Risikomanager François Duc im Interview: "Risikomodelle waren vom Stress überfordert"

François Duc, Uni-Professor in Genf und Risikomanager bei UBP, über die Zukunft der Hedgefonds.

FORMAT: Hedgefonds haben in letzter Zeit Verluste eingefahren. Was ist die Ursache?
François Duc: Die Risikomodelle vieler Einzelfonds waren von der Ausnahmesituation an den Finanzmärkten überfordert. Hedgedachfonds hatten häufig riskante Bausteine zu hoch gewichtet.
FORMAT: Was sind die Lehren?
Duc: Die Hedgefonds-Branche muss und wird sich weiterentwickeln. Bessere Risikomodelle werden immer wichtiger.

China als Unschuldsbeweis
FORMAT: Wird sich die Liquidität von Hedgefonds verändern?
Duc: Ja. Bei riskanten Fonds sollen Anleger schneller wieder an das investierte Geld kommen als bisher. Bei Dachfonds müssen Investoren in Zukunft mehr Geduld haben. Dort macht es wegen der besseren Ertragschancen Sinn, Anteile erst nach drei oder sechs Monaten rücklösen zu können.
FORMAT: Oft wird behauptet, dass Hedgefonds einer der Verursacher der Finanzkrise sind. Zu Recht?
Duc: Nein. Das hat selbst der Chef der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC jüngst erklärt. Das Gegenteil ist der Fall. Das sieht man etwa am Kurssturz der chinesischen A-Aktien, obwohl gerade Short-Selling verboten war. Selbst vor dem jüngsten Rückgang des gesamten Volumens hatten Hedgefonds nicht genug Geld, um die Finanzwelt aus den Angeln zu heben. Das wird wohl niemand ernsthaft glauben.

Interview: Robert Winter

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik