coz, Anlagestratege der französischen Fondsgesellschaft Carmignac, nicht aus der Deckung: „Wir bleiben sehr vorsichtig und planen derzeit nicht, die Absicherung unserer Aktien rasch aufzuheben“ (siehe Interview). Fazit: Wer jetzt in die 12 von FORMAT präsentierten Aktien investieren will, sollte nur stufenweise in mehreren Raten einsteigen.

– Carolina Burger, Robert Winter

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