Mit welchen Aktien und Fonds Sie von den hohen Energiepreisen profitieren können

Die Unruhen in Nordafrika treiben den Ölpreis. FORMAT analysiert die prekäre Lage und zeigt, welche Konzerne vom teuren Öl profitieren und wo sich der Einstieg lohnt.

Die Volksaufstände in Nordafrika halten die Welt in Atem und treiben den Ölpreis in luftige Höhen. Mitte der Woche kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Crude Brent bereits 116 US-Dollar – fast dreimal mehr als im Juli 2008. Pedram Payami, Rohstoffexperte bei EFG Financial Products: „Der Ölmarkt ist extrem nervös, es herrscht Angst vor einem Flächenbrand.“

Die ersten Auswirkungen bekamen Autofahrer zu spüren, die an den Zapfsäulen immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Doch auch Börsianer hatten in der vergangenen Woche wenig zu lachen. Seit dem Übergreifen der Demonstrationen Mitte Februar von Ägypten und Tunesien auf Libyen verlor der Wiener Leitindex ATX rund sechs Prozent. Hintergrund: Laut JPMorgan dämpft ein zehnprozentiger Ölpreisanstieg das globale Wirtschaftswachstum um 0,25 Prozent.

Analysten sind sich allerdings einig, dass diese Kursrutsche generell übertrieben sind, wenn sich der Konflikt nicht ausweitet. Weltweit liegt der Ölverbrauch nämlich bei rund 85 Millionen Barrel pro Tag. Libyen produziert davon nur 1,6 Millionen Barrel Öl täglich. Frank Schallenberger, Leiter der Rohstoff-Analyse der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW): „Der größte Ölproduzent Saudi-Arabien hat freie Förderkapazitäten von vier Millionen Barrel pro Tag. Derzeit können sie den Ausfall in Libyen problemlos kompensieren.“ Doch selbst wenn sich die Aufstände in Nordafrika wieder legen, wird der Ölkurs dank des steigenden Energiekonsums der Schwellenländer hoch bleiben. Derzeit kommen auf 1.000 chinesische Einwohner erst 36 Fahrzeuge – Tendenz stark steigend, in den USA sind es bereits 842 Autos.

Klar ist auch: Wenn die Autofahrer jetzt weltweit unter hohen Spritkosten stöhnen, muss auf der anderen Seite jemand prächtig verdienen. FORMAT zeigt, welchen Konzernen der hohe Ölpreis am meisten Geld in die Kassen spült und wie Anleger davon profitieren.

Super Plus im Depot

Ganz oben in der Empfehlungsliste der Deutschen Bank und der LBBW stehen der spanische Ölmulti Repsol sowie die norwegische Statoil. Achim Wittmann, Ölaktien-Analyst bei LBBW: „Bei der Statoil-Aktie ist die Korrelation zum Ölpreis sehr hoch. Außerdem ist das Unternehmen weniger stark von den Auswirkungen in Libyen betroffen als viele Mitbewerber.“ Chancen räumt der Experte auch Papieren von Total ein. Für das französische Mineralölunternehmen sprechen große Förderprojekte, die in den nächsten Jahren anlaufen sollten. Beim spanischen Konkurrenten Repsol lobt Wittmann die guten Bilanzergebnisse. Durch die Allianz mit dem chinesischen Ölkonzern Sinopec ist zudem die Finanzierung des Engagements in Südamerika gesichert.

Repsol ist auch bei Fondsmanager Hannes Loacker beliebt, außerdem ist auch der amerikanische Ölfeldausrüster Halliburton hoch gewichtet. Der von Loacker verwaltete Raiffeisen-Energie-Aktien-Fonds generierte 2010 ein Plus von 26 Prozent und schnitt damit auch im internationalen Vergleich gut ab. Noch erfolgreicher investierte im Vorjahr der Franklin Natural Resources, dessen Fondsmanager Matthew Adams aktuell rund 72 Prozent des Fondsvolumens in den USA investiert. Zu seinen Top-Positionen zählen Ölserviceunternehmen wie Schlumberger und das bereits genannte Halliburton.

Eine indirekte, aber durchaus profitable Ölinvestmentmöglichkeit ist der Kauf von Russland-Aktienfonds. Dort sind zwar nicht nur Energieunternehmen vertreten, sondern auch Aktien anderer Branchen. Allerdings hängt das ganze Land sehr stark vom Ölpreis ab. Der Pioneer Russia Stock erzielte zum Beispiel 2010 ein Plus von 43 Prozent.

Der hohe Ölpreis kommt auch der Alternativenergie zugute, weil sich viele Ökomodelle erst dann rechnen. Ein Blick auf die Fondsbilanz zeigt allerdings, dass Ökoenergieprodukte im Vergleich zu herkömmlichen Energiefonds momentan klar im Abseits stehen, weil viele Solaraktien unter dem hohen Konkurrenzdruck leiden. LBBW-Experte Schallenberger: „Als einziges Argument spricht die günstige Bewertung jetzt für Ökoaktien. Ich würde als Anleger trotzdem lieber bei klassischen Ölinvestments bleiben.“

– Carolina Burger

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