Rabattschlacht beim Autokauf: FORMAT fahndete nach günstigen Angeboten

Autohändler bieten derzeit bis zu 44 Prozent ­Rabatt. Bei Sonderaktionen und bei Tages­zulassungen lassen sich Tausende Euro sparen.

Der Frühling strahlt, aber viele Autohändler ziehen sich weiterhin warm an. Und das, obwohl die ersten beiden Zulassungsmonate im Jahr für die Autohändler gut gelaufen sind. „Die Situation ist weniger angespannt als im Vorjahr um diese Zeit“, resümiert Johann Kaiser­reiner, Leiter des Kfz-Produktmanagements bei Raiffeisen-Leasing. Aber das Blatt könnte sich bald wenden. „Der Einbruch am Automarkt könnte noch bevorstehen. Dem wollen die Hersteller schon jetzt mit kräftigen Rabatten entgegenwirken“, so Kaiserreiner. Vor allem macht den Autokonzernen die anhaltende Überproduktion zu schaf-fen. „Deshalb werden immer mehr günstige Lager­wagen angeboten“, erläutert ÖAMTC-Experte Thomas Stix. Autokäufer können sich deshalb jetzt in allen Modellklassen über saftige Nachlässe freuen. „Es war lange nicht so einfach, zu günstigen Preisen zu kommen“, meint Stix. Denn ohne finan­zielle Nachhilfe lässt sich im Jahr eins nach der Ökoprämie ein Auto kaum verkaufen. FORMAT zeigt, wo Schnäppchenjäger auf ihre Kosten kommen.

Um bis zu 14.800 Euro billiger
Wer zu einem Vorführwagen greift, kann Spitzenrabatte von bis zu 44 Prozent einstreifen. So ist ein Renault Master mit knapp 5.000 Kilo­metern derzeit um mehr als 14.800 Euro günstiger (siehe Kästen hinten). Zwar sind Nachlässe in diesen hohen Regionen die Ausnahme. Wer aber die Angebote genau prüft, kommt bei neuen Autos oder jungen Gebrauchten mit etwas Verhandlungsgeschick auf Händlerrabatte von 15 Prozent und mehr. Zusätzlich bieten die Hersteller serienweise Aktionsmodelle. Selbst Pre­miumanbieter wie BMW, die bei Schleuderpreisen normalerweise noble Zurückhaltung an den Tag legen, gewähren derzeit bei Sondermodellen bis knapp 5.000 Euro Nachlass (siehe Kasten rechts). Sensationelle Angebote gibt es auch bei Chevrolet, die mit dem Namen „Erfolgsmodelle“ um Lieb­haber des Diskonts werben. Wer den SUV Captiva 4WD in der Ausstattungsvariante Business Automatik wählt, spart 6.500 Euro. Bei kleinen Hüpfern wie dem Matiz trumpft der US-Hersteller mit Vergünstigungen von 1.500 Euro auf. „Auch andere Hersteller gewähren bei Kleinwagen schon hohe Rabatte“, weiß Ernst Riedmüller, Chefredakteur des Autobewertungsspezialist Eurotax Glass’s. So ist ein Renault Clio dank Eintauschprämie um 13 Prozent güns­tiger als zum Listenpreis. Generell gilt: Die­se Aktionspreise sind nicht das Ende der Fahnenstange, clevere Käufer handeln den Preis beim Händler wie am Basar weiter nach unten und sparen so doppelt.

Junge Gebrauchte rollen an
Ebenso spannend wie offene Rabattaktionen ist das enorm hohe Niveau bei Eigenzulassungen. Denn derzeit werden viele dieser taktischen Zulassungen in den Markt geschoben. So treten Marken wie Kia, Opel, Fiat oder ­Mi­tsubishi selbst als liebste Käufer der ­eigenen Autos auf. So bekommt man einen jungen Gebrauchten, der zwar mit dem Händler bereits einen Vorbesitzer hat, aber keinen einzigen Kilometer oder nur ein paar wenige gefahren wurde, um bis zu 20 Prozent günstiger. Opel & Beyschlag, der größte OpelHändler Österreichs, hat kürzlich für 300 Opel Astra eine Kurzzulassung beantragt, 80 sind noch übrig. Der Diskont: 15 Prozent plus drei Jahre Gratisservice. „In spätestens einem Monat sind die Autos vergriffen“, so einer der Beyschlag-Verkäufer. Sämtliche Opel-Großhändler haben Zugriff auf die heiß begehrte Ware. Die aggressive Rabattmethode der Kurzzulassungen wird von fast allen Anbietern praktiziert. Auf der Auto-Internetbörse www.bmw-boerse.at, wo unterschiedliche Anbieter zu finden sind, werden knapp 200 Autos mit Erstzulassungsdatum 2010 offeriert. Nach demselben Schema geht auch Ford vor. MVC Motors Wien bietet 14 Modelle des Ford S-Max und 17 Modelle des Ford Mondeo als Kurzzulassungen an. Ersparnis: je 7.000 Euro. Auch Kia mischt heuer bei der Rabattschlacht kräftig mit und hat etliche Schauräume mit Kurzzulassungen prall gefüllt. So gibt es einen brandneuen Kia Cee’d bei Beyschlag in der Wiener Muthgasse um 15 Prozent günstiger.

Zweistellige Prozente
Aufgrund des großen Angebots von Kurzzulassungen sind Vorführwagen, die bis zu 20.000 Kilometer am Tacho aufweisen, derzeit oft nicht besonders attraktiv. Trotzdem gibt es natürlich den einen oder anderen Preishammer. Enrico de Rossi, Fiat-Verkaufsleiter bei Denzel: „Wir haben gerade 20 Vorführwagen bekommen. Die geben wir bis zu 25 Prozent günstiger her.“
Die Rabattstrategie hängt stark vom Hersteller ab. So bleibt Toyota selbst nach dem jüngsten Rückruf-Desaster seiner Linie treu und zeigt sich bei Nachlässen nicht sonderlich nachgiebig. Gerade einmal auf den ­Toyota Avensis gibt es bei Toyota Keusch 11 Prozent. Dafür sind Autos, bei denen ein Modellwechsel bevorsteht, für Rabattjäger lohnende Objekte. So kommt demnächst der neue VW Sharan auf den Markt. Das ältere Modell gibt es ohne Feilschen um 5.000 Euro billiger. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research erwartet in den nächsten Monaten keine Änderung der Rabattpolitik. „Preislich größere Bewegungen nach oben oder unten sind nicht zu erwarten.“ Fazit: Für Kunden lohnt es sich kaum, auf noch bessere Zeiten zu warten, zumal die Kundschaft traditionell im Frühjahr mit Spitzenkonditionen umgarnt wird.

Anneliese Proissl, Carolina Burger

40 Auto-Schnäppchen finden Sie im aktuellen FORMAT ab Seite 72

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