Renditen im grünen Bereich: Die besten Öko-Aktienfonds

Renditen im grünen Bereich: Die besten Öko-Aktienfonds

Gesetze zwingen Unternehmen immer mehr zu nachhaltiger Produktion. Das bringt Aktien von ökologisch orientierten Produzenten jetzt starken Aufwind.

Grüne Investments haben noch immer etwas schwer Nachvollziehbares an sich. Zum einen denken viele, mit gutem Gewissen an der Börse Geld verdienen kann nicht funktionieren. Denn an den Kapitalmärkten herrschen eigene Gesetze. Und in denen haben Begriffe wie Umweltschutz oder Moral keinen Platz. Zum anderen wirken die viel beworbenen nachhaltigen Anlagen in Wälder oder Plantagen, bei denen zehn bis 14 Prozent Rendite versprochen werden, einfach höchst dubios. Und dennoch kommt es immer öfter vor, dass konventionelle Anlagegesellschaften, die nach ökologischen Kriterien investieren, sehr gut performen, manchmal sogar besser als die traditionellen.

So war im vergangenen Jahr in Österreich der Fonds mit der besten Performance der Erste WWF Stock Climate Change. Er erzielte ein Plus von 55 Prozent. Österreich liefert sogar noch ein weiteres Beispiel für die außergewöhnlich gute Ertragschancen von nachhaltigen Investmentstrategien: Im Jahr 2003 hat Max Deml, Experte für ökologische Investments, den Öko-Aktienindex nx-25 erstellt. Er umfasst 25 Unternehmen, die bestimmten Kriterien der Nachhaltigkeit entsprechen und denen von Demel gute Chancen an den Börsen zugebilligt werden. Der Index hat in den etwas mehr als zehn Jahren seines Bestehens um 510 Prozent zugelegt. Den MSCI-World-Aktienindex, der im gleichen Zeitraum um 81 Prozent gestiegen ist, hat er damit bei Weitem geschlagen.

Deml sieht eine der Hauptursachen für den beachtlichen Erfolg seines Index in einer simplen Überlegung: "Die gesetzlichen Bestimmungen, die Unternehmen zur Einhaltung bestimmter umweltschonender Produktionsweisen zwingen oder neue Branchen bevorzugen, werden immer mehr. Jene Unternehmen, die sich bereits frühzeitig darauf einstellen, haben deshalb meist einen Vorteil gegenüber den anderen. Und das schlägt sich oft auch im Börsenkurs nieder." Den Trend zur Elektromobilität beispielsweise hat Deml frühzeitig erkannt und die Tesla-Motors-Aktie 2013 noch zum Kurs von 40 US-Dollar in den Index aufgenommen. Heute notiert das Papier bei 220 US-Dollar. Aber auch das gerade beschlossene Energieeffizienzgesetz, das große Unternehmen in Österreich verpflichtet, ihre Energieversorgung zu optimieren, wird Auswirkungen haben.

In seinem Index hat Deml auch Aktien von Mayr-Melnhof Karton oder der Verbund AG. Der nx-25 Ökoindex hat nur einen Nachteil. Er ist nicht in Form eines ETFs oder eines Investmentfonds zu kaufen. Noch nicht. Deml: "Die Gespräche mit einer deutschen Bank stehen kurz vor dem Abschluss. Es wird noch heuer ein Fonds auf den Index auf den Markt kommen."

Aktien-Umweltfonds Im deutschsprachigen Raum sind derzeit rund 24,6 Milliarden Euro in Investmentfonds mit ökologischen Grundsätzen veranlagt. Mit gutem Erfolg: Im Jahr 2013 erzielten die Anleger damit im Durchschnitt 20,7 Prozent Rendite. Auch heuer läuft das Ökoinvestment gut. In der ersten Jahreshälfte stiegen die Fonds im Schnitt um 6,5 Prozent, also etwas mehr als der MSCI World Index mit 5,9 Prozent.

Der Erste WWF Stock Climate Change Fonds wurde nur vom LSF Asian Solar&Wind Fonds geschlagen. Dieser erzielte ein Plus von 145 Prozent. Der Fonds war aber auch lange im Minus und eignet sich also nur für Anleger mit guten Nerven.

Der Fonds der Sparinvest, Tochter der Erste Group, liefert hingegen eine kontinuierliche Entwicklung. Nach dem Spitzenjahr 2013 liegt er auch heuer bereits mit 20 Prozent im Plus. Die Aktienauswahl trifft Fondsmanager Clemens Klein in Absprache mit einem eigenen Beirat und vor allem mit Armand Colard, Leiter des Bereichs Sustainable Finance beim WWF Österreich. "Im Jahr 2050 könnten bereits 77 Prozent aller Energien weltweit aus regenerativen Quellen erzeugt werden. Damit haben auch die Aktien der Anbieter von erneuerbarer Energie eine gute Zukunft", erklärt Colard die Investmentstrategie.

Der Fonds investiert in Unternehmen, die zur Verlangsamung des Klimawandels beitragen. Zu den top Holdings zählt beispielsweise Vestas, der dänische Hersteller von Windkraftanlagen. Die Aktie konnte in einem Jahr ihren Kurs mehr als verdoppeln. Auch der deutsche Hightech-Maschinenbauer Manz ist eines der Schwergewichte im Fonds. Das Unternehmen ist weltweit führend sowohl in der Entwicklung als auch in der Fertigung von effizienten, energiesparenden Anlagen. Die Aktie stieg in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls um über 100 Prozent.

Derartige Investmentstorys rufen natürlich auch andere Kapitalanlagegesellschaften auf den Plan. Und so hat das Bankhaus Gutman heuer bereits drei Nachhaltigkeitsfonds mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro auf den Markt gebracht. Die Bawag P.S.K. ist mit ihrem Öko Sozial Stock im Fondsmarkt unterwegs, Raiffeisen Oberösterreich mit dem Kepler Ethik Aktien, die Schoellerbank mit dem Ethik Vorsorge und das Bankhaus Schelhammer & Schattera mit den Superior 2 Ethik Mix. Im vergangenen Jahr konnten die Fonds zwischen zehn und 18 Prozent erzielen. Ausländische Nachhaltigkeitsfonds wie der Allianz Global Eco Trends oder der Murphy & Spitz Umweltfonds lagen besser (siehe Tabelle) .

Wer wirklich ökologisch bewusst anlegen möchte, sollte das nur über entsprechende Fonds machen. Denn Investments in Waldplantagen sind tatsächlich dubios: Die versprochenen zehn bis 14 Prozent erhält man erst nach 20 Jahren ausbezahlt, wenn die Bäume verkauft werden können.

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