In der Zwickmühle: Halbe Prämie, notorische Ertragsschwäche

FORMAT analysiert, ob weitere Einzahlungen in Zukunftsvorsorgeprodukte noch sinnvoll sind, nachdem der Staat die Prämie auf 4,25 Prozent zurückstutzte.

Vor mehr als neun Jahren ging die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge an den Start. Unerfreulich ist, dass Finanzministerin Maria Fekter heuer die staatliche Prämie von 8,5 auf 4,25 Prozent halbierte. Viel schwerer wiegt, dass nach dem Börsenabsturz ab 2008 klar wurde, dass die anfänglich optimistischen Kalkulationen nicht zu halten sind. Die Wurzel des Übels liegt in der bei Zukunftsvorsorge-Vehikeln obligatorisch vorgesehenen Aktienquote.

Ab 2003 waren verpflichtend 40 Prozent der Prämien in Wiener Aktien und Papiere ausgesuchter Osteuropabörsen zu investieren. Die Mindestquote wurde in der Folge auf 30 Prozent reduziert. Geholfen hat das jenen Anlageprodukten, die bereits notleidend geworden waren, auch nichts. Hatten doch viele der Vorsorgepolizzen und -fonds ab 2009 ihr Risikobudget verbraucht und fahren mit ertragswirksamen Aktienquoten von null oder einigen wenigen Prozent dahin.

Das zeigt sich etwa im Fall der Fondslösung der Volksbank namens Austro-Garant (ISIN AT0000647383). Wer zum Start Mitte Mai 2003 in den Fonds einzahlte, blickt aktuell auf eine Gesamtrendite von 48 Prozent. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn seit Herbst 2009 tritt der Vorsorge-Fonds mit einem Gesamtertrag von 0,1 Prozent auf der Stelle (s. Chart). Dabei wurden zwei Probleme schlagend: Einerseits kamen die Kurse von Wiener Aktien nicht mehr in Fahrt, andererseits drückten die 1,9 Prozent Kosten, die jährlich für die Kapitalgarantie anfallen, auf das Ergebnis. Mäßig kam der Zukunftsvorsorge-Spezialfonds Ertrag & Garantie der Uniqa (AT0000505318) über die Runden. Das liegt einerseits daran, dass das Produkt 2006 an den Start ging und damit den starken Aufschwung der Wiener Börse in den Jahren davor verpasste. Darüber hinaus trübt die Gesamtkostenquote von 3,1 Prozent das Ergebnis. Stichwort Ergebnis: Seit dem Start verlor der Spezialfonds, obwohl die Tendenz seit 2009 steigend war, insgesamt 2,1 Prozent. Selbst bei dem für Zukunftsvorsorgeprodukte typischen Ansparen in Raten und Zuzahlungen per Einmalerlag blieb Anlegern zwischen Anfang 2006 und Ende des Vorjahres nur ein Gesamtertrag von 2,9 Prozent. Auch nach Berücksichtigung der staatlichen Prämien fällt die Bilanz mit einer Gesamtrendite von 5,9 Prozent nur wenig besser aus.

Überprüfung im Einzelfall

Wie die Beispiele zeigen, ist im Einzelfall zu klären, ob ein Zukunftsvorsorgeprodukt Erträge bringt oder ob es zu jenen zählt, die an notorischer Schwäche leiden und bei denen man weitere Einzahlungen aussetzen sollte. Auf jeden Fall sollte die kommende Diskussion über eine etwaige Reform der Zukunftsvorsorge aufmerksam beobachtet werden. Ein möglicher Ausweg ist auch eine Auszahlung in Form einer Dreijahresrente. S-Versicherungs-Vorstand Heinz Schuster: "Voraussetzung ist eine deutliche Reduktion des Arbeitsverdienstes.“

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