Generika: Hohe Profite nach Ablauf der Patentfrist

Der asiatisch-pazifische Raum entwickelt sich zur Generika-Hochburg der Welt. FORMAT zeigt, wie Anleger auf der Erfolgswelle der Nachbau-Präparate mitschwimmen.

Japan ist nach den USA der zweitgrößte Medikamentenmarkt der Welt und gilt als neues Boom-Zentrum für Generika. Da das Land der ­aufgehenden Sonne wie so viele andere Staaten Kosten im Gesundheitswesen einsparen muss, haben Nachahmermedikamente enorme Chancen.

Bis ein herkömmliches ­Medikament auf den Markt kommt, können Kosten in Milliarden-Dollar-Höhe anfallen. Allein die dritte Stufe der klinischen Tests verschlingt 50 bis 100 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Die Entwicklung eines Generikums kostet nur ein bis zwei Millionen Dollar.
Oliver Kubli, Fondsmanager des neuen Lacuna-Adamant Global Generika (ISIN LU0452756801): „In Japan werden Apotheken mittels staatlicher Anordnung dazu verpflichtet, dass 30 Prozent der verkauften Medikamente Generika sein müssen.“

2009 wurden weltweit Generika im Wert von 87 Milliarden Dollar abgesetzt, etwa ein Drittel davon im asiatisch-pazi­fischen Raum. Dieser gilt auch als der größte ­Wachstumsmotor. Bis 2020 soll der Umsatz auf 238 Milliarden Dollar steigen, 41 Prozent sollen auf Japan, Korea und Indien fallen. Zahlreiche Patentabläufe konven­tioneller Medikamente spielen den Generika-Unternehmen zusätzlich in die Hände.

Joint Ventures als Treiber

Durch die Überalterung wird vor allem in Korea und Japan viel Geld in Gesundheit inves­tiert. Auch die chinesische Gesundheitsreform sorgt für den Ausbau der Infrastruktur. 90 Prozent aller Chinesen sollen eine medizinische Grundver­sicherung erhalten, aktuell ist nur ein Fünftel bei einer öffentlichen Krankenkasse ­versichert. Michael Sjöström, Fondsmana­ger des Pictet Generics (ISIN LU0255978776): „Generika haben in Japan und in ganz Asien eine große Zukunft vor sich, weil dort noch sehr viel Aufholbedarf herrscht. Unter den einschlägigen Aktien zählen Sawai, Nichi-Iko und Towa zu meinen Favoriten.“ Nichi-Iko hat erst kürzlich mit dem französischen Pharmariesen Sanofi-Aventis ein Joint Venture gegründet. Die größten Positionen im Sjöström-Fonds nehmen neben den japanischen Firmen das israelische Unternehmen Teva und Hikma aus Jordanien ein. Breiter aufgestellt ist der Lacuna-Adamant Asia Pacific Health (ISIN LU0247050130), der zu 30 Prozent in Generika und zu 35 Prozent in Pharmafirmen ­investiert. Kleinere Positionen im Fonds sind Medizintechnik- sowie Biotech-Unternehmen. Fondsmanager Kubli: „In Asien wachsen die Medikamentenumsätze zweistellig. Ich setze auf das indische Generika-Unternehmen Piramal und auf die Nummer eins in Korea, Dong-A. Der Konzern punktet mit Innovationen und expandiert international.“

Zukunft gehört Biosimilars

Während Generika erst ­langsam den Weltmarkt erobern, stehen schon wieder neue Medikamen­te in den Startlöchern. Biosimilars sind Generika von Biotechprodukten, von denen 2010 die ersten Patente ablaufen. Fondsmanager Kubli rechnet mit Schwierigkeiten beim Nachbau: „Da geht es ja nicht nur um die Formel, sondern auch um das Verfahren. Trotzdem halte ich Biosimilars für die Wachstumstreiber der Zukunft.“

– Ingrid Krawarik

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