Selbst der Tod kostet Geld

Selbst der Tod kostet Geld

Es ist eine stille Ecke im Wiener Zentralfriedhof. Schlichte Holzkreuze oder - sofern der Verstorbene keiner Glaubensgemeinschaft angehörte - auch nur eine Holztafel mit dem Namen drauf. Rund 800 Menschen jährlich werden in Wien mit größter Schlichtheit und meist nur unter Beisein der Totengräber begraben.

Die Kosten für ein "Begräbnis auf Anordnung der Sanitätsbehörde“ übernimmt die Stadt Wien, sofern diese nicht aus dem Nachlass gedeckt werden können. Nicht jeder Verstorbene kann sich ein aufwändiges Begräbnis leisten. Doch wer rechtzeitig für den letzten Gang vorsorgt, hat viele Möglichkeiten, sich einen Tod mit Würde zu bescheren.

Die neue Schlichtheit

Eduard Schreiner, Bundesinnungsmeister der Bestatter: "Die große Zeit der Monumentalgräber ist sogar in Wien vorbei. War es dem Wiener Großbürgertum im vergangenen Jahrhundert selbst am Friedhof noch wichtig, sich durch aufwendige Gräber vom gemeinen Volk abzuheben, so geht heute der Trend zu deutlich schlichteren Begräbnissen.“ Trotzdem läppern sich die Kosten zusammen. Parte, Todesanzeigen, Abholung des Verstorbenen, Sarg, Aufbahrung und nicht zuletzt auch der Priester müssen bezahlt werden. Hinzu kommen nach dem Begräbnis auch noch der Grabstein und die Grabpflege. Jürgen Sild, Geschäftsführer der Bestattung Wien, Europas größtem Branchenunternehmen: "Wir rechnen bei einem Standardbegräbnis mit Gesamtkosten zwischen 4.500 und 5.500 Euro.“

Nähe zur Natur

Auch wenn das Geschäft sehr von Tradition und Religion geprägt ist, zeichnen sich über längere Zeiträume Moden ab. Experte Sild: "Es gibt einen klaren Trend hin zur Feuerbestattung. Rund 25 Prozent der Menschen lassen sich heute einäschern. Besonders in den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg wollen immer mehr Menschen nach ihrem Tod verbrannt werden.“ Danach wird die Urne oft nicht mehr auf traditionellen Friedhöfen, sondern in Wäldern mit alten Baumbeständen begraben.

In Wien gibt es bereits seit 2009 am Zentralfriedhof einen 10.000 Quadratmeter großen Waldfriedhof. Zudem wird in der nächsten Woche direkt im Innenhof der Feuerhalle Simmering eine Gemeinschaftsgrabanlage eröffnet, bei der Urnen unter Blütenstauden beigesetzt werden. Der neue Urnengarten soll mit Bänken zum Verweilen einladen und den Friedhof zu einem Ort der Begegnung und des Gedenkens machen. Der Vorteil dieser naturnahen Begräbnisrituale ist die deutlich einfachere Grabpflege. Zudem fallen auch die teuren Grabdenkmäler weg. Bestattung-Wien-Geschäftsführer Sild: "Waldfriedhöfe und Urnengärten sind im Kommen, denn die Menschen suchen wieder die Nähe zur Natur. Auch bei den Materialien für Urnen und Särgen wird es immer wichtiger, dass diese hohen Umweltstandards gerecht werden.“

Wertvolles Andenken

Immer beliebter werden in Österreich die Dienste von Algordanza. Das Schweizer Unternehmen fertigt aus der Kremationsasche von Verstorbenen in einem hochkomplexen Verfahren einen blauen Diamanten. Pro Jahr sind es 78 Österreicher, die nach ihrem Tod in einem Diamanten weiter leben wollen. Christoph Wampl, Vertriebschef von Algordanza in Österreich: "Es ist eine schöne Möglichkeit, die Erinnerung an den Verstorbenen am Leben zu erhalten. So kann man dem Verstorbenen immer und überall nahe sein.“ Das Verfahren ist aber nicht ganz billig. Ein Diamant mit 0,4 Karat inklusive Schliff ist ab 4.680 Euro zu haben. "Oft wird die Diamantbestattung als Ergänzung zu einer normalen Friedhofsbestattung gewählt“, so Algordanza-Mann Wampl.

Zu Lebzeiten vorsorgen

Wem ein Andenken nach seinem Tod besonders wichtig ist, sollte schon zu Lebzeiten vorsorgen, damit die Kosten für die jeweiligen Wünsche auch wirklich gedeckt sind. Eine gute Möglichkeit dazu bietet die Ergo Bestattungsvorsorge. Mit dieser Polizze werden die Hinterbliebenen finanziell nicht mit der Bestattung belastet oder müssen in Vorkasse gehen. Zudem übernimmt die Ergo Bestattungsvorsorge die Überführungskosten, wenn der Versicherte außerhalb des Wohnortes verstirbt. Das kann besonders im Ausland sehr schnell teuer werden, doch mit der Ergo-Polizze sind diese Kosten bis zur dreifachen Versicherungssumme von maximal 30.000 Euro gedeckt. Wer will, kann sogar die Grabpflege für zehn Jahre in die Polizze inkludieren. Die Bestattungsvorsorge ist eine klassische Lebensversicherung mit Garantieverzinsung und Gewinnbeteiligung. Die wählbare Versicherungssumme liegt zwischen mindestens 4.000 und höchsten 20.000 Euro. Ab 20 Euro monatlicher Prämie oder einer einmaligen Prämienzahlung ab 3.000 Euro ist man dabei. Bei monatlicher Zahlung ist die Prämienzahlungsdauer vom Kunden je nach Eintrittsalter zwischen fünf bis maximal 25 Jahren frei wählbar.

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik