Renditenkaiser in Schwellenländern: Risiko-freudige Anleger können jetzt profitieren

Schwellenländer-Anleihen in Lokalwährung belohnen das Risiko mit sehr hohen Renditen. FORMAT zeigt, wie Anleger hohe Gewinne lukrieren können.

Während im alten Europa und in den USA die Köpfe über der Frage rauchen, wie die Wirtschaft wieder belebt werden kann, geht in den Schwellenländern ­Asiens und Lateinamerikas der Aufschwung rasant weiter. Die Währungen sind längst zu Aufwertungskandidaten geworden. Dementsprechend werden auch Fonds für Schwellenland-Anleihen in lokaler Währung immer beliebter. Renditen von sieben bis 15 Prozent sind keine Seltenheit. FORMAT zeigt, wie man vom Schwellenländer-An­leihen-Boom profitieren kann.

Schwellenländer haben aufgeholt
Länder wie Brasilien, Indonesien, Mexiko und die Türkei galten lange als sehr unsichere Anleihe-Emittenten. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich ein überraschendes Bild: Die vier Staaten sind weit weniger verschuldet als etwa Deutschland und die USA – von Griechenland, Italien und Japan ganz zu schweigen. Während Mexikos Staatsverschuldung aktuell 24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) beträgt, ist Deutschland schon bei 82 Prozent des BIP angelangt. Trotzdem gelten deutsche Anleihen mit einem AAA-Rating weiter als das Nonplusultra an Sicherheit. Doch die Schwellenländer holen auf, bereits 50 Prozent der emittierten Anleihen weisen ein vergleichsweise solides Rating von mindestens BBB- auf. Auch das Volumen ist enorm: Brasilien hat Anleihen im Wert von 734 Milliarden Dollar auf dem Markt. Robert Michele, globaler Anleihenchef von JPMorgan Asset Management, hält Schwellenländer-Anleihen für eine gute Wahl: „In Asien zählen Indonesien und Korea zu meinen Favoriten, in Süd­amerika bevorzuge ich Papiere aus Brasilien und Mexiko. Die Staatsanleihen dieser Länder generieren nicht nur hohe Renditen, noch wichtiger ist, dass die Währungen zulegen werden. Anleger profitieren also von Wechselkursgewinnen.“

Hohe Währungsgewinne  
Seit 2009 haben praktisch alle Lokalwährungen gegenüber dem Euro und auch gegenüber dem Dollar aufgewertet. So hat etwa der mexikanische Peso gegenüber dem Euro seit März 2009 um 17 Prozent zugelegt – das entspricht einem ordentliches Sümmchen, das zur hohen Anleihen-Rendite noch hinzugerechnet wird. Christian Gaier, Fondsmanager des Espa Bond Local Emerging: „Große Pensionsfonds und Banken stützen diese Anleihen, die Wahrscheinlichkeit einer Pleite ist sehr gering.“ Von einem Investment in Einzeltitel, die äußerst schwer zu bekommen sind, rät Gaier ab. Zu riskant sei die Spekulation auf Währung und Zinsen, die wegen ihrer historischen Tiefe ebenfalls für ein Investment in Schwellenländer-Anleihen sprechen. Gaier: „Die Währung kann ein sehr großer Renditebringer, aber auch ein enormer Verlustfaktor sein. Was hab ich als Anleger davon, wenn ich zehn Prozent auf eine Südafrika-Staatsanleihe bekomme, wenn gleichzeitig die Währung Rand wie 2008 um 30 Prozent abwertet? Besser ist ein Investment in einen Fonds, der das Risiko streut.“

Kleine Länder im Fokus  
Die Auswahl solcher Lokalwährungsfonds ist überschaubar, die Renditen sprechen aber für sich. Der Templeton Emerging Markets Bond erzielte in 12 Monaten rund 48,2 Prozent Rendite auf Eurobasis. Die Drei-Jahres-Bilanz ist mit einem Plus von insgesamt 34,4 Prozent nicht ganz so gut ( siehe Tabelle ). Michael Hasenstab, Manager des Templeton-Fonds, setzt vor allem auf asiatische Länder wie Südkorea und Indonesien. Er hat aber auch Anleihen aus Polen, Brasilien und Mexiko relativ hoch gewichtet. Ebenfalls gut aus der Krise kam der Invesco Emerging Local Currency Debt, der von Claudia Calich verwaltet wird. Calich: „Ich setze vor allem auf kleinere Schwellenländer wie Pakistan, Tunesien, den Irak und Sri Lanka. Gute Chancen auf Währungsseite sehe ich 2010 auch bei Indonesien, Süd­korea, den Philippinen und Malaysia.“ Noch relativ jung ist der von Bob ­Michele gelenkte JPMorgan Emerging Markets Local Currency Debt (ISIN LU0332400232), der seit Fondsstart im Jänner 2008 15 Prozent erwirtschaftete. Bei Schwellenländer-Anleihen darf auch der von Peter Pühringer geführte ZZ1-Fonds nicht fehlen, der auf Jahressicht 61 Prozent generieren konnte. Seit Fondsstart im August 1996 erreichte der Fonds eine beeindruckende Gesamtrendite von 1.255 Prozent. Allerdings ist der Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von zehn Prozent doch etwas teuer. Eine Alternative ist der ähnlich veranlagende ZZ Trend (AT0000617675) mit 54 Prozent Jahresrendite und fünf Prozent Ausgabespesen.

Ingrid Krawarik

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik