Mehr Urlaub für weniger Geld: FORMAT gibt Tipps für günstige Flüge und Hotelzimmer

Die Reisebranche posaunt es laut hinaus: Urlaub ist 2010 so günstig wie nie zuvor. FORMAT erklärt, warum die Preise purzeln und wo mehr Urlaub für kleiner werdende Budgets möglich ist.

„Wer heuer noch ans Mittelmeer fliegt, ist selbst schuld“, behauptet Sunny-Islands-ReisebüroChefin Sylvia Marek. Dass die Preise für Fernreisen fallen, wenn in Europa der Frühling kommt, ist nicht neu. Heuer fällt die Buchung aber viel leichter, rasselten die Preise zu Saisonwechsel doch gleich um ein Viertel nach unten.

Karibische Zustände am Mittelmeer
Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise locken Hotels in Jamaica, Barbados und anderen Urlaubsparadiesen mit zusätzlichen Gratis-Goodies, um ihre Klientel bei der Stange zu halten. Cocktails am Strand gibt es ebenso umsonst wie Wellness-Anwendungen oder Dinner for two. Zur Freude der Reiselustigen herrschen aber auch am Mittelmeer solch „karibische Zustände“. Wegen der sinkenden Reiselust – seit dem Vorjahr schrumpfte die Tourismusbranche weltweit um vier Prozent, die Buchungszahlen sackten teils um bis zu 20 Prozent ab – lassen Hotels, Transportunternehmen, Reiseveranstalter und Tourismusorganisationen die Hosen runter. Zusätzlich zeigt der gesunkene Ölpreis Wirkung. „2009 war Reisen wegen des hohen Kerosinpreises richtig teuer. Der Flugzeugtreibstoffpreis war in der Spitze doppelt so hoch wie heute“, erklärt Reinhard Kotzaurek, Chef von Thomas Cook Österreich. Nun hat sich das Blatt gewendet. Folge: Preissenkungen von durchschnittlich acht bis 15 Prozent. Gürsel Erel, Chef des Reiseveranstalters Bentour: „Zwischen 2007 und 2009 sind die Reisepreise teils um 15 Prozent gestiegen. Eine Korrektur war sowieso fällig.“

Günstige Luxusherbergen
Das spiegeln auch die Nächtigungspreise im Luxussegment wider. Laut dem Online-Reservierungsspezialisten hotels.com kostet eine Nacht im Fünfsternehaus in New York jetzt um 16 Prozent weniger als im März 2009. Übernachtungen in Fünfsternehäusern in Las Vegas sind gar ab 25 Dollar zu haben. Für 1.059 Euro ist auch die Woche im Luxusressort Evason Hua Hin in Thailand wohlfeil. In Dubai hat sich die Übernachtung um knapp 17 Prozent verbilligt. Dieser Trend könnte weiter anhalten, gehen doch die Urlaubsmacher immer mehr dazu über, ihre Vetriebswege auf Handel und Internet auszuweiten. Dadurch lassen sich speziell Anbieter von Unterkünften nicht mehr von wenigen großen Reiseveranstaltern unter Druck setzen. So liegen die Top-Angebote bei mehreren Buchungsplattformen für Flüge teilweise um 53 Prozent unter dem Listenpreis, bei Hotels sind es 73 Prozent (siehe auch die FORMAT-Web-Tipps ).

Mietwagen-Rabatte und Billigflüge
Bei Mietwagen gibt es ebenfalls viel Spielraum. Je nach Destination und Fahrzeuggröße liegen die Angebote von Internet-Autoportalen wie www.emietwagen.at oder www.sunny cars.at zwischen fünf und 35 Prozent tiefer als bei Anbietern wie Europcar, Hertz oder Sixt. Wer kurzfristig einen Oster-Trip nach Rom plant, bekommt bei www.emietwagen.at für den Zeitraum von 2. bis 5. April einen Kleinwagen um 122 Euro. Die Ersparnis beträgt gegenüber Europcar rund fünf Prozent, gegenüber Sixt etwa 23 Prozent. Freuen dürfen sich auch Vielflieger: Tickets bleiben nach wie vor günstig, und Branchenkenner sehen weitere Preisschlachten nahen. Aus dem Match zwischen Low-Cost-Carrier gegen Linienflieger geht der Kunde als Sieger hervor. Österreichische Reisende können wegen des Wettbewerbs der AUA/Lufthansa-Gruppe mit NIKI / Air Berlin auf Ticket-Aktionen hoffen. Schließlich gibt es auch bei den Nebenkosten vor Ort Grund zur Freude, und zwar speziell für jene, die nach Ungarn oder in die Türkei reisen. Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer: „In diesen beiden Ländern sind 100 Euro in Kaufkraft gerechnet mehr als 140 Euro wert“ (siehe Grafik ) .

Boni und Rabatte als Lockmittel
Familien kommen jetzt dank „kids for free“-Angeboten deutlich günstiger weg. So geht der Nachwuchs etwa bei der dreitägigen Mittelmeerkreuzfahrt mit dem Luxus-Dampfer MS Europa von Hapag-Lloyd, der zu Pfingsten in Nizza ausläuft, gratis an Bord. Das gilt auch bei der Fünftage­reise mit der MS Columbus von Hamburg nach Kiel sowie beim Flug mit Emirates nach Dubai, wenn zwei Erwachsene mitreisen. Zusätzliche Zuckerln: Der Eintritt zu zahlreichen Attraktionen in Dubai inklusive Metrofahrt ist frei, ein Rabattheft für die Mall of Dubai macht Einkäufe schmackhaft. Bei solchen Lockangeboten für Flug, Kreuzfahrt oder Hotel sollte man aber schnell zuschlagen, weil sie ein Ablauf­datum haben. Das gilt naturgemäß für ­Frühbucher, die Reisen querbeet um bis zu 20 Prozent günstiger bekommen. Erwin Huber, Verkaufsleiter von Alltours Österreich: „Auch die Kosten für Kinder-Incentives kann man nicht auf Dauer ignorieren. Ein Zwölfjähriger braucht am Flieger einen eigenen Sitz und isst vom All-inclusive-Buffet.“ Immer mehr Hotels, Fluglinien und Veranstalter nutzen Twitter und Facebook, um spezielle Angebote in letzter Minute zu verbreiten. Stafa Reisen, Spezialist für Angebote, steigt nächste Woche in die vernetzte Urlaubswelt ein und twittert reale Schnäppchen in die virtuelle Reisewelt.

Romana Kanzian, Robert Winter, Ingrid Krawarik

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