Geldanlage-Tipps von Henning Gebhardt

FORMAT: Vergangenen Montag kündigte Ministerpräsident Giorgos Papandreou überraschend eine Volksabstimmung zum Schuldenschnitt und zu den nötigen Sparmaßnahmen Griechenlands an. Ist das in der Vorwoche geschnürte Rettungspaket damit gescheitert?

Gebhardt: Die Lösung der Staatsschuldenproblematik wird uns noch einige Zeit intensiv beschäftigen. Neben Papandreou hat auch Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi mit seiner Aussage, sich bei seinen Entscheidungen nicht dreinreden zu lassen, für Unruhe gesorgt. Es bleibt zu hoffen, dass das EU-Rettungspaket dennoch umgesetzt wird, weil die Politik nicht mehr viele Schüsse hat, um die Finanzmärkte zu beruhigen.

FORMAT: Die Börsen haben sich im Oktober deutlich erholt. Droht nun ein neuerlicher Rückschlag? Und welche Taktik sollten Anleger verfolgen?

Gebhardt: Die Aktienmärkte werden weiter stark schwanken. In nächster Zeit ist eine defensive Strategie die beste Wahl. Ich rate Investoren, ihr Pulver trocken zu halten und einen Teil ihres Geldes in Cash zu halten. Von der Bewertung her sind Aktien weiterhin günstig. Dennoch müssen Anleger darauf achten, wie die weitere Gewinnentwicklung der Börsenkonzerne ausfällt. Bei vielen Konzernen werden die Profitschätzungen im Moment nach unten korrigiert. Diese Tendenz wird noch einige Monate anhalten. Eine Besserung stellt sich in der Regel erst ein, wenn die Phase der Gewinnrevisionen abgeschlossen ist.

FORMAT: Angenommen, ich gebe Ihnen 10.000 Euro zur Veranlagung. Wie investieren Sie mein Geld?

Gebhardt: Ich bevorzuge eine Kombination aus Unternehmensanleihen und Einzelaktien mit hoher Dividendenrendite sowie Währungen aus den Schwellenländern. Bei Aktien sind Papiere weltweit tätiger Großkonzerne, bei denen das Wachstum intakt und deren Geschäftsmodell nicht einfach kopierbar ist, meine erste Wahl. Defensive Sektoren wie Telekom und Versorger sind jetzt keine gute Idee. Das gilt auch für Papiere aus dem Einzelhandelssektor. Dagegen zählen Aktien aus den Bereichen Automobil, Luxusgüter und Industrie zu meinen langfristigen Favoriten.

FORMAT: Wird es an den Börsen noch ungemütlicher, wenn die Ratingagenturen ihre Einschätzungen für Staaten nach unten revidieren?

Gebhardt: Es ist schwierig, in die Köpfe der Ratingagenturen hineinzuschauen. Ich glaube, dass sich noch einige Ratings verschlechtern werden. Das kann weiter Verunsicherungen an den Finanzmärkten bringen.

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