Lebenslang mehr Geld

Ab 21. 12. gelten für neu abgeschlossene private Zusatzpensionen Unisexregeln und niedrigere Garantiezinsen. Wer rasch handelt, kann dauerhaft mehr kassieren.

Lebenslang mehr Geld

Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen, bemerkte einst der britische Premierminister Winston Churchill. Pensionsversicherungen haben ein ähnliches Problem. Die Verzinsung fällt bei klassischen Lebensversicherungen mit im Schnitt drei bis 3,4 Prozent pro Jahr vor Kosten bescheiden aus. Dennoch gibt es keine andere Variante, die bei der privaten Pensionsvorsorge mehr Sicherheit bietet.

Schließlich sind Versicherungen die einzigen Institute, die eine monatliche Rente auf Lebenszeit, also über einen unbestimmten Zeitraum, garantieren können. Klaus Pekarek, Chef der Raiffeisen Versicherung: „Wer das finanzielle Langlebigkeitsrisiko ausschalten möchte, findet praktisch keine Alternative zu einer klassischen Pensionsversicherung“.

Männer kamen wegen ihrer niedrigeren Lebenserwartung bisher etwas günstiger davon. Ein 30-jähriger Mann, der ab dem 65. Lebensjahr eine Zusatzpension von 400 Euro aus einer Privatvorsorge anstrebt, muss zum Beispiel bei der Generali Versicherung monatlich 118 Euro über einen Zeitraum von 35 Jahren einzahlen. Eine Frau müsste, um dieselbe Pensionslücke auszugleichen, 126 Euro berappen.

Weniger Garantie

Wer gerade darüber nachdenkt, eine klassische Rentenversicherung abzuschließen, sollte sich – jedenfalls als Mann – nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Mit kommendem Jahr fällt nämlich erstens der Garantiezins von aktuell zwei auf 1,75 Prozent. Renate Schönwetter, Versicherungsexpertin der Generali, über eine weitere Ursache, warum vor allem für Männer Eile geboten ist: „Zweitens werden ab 21. Dezember neue Unisex-Tarife eingeführt. Das heißt, Versicherer dürfen keine Unterschiede mehr bei den Prämien für Männer und Frauen machen.“ Besonders betroffen ist bei Pensionsversicherungen das starke Geschlecht. Männer müssen bei Vertragsabschluss ab 2013 mit einer Mehrbelastung rechnen. Für Frauen wird es möglicherweise etwas günstiger. Zwar sinkt der Garantiezins, aber dafür gelten attraktive Umrechnungsfaktoren des angesparten Kapitals in eine lebenslange Pension.

Bei reinen Risikotarifen, die etwa dazu abgeschlossen werden, um die Hinterbliebenen vor Kreditschulden zu bewahren, werden Frauen dagegen künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Prämie steigt für sie laut ersten Berechnungen der Branche um 25 bis 30 Prozent.

Tipps für den richtigen Tarif

Neben Unisex und tieferem Garantiezinssatz spielt die zunehmende Lebenserwartung für Pensionsversicherungen eine entscheidende Rolle. Jedes Jahr steigt die statistische Lebenserwartung um etwa drei Monate. Das bedeutet, dass sich auch die Auszahlungsphase immer mehr verlängert.

Wer sich bereits bei Abschluss der Polizze für eine Pensionsversicherung mit garantierter Rententafel entschieden hat, braucht sich um längere Lebenszeiten keine Gedanken machen. In solchen Verträgen gelten über die gesamte Laufzeit die heute gültigen Umrechnungsfaktoren. Ist die Rente dagegen nicht garantiert (wie zum Beispiel bei Er- und Ablebensversicherungen), wird die künftige Auszahlung erst bei Rentenbeginn kalkuliert. Achtung: Rententarife sind in der Basisvariante so berechnet, dass die monatliche Rente nur so lange ausbezahlt wird, solange der Pensionist lebt. Sollen die Erben den eventuell vorhandenen Restbetrag erhalten, bedarf es einer Sondervereinbarung.