Kalkulation eines Musterfalls: Was Kredit-
sanierung samt Umschichtung in Euro kostet

Es drohen um ein Drittel höhere Monatsraten bei der Umschuldung eines Franken-Darlehens in einen Euro-Kredit.

Kreditnehmer, die ein Darlehen im Schweizer Franken abgeschlossen haben, haben aktuell an mehreren Fronten zu kämpfen: Einerseits liegen zahlreiche Tilgungsträger hinter den Ertragserwartungen zurück. Andererseits legen die österreichischen Banken Kunden nahe, ihren Fremdwährungskredit
in eine Euro-Obligation zu konvertieren.

Zielgröße klar verfehlt
Wie stark sich die zu optimistischen Ertragsprognosen auf den Status einer Verschuldung im Schweizer Franken auswirken können, zeigt das folgende Musterbeispiel: Wer vor zwölf Jahren einen 250.000-Euro-Fremdwährungskredit aufgenommen hat, müsste die Monatsrate für den Tilgungsträger von 1.342 um 443 Euro auf 1.785 Euro erhöhen, um mit der bisher erzielten niedrigen Rendite doch zum Ziel zu kommen. Der Tilgungsträger von FinanceLife brachte zwischen 1996 und 2008 nur 2,83 Prozent jährlichen Ertrag und verfehlte damit die Zielgröße von 6 Prozent klar. Die Kon­sequenz daraus: Wer den Kredit über 250.000 Euro sanieren möchte, hat bis zum Ende der Laufzeit in elf Jahren eine 443 Euro höhere monatliche Gesamtbelastung zu tragen als bisher.

Zusätzlich 222 Euro im Monat
Wer seinen bestehenden Kredit in eine Verschuldung in Euro umwandelt, steht vor einem weiteren Pro­blem. Die Monatsrate steigt um zusätzliche 222 Euro. Insgesamt erhöht sich damit die Gesamtbelastung in diesem Musterfall von 1.342 Euro auf 2.007 Euro monatlich. Und weitere Zinsgewinne wie zwischen 1996 und heute, die sich auf 52.500 Euro summierten, sind nicht mehr lukrierbar. Peter Wageneder, Chef des Vermögensberaters AAA Strategic Finance (im Bild): „Es ist für viele Kreditnehmer schon ein Desaster, wenn sie ihre Schulden wegen der schlechten Per­formance des Tilgungsträgers sanieren müssen. Wenn man darüber hinaus Kreditnehmer jetzt dazu zwingt, die Franken-Schuld in einen Euro-Kredit umzuwandeln, kann sich das niemand mehr leisten.“

Von Martin Kwauka und Robert Winter

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