Immobilienpreise: Österreicher parken ihr Vermögen in Häusern und Grundstücken

Trotz Konjunkturrückgang steigen die Immo-Preise in guten Lagen. FORMAT zeigt, was sich Mieten und Eigentumspreise entwickeln.

Wer sich Ende 2007 im oberösterreichischen Gmunden ein Domizil zugelegt hat, kann sich die Hände reiben. Allein im Vorjahr zog der Quadratmeterpreis für eine neue Eigentumswohnung in der Stadt am Traunsee um 17,4 Prozent auf 2.700 Euro an. Solche Preissprünge sind jedoch selbst bei Topwohnungen in ausgesuchter Lage die Ausnahme. So stiegen etwa die Preise von neuen Eigentumswohnungen in den Wiener Nobelbezirken Hietzing, Währing und Döbling im Vorjahr um vergleichsweise moderate 5,5 bis 6,4 Prozent. Dagegen müssen Wohnungseigner, die sich im 14. Wiener Bezirk eingekauft haben, Abstriche machen.

Immobilien als Vermögensparkplatz
Immobilien gelten gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten als sicherer Hafen für Geld. Thomas Malloth, Bundesobmann der Immobilientreuhänder: „Seit dem Vorjahr hat sich der Trend zum Eigentum verstärkt, das Vermögen wird tatsächlich in Immobilien geparkt.“ Wie sich die Flucht der ­Österreicher in Sachwerte in den Preisen von Grund­stücken, Häusern, Wohnungen und Mieten niederschlägt, zeigt der „Immobilienpreisspiegel 2009“ der Immo-Makler. Wer alle Daten und Fakten zum österreichischen Immo-Markt nachlesen möchte, kann den Immo-Preisspiegel beim Fachverband der Immobilientreuhänder um 35 Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Versandspesen bestellen (Infos unter
www.wkimmo.at ), Telefon 01/522 25 92).

Preisanstieg in Wien und Salzburg
Wie das Immo-Barometer belegt, spielen erstklassige Lage, günstige Verkehrsanbindung, ein reiches Kulturangebot sowie der lokale Arbeitsmarkt bei der Preisentwicklung der Immobilien die Hauptrollen. So sind etwa die Stadt Salzburg und das Wiener Zentrum bereits seit Jahren ein teures Pflaster für Immobilienkäufer. In Zahlen: Für eine neue Eigentumswohnung sind in der Mozartstadt bereits 3.714 Euro pro Quadratmeter (plus 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr) zu berappen, wer im ers­ten Wiener Bezirk wohnen möchte, muss sogar 5.380 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch blättern. Eugen Otto, Chef des Immobilienmaklers Otto: „Gerade in schwierigen Zeiten ist das Topsegment am wertstabilsten. Immobilien in guter Lage und sehr guter Ausstattung werden immer rarer. Seit Jänner ist die Nachfrage in Wien extrem gestiegen. In Salzburg gibt es nur noch sehr wenige Eigentumswohnungen im Zentrum. Das treibt die Preise.“

Ladenhüter Reihenhaus
Bei gebrauchten Eigentumswohnungen fallen die Wertsteigerungen im Schnitt wesentlich geringer aus, in Deutschlandsberg oder Murau fielen die Preise sogar um mehr als zehn Prozent. Experte Malloths Tipp für jene, die ihre Immobilie verkaufen wollen: „Ich kann jedem Besitzer einer Eigentumswohnung nur raten, das Objekt vor einem Verkauf zu sanieren. Ansonsten drohen Preisabschläge bis zu 35 Prozent.“ Die stringente Kreditvergabe der Banken hinterlässt besonders bei Reihenhäusern ihre Spuren. Malloth: „Die Preise stagnieren. Das wird sich so schnell nicht ändern, weil selbst Kaufwillige mit mittlerem Einkommen keine Finanzierung mehr zustande bringen. Wegen der harten Bonitätsprüfung und den Ansprüchen an die Sicherstellungen, die oft bereits der Höhe des Kaufpreises entsprechen, kommen rund zehn Prozent der Interessenten nicht mehr zum Zug.“

Büroimmobilien stagnieren
Bei Büro-, Geschäfts- und Gewerbe­immobilien ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage angesichts der schwachen Konjunktur auch im zweiten Halbjahr nicht anspringt. Nur wenig Sorgen muss man sich selbst bei steigenden Mieten um die Geschäfte auf Flaniermeilen wie der Wiener Mariahilfer Straße, dem Kohlmarkt oder der Kärntner Straße machen, an deren Schaufenstern wöchentlich mehr als 300.000 potenzielle Kunden vorbeischlendern. Die Mieten für Geschäftslokale in Gegenden mit erheblich weniger Frequenz blieben dagegen stabil. Wer sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, ist wegen der Werthaltigkeit auch weiter gut beraten, sich in Ballungszentren oder deren Umfeld anzusiedeln. Wer günstig einsteigen will, sollte in Regionen mit bereits fallenden Preisen gehen. Dazu zählt das südliche Waldviertel, wo die Makler den Preiskampf eröffnet haben. Bundesobmann Malloth: „Wegen der schwachen Konjunktur wird sich die Politik Gedanken zur Stimulierung des Immobilienmarktes machen müssen. Ich kann beispielsweise nicht verstehen, warum die Kosten für den Ausbau eines Rohdachbodens noch immer über 67 Jahre abzuschreiben sind. Eine Abschreibung über fünf oder zehn Jahre würde helfen.“

Von Robert Winter

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