Schwarzer Montag an Europas Börsen

Die unkalkulierbaren Konsequenzen, die ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone mit sich bringt, ließ Anleger auch einen großen Bogen um die Gemeinschaftswährung machen. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Jänner.

"Die politischen Börsen in Europa scheinen aktuell lange Beine zu haben", sagte ein Händler. "Das Thema Griechenland hat sich zu einer never ending story entwickelt. Eine Markterholung ist erst bei einer Lösung der Regierungsfrage zu erwarten." Vor allem die in Richtung Neuwahlen laufenden Entwicklungen in Athen bereiteten Anlegern Kopfzerbrechen. Sie befürchten, dass die Gegner der langwierig ausgehandelten Sparprogramme von EU und IWF dann noch stärker werden. Damit wachsen die Sorgen, dass das Land auf dem direkten Weg in den Bankrott ist und die Euro-Zone verlässt.

Auch die in Spanien eingeleitete Bankenreform wurde mit Zweifel aufgenommen, und die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft sorgte für zusätzliche Skepsis. Eine Senkung der Mindest-Reserve-Anforderungen für chinesische Banken beeindruckte Investoren wenig.

In dieser Gemengelage rutschte der DAX um 1,9 Prozent auf 6451 Zähler ab. Der EuroStoxx50 büßte 2,2 Prozent ein. Der Leitindex in Athen ging 4,6 Prozent tiefer aus dem Handel, in Madrid schloss die Börse 2,7 Prozent im Minus. Finanztitel und konjunktursensible Werte zählten europaweit zu den größten Börsenverlierern.

ATX im Tiefenrausch

Die Börse in Wien zählte am Montag sogar zu den schwächsten Börseplätzen in Europa. Der LEitindex ATX verlor knapp vier Prozent an Wert, wobei die Erste Bank und RBI am stärksten unter die Räder kamen.

"Es gibt auf einmal wieder so viele Unsicherheiten", sagte ein anderer Börsianer. "Da sind nicht nur die Fragen rund um Griechenland, sondern da ist auch die Frage, wie geht es mit dem Fiskalpakt weiter, wie steht es um die Banken. Da hat die Zockerei von JP Morgan noch einmal einiges aufgebrochen, was schon halb vergessen war." Die größte US-Bank hatte Ende vergangener Woche einräumen müssen, mit hochriskanten Wetten zwei Milliarden Dollar verzockt zu haben. Das Weiße Haus betonte daraufhin am Montag die Notwendigkeit einer strengen Banken-Regulierung. An der Wall Street lag der Dow-Jones-Index der Standardwerte zu Börsenschluss in Europa 0,7 Prozent im Minus. Die Technologiebörse Nasdaq notierte 0,6 Prozent niedriger.

Euro deutlich unter 1,29 US-Dollar

Der Euro fiel bis auf 1,2823 Dollar, vor den Wahlen in Griechenland hatte er zweieinhalb US-Cent höher notiert. Auch am Rohstoff-Markt purzelten die Preise; Öl, Industriemetalle und sogar Gold gaben besonders stark nach.

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