Kreditnehmer jubeln: Euribor tiefer als ein Prozent

Der 3-Monats-Euribor befindet sich seit Oktober 2011 auf Talfahrt und rutschte Anfang der Woche sogar unter die magische Ein-Prozentmarke. Der Track- Rekord ist jedenfalls sehenswert: Bis Redaktionsschluss fiel der Euribor 50 Handelstage in Folge. Zum Vergleich: Noch im Juli des Vorjahres lag der Zinssatz über 1,6 Prozent.

Da der 3-Monats-Euribor nicht nur ein Maß für die Konditionen am Interbankenmarkt ist, sondern den meisten variablen Kredit- und Leasingverträgen auch als Zinsbasis dient, können sich Kreditnehmer über sinkende Raten freuen. Und die Freude dürfte anhalten, denn die Banken bedienten sich am Mittwoch mit rund 530 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Bereits im Dezember deckten sich europäische Institute mit knapp 500 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 1,0 Prozent und drei Jahren Laufzeit ein. Dementsprechend entspannt ist die Lage am Interbankenmarkt.

EZB sorgt für Überschussliquidität

Zu diesem Schluss kommt auch Raiffeisen-Bank-International-Experte Gottfried Steindl: „Im Gesamtsystem herrscht nun durch die EZB-Maßnahmen eine Überschussliquidität. Der Euribor wird daher weiter unter Druck bleiben und sich bis Ende März Stück für Stück auf die Marke von 0,9 Prozent zubewegen. Danach werden wir die Lage neu beurteilen und das Kursziel anpassen. Es könnte gut sein, dass sich die Notierungen bis Juni weiter abschwächen. Das war auch 2009/10 so, als die EZB den Banken mit Liquidität zu Hilfe eilte, um eine Kreditklemme zu verhindern. Damals fiel der Euribor ebenfalls deutlich unter den Leitzins. Eine Leitzinssenkung der EZB erwarten wir heuer allerdings nicht.“

Achtung: Wer demnächst einen Kredit braucht, sollte aufpassen, dass nicht im Gegenzug überhöhte Zinsmargen verrechnet werden.

Jochen Hahn

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik