Griechenland hat bis 15. Mai Luft zum Atmen

Petros Christodoulou, der Chef der griechischen Schuldenagentur (GDMA), erklärte, dass durch die Zinszahlungen vorerst ein Zahlungsausfall vermieden werden konnte. Das ist aber nur ein Akt im Hellas-Schulden-Drama.

Anders als bei den meisten anderen Bonds hatte Griechenland bei diesen Papieren mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2016 keinen Umtausch angeboten, wie Christodoulou erklärte.

Ein Großteil griechischer Bonds war vor wenigen Wochen von privaten Investoren für Papiere mit einem geringeren Nennwert und einer längeren Laufzeit eingetauscht worden. Dieser Schritt galt als eine Voraussetzung für die geleistete Finanzhilfe der internationalen Staatengemeinschaft.

Die Bonds, um die es Dienstag ging, wurden jedoch nicht nach griechischem, sondern nach ausländischem Recht begeben - und fielen deshalb nicht automatisch in den Schuldenschnitt von vor ein paar Wochen. Dieser war die größte Restrukturierung eines Staates in der Geschichte.

Am 15. Mai wird's wieder ernst

Die Entscheidungsträger in Griechenland müssen nun als nächstes bis zum 15. Mai eine Entscheidung dazu treffen, ob sie die fälligen 436 Mill. Euro auf variable verzinsliche Anleihen zahlen, die vor einem Jahrzehnt begeben wurden, oder ob sie es zu einem Zahlungsausfall kommen lassen. Auch hier handelt es sich um Bonds nach ausländischem Recht.

Derzeit ist unklar, welche politischen Lager nach den Wahlen vom Wochenende künftig die Regierung in Athen stellen werden. Möglich sind auch Neuwahlen.

Für Griechenland ist die Bedienung dieses Zinsdiensts aber bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Dazu genügt ein Blick auf die zukünftig anfallenden Belastungen aus den horrenden Schulden. Insgesamt beläuft sich die Tilgung auf gut 220 Mrd. Euro, hinzu kommen Zinsen von gut 62 Mrd. Euro. In der Summe ergibt dies knapp 283 Mrd. Euro.

Daraus lässt sich eine "Schuldentabelle des Grauens" ableiten.

Jahr ...... Tilgung .... Zinszahlungen (jeweils in Mrd. €)
----------------------------------------------------------------
2012.......22.848......2.607
2013.......10.607......3.923
2014.......15.818......3.407
2015........7.045......2.793
2016........3.408......3.071
2017.......59.463......2.950
2018.......22.648......2.650
2019........5.824......2.565
2020........1.616......2.207
2021...........0........ 2.526
2022........1.307......2.931
2023........2.963......2.855
2024........4.269......2.728
2025........3.011......2.540
2026........5.558......2.412
2027........2.963......2.236
2028........3.360......2.109
2029........3.160......1.962
2030........3.245......1.827
2031........3.160......1.689
2032........3.160......1.554
2033........3.160......1.419
2034........3.474......1.284
2035........3.160......1.133
2036........3.160.........998
2037........3.293.........864
2038........3.160.........723
2039........3.160.........588
2040........3.160.........453
2041........3.160.........319
2042........3.160.........184
2043...........0.............49
2044...........0.............51
2045...........0.............52
2046...........0.............53
2047...........0.............55
2048...........0.............56
2049........2.000..........58
2050...........0.............59
2051...........0.............61
2052...........0.............63
2053...........0.............64
2054...........0.............66
2055...........0.............68
2056...........0.............69
2057.........933............71
---------------------------------
Gesamt.....220.417....62.405
---------------------------------
Gesamt ................. 282.822

Die Angaben gelten freilich nur für Altschulden.

Bloomberg/hahn

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