Happy Bithday: Börsen-Guru Warren Buffet feiert am 30. August seinen 80. Geburtstag

Investmentlegende Warren Buffett feiert seinen 80. Geburtstag. FORMAT analysiert, wie er es zu 47 Milliarden Dollar brachte und was Anleger von ihm lernen können.

Er braucht weder Computer noch Handy, fliegt aber mit dem ­Privatjet durch die Lande. Warren Buffett könnte sich, wenn er wollte, alles leisten. Schließlich ist der Chef des US-Firmenkonglo­merats Berkshire Hathaway mit einem Vermögen von 47 Milliarden Dollar der dritt­reichste Erdenbürger. Doch das bedeutet ihm wenig: Zu seinem 80. Geburtstag am 30. August wird er wie seit Jahrzehnten wahrscheinlich Kirsch-Cola trinken und könnte bei McDonald’s einkehren.

Seine Leidenschaft für Coca-Cola ist legendär. Im Alter von sechs Jahren verdiente er seine ersten Cent mit dem Verkauf von Cola-Flaschen. Heute besitzt er 8,7 Prozent des Getränkemultis, allein dieses Aktienpaket ist rund 11,2 Milliarden Dollar schwer und damit die Top-Position des mehr als 52,5 Milliarden Dollar schweren Aktiendepots von Berkshire Hathaway. Coca-Cola ist ein gutes Beispiel für den Investmentansatz von Warren Buffett, der Aktien nur dann kauft, wenn sie sich nach intensivem Studium der Bilanzen als unterbewertet erweisen. Außerdem kauft er nur Aktien von Unternehmen, deren Produkte er versteht – so ging die Internetblase spurlos an ihm vorüber. Coca-Cola war dagegen ein Volltreffer: 1980 kostete eine Aktie 1,20 Dollar. Seither legte das Papier um insgesamt 4.567 Prozent auf 56 Dollar zu. Obwohl die Cola-Aktie seit Mitte der 90er-Jahre rund 20 Prozent an Wert verlor, bleibt Buffett ihr treu, weil er vom langfristigen ­inneren Wert überzeugt ist.

Lohn des langen Atems  

Das macht sich auch für die Aktionäre von Berkshire Hathaway bezahlt. Investoren, die bereits vor 20 Jahren in das Papier eingestiegen sind, konnten ihren Einsatz seither auf das 18fache vermehren. Das sind immerhin um 1.500 Prozent mehr, als mit den US-Aktien des S&P 500 seit August 1980 zu verdienen war. Wer glaubt, dass es mit den Kursanstiegen auch in Zukunft so weitergeht, hat aber eine Hürde zu überwinden, kostet doch eine Berkshire-Aktie aktuell 116.390 Dollar. Für Kleinanleger gibt es eine zweite Aktientranche des Unternehmens mit dem Beinamen „Baby-Berkshire“ um 77 Dollar.

Investoren, die an der Börse nicht nur auf das schnelle Geld aus sind, können sich das breit gestreute Veranlagungskonzept Buffetts zum Vorbild nehmen. Im Versicherungsbereich zählen etwa der Autover­sicherer Geico und die Rückver­sicherer ­General Re und Swiss Re zum Firmen­imperium von Berkshire. Darüber hinaus besitzt das Konglomerat den Mischkonzern Marmon, McLane aus dem Lebensmittelbereich und auch den Teppicherzeuger Shaw sowie den Schokoladeproduzenten See’s Candies. Dazu kommen Unternehmen aus der Mode- und Medienbranche.

Der größte Coup gelang Berkshire Hathaway jedoch im vorigen November, als der Konzern den amerikanischen Eisen­bahnriesen Burlington Northern Santa Fe um 44 Milliarden Dollar schluckte.

Verluste aushalten  

Auf den ersten Blick sieht der Werdegang des Multimilliardärs wie eine Einbahnstraße aus. Aber Warren Buffett, der knapp 36 Prozent von Berkshire Hathaway besitzt, musste auch herbe Rückschläge verkraften. So gestand er im Aktionärsbrief von 2007 ein, dass der im Jahr 1993 erfolgte Kauf von Dexter Shoe das schlimmste Geschäft war, das er jemals abgeschlossen hatte. 2008 wiederum wurde die Beteiligung am Ölkonzern ConocoPhillips wegen des fallenden Ölpreises zum Desaster, gingen dadurch doch einige Milliarden Dollar den Bach runter. Für die ­Aktie des Konglomerats war 2009 ein durchwachsenes Jahr – sie schnitt schlechter ab als der S&P-500-Index. Das war bis dahin seit 1980 nur sechsmal der Fall.

Auch das 2. Quartal 2010 wird Buffett nicht so schnell vergessen. Der Altmeister der Geldanlage verbrannte sich mit Wetten auf steigende Aktienmärkte die Finger und setzte damit 1,4 Milliarden Dollar in den Sand. Sorgen macht sich Buffett deshalb trotzdem nicht, peilt er doch bis zum Jahres­ende ein gutes Gesamtergebnis an.

Wetten eingehen  

Dass Warren Buffett nicht auf kurzfristige Spekulationen setzt, sondern langfristig an Aktien (und seine Lebenserwartung) glaubt, beweist auch seine Wette mit Protégé Partners vom November 2009. Geht es nach Buffett, so werden die US-Aktien des S&P 500 in den nächsten zehn Jahren mehr Ertrag bringen als fünf von Protégé Partners gelenkte Hedge-Dachfonds. Bei der Wette geht es um eine Million Dollar, die der Gewinner einer Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl spenden wird.
Wenn man bedenkt, dass der Selfmade-Milliardär langfristig mit 60 Prozent seiner Anlageentscheidungen goldrichtig liegt, sollten Anleger auch auf die jüngsten Umschichtungen Buffetts ein Auge werfen. So hat der bald 80-Jährige, der den Beinamen „Orakel von Omaha“ trägt, bereits im vergangenen Jahr verstärkt damit begonnen, in kurz laufende Anleihen zu investieren. Von Juni des Vorjahres bis Mitte 2010 erhöhte Buffett den Anteil von Staats- sowie Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr oder dar­unter von 16 auf 21 Prozent. Der Grund: Buffett rechnet wegen des steigenden US-Defizits und der Geldmengenausweitung mit steigender Inflationsgefahr.

Geld ist nicht alles  

Jüngst war Geld­magnet Buffett, der zeit seines Lebens besonders sparsam, aber nicht knausrig war, auf einem ungewöhnlichen Feldzug. Mit Microsoft-Boss Bill Gates im Schlepptau forderte er 70 US-Milliardäre dazu auf, die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. 40 ließen sich überreden, darunter „Star Wars“-Erfinder George Lucas, Bankier David Rockefeller, Hotel-Erbe Barron Hilton und CNN-Gründer Ted Turner. Der Auftritt der beiden ­Superbosse in Deutschland blieb jedoch ohne Erfolg. Keiner der Betuchten war von der Idee zu begeistern. Bleibt immer noch die Chance in China: Dort werden Warren und Bill im Herbst die Klinken der superreichen Chinesen putzen.

Robert Winter, Ingrid Krawarik

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