Geldanlage 2011: Wie Sie richtig investieren

Bei der Geldanlage werden die Karten neu gemischt. FORMAT zeigt, mit welchem Vermögensmix Sie Ihren Einsatz in den nächsten Monaten am schnellsten vermehren können.

Dagobert Duck ist berühmt für seine Knausrigkeit. Aber eines muss man der erfolgreichsten Ente der Welt lassen: Beim Anhäufen ihres gigantischen Vermögens ist sie kaum zu schlagen. Wie die Walt-Disney- Figur die Geldvermehrung anstellt, bleibt allerdings ein Rätsel. Denn Dagoberts Taler liegen, soweit bekannt, unverzinst im Geldspeicher gebunkert.

Die meisten Österreicher brauchen keinen Geldspeicher und sollten es sich auch nicht leisten, zuzusehen, wie ihr Kapital am Sparbuch bei den aktuell geringen Zinsen inflationsbedingt Schritt für Schritt an Kaufkraft verliert. Aber was tun, um das Ersparte wenigstens ein bisschen zum Arbeiten zu bringen? Wo ist die höchste Rendite zu erwarten, welcher Anlagemix verspricht den größten Erfolg? Das sind Fragen, die wegen der schlechten Erfahrungen, die viele Anleger während der Finanzkrise gemacht haben, heute besonders unter den Nägeln brennen.

Dabei ist das Umfeld der Finanzmärkte derzeit gar nicht schlecht dafür, die eigene Geldanlage neu zu positionieren. Die Prognosen, was in den nächsten Monaten an den Finanzmärkten zu holen sein wird, sind relativ einheitlich. FORMAT liefert Tipps dazu. So können etwa jüngere Anleger, die erste Ersparnisse in der Größenordnung von 10.000 Euro investieren wollen, Sparbücher, Wohnbauanleihen und breit gestreute Anleihenfonds als solide Basis wählen. Für Zusatzerträge sorgt der Aktienanteil von 30 Prozent.

Wer schon besser situiert ist und 25.000 Euro oder mehr ins Spiel bringen will, kann auf der Risikoleiter eine Stufe nach oben klettern und die Aktienquote weiter erhöhen. Menschen, die ihre Schäfchen großteils bereits im Trockenen und 100.000 Euro oder mehr verfügbar haben, sollten Geld in der momentanen Situation sogar großteils in Aktien investieren.

Kursfeuerwerk nach Krise

Seit März 2009 haben die weltweiten Börsen enorm viel Boden gutgemacht. So hat zum Beispiel der S&P-500-Aktienindex an der Wall Street seit seinem Tief um 88 Prozent zugelegt. Damit wiederholt sich die Geschichte, folgte doch jeder Börsenkrise der vergangenen 15 Jahre eine Periode nachhaltiger Erholung. Diese fällt bei weltweiten Aktien sogar noch deutlicher aus. Dank der Börsenrally liegen die Kurse im Vergleich zu Anfang 2008 – also vor der Krise – im Schnitt nur mehr knapp zwölf Prozent unter Wasser. Selbst bei den unter die Räder gekommenen österreichischen Immoaktien steht nur noch ein Verlust von rund 23 Prozent zu Buche. Dass Aktien auch weiterhin die erste Wahl sind, legt der direkte Vergleich mit Staatsanleihen nahe. Dividendenwerte sind im Vergleich zu Staatsanleihen – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis – an den Börsen der Schweiz, Deutschlands, Österreichs und der USA günstig bewertet.

Erika Karitnig, Aktienchefin der Bawag-Fonds, meint: „Aktien haben heuer bei mir ein grünes Hakerl. Die Bewertung ist im langfristigen Vergleich noch günstig. Im Gegensatz zum Vorjahr zeigen die etablierten Börsen Stärke, bei Schwellenländerpapieren ist wegen der steigenden Inflation Vorsicht geboten. In Deutschland wird die Aktienrally weitergehen. Ich traue dem Leitindex DAX zu, dass er bis April auf 8.000 Punkte steigt.“ Damit wäre das Vor-Lehman-Niveau wieder erreicht. Ebenfalls optimistisch ist Robert Karas von der Schoellerbank: „Die Papiere von Microsoft, Total, Coca-Cola und Vodafone sind günstig bewertet. Generell sind die Schwergewichte der Industrieländerbörsen, die im Global-Titans-50-Index enthalten sind, mit einem Kurs-Gewinn- Verhältnis von 13 billig.“

Wie günstig die Aussichten für Dividendenwerte sind, zeigt auch die aktuelle Einschätzung des deutschen Untergangspropheten Max Otte. Gegenüber dem Magazin „Focus Money“ ließ sich der Experte sogar zu Aktientipps hinreißen. In Summe gibt Otte dem deutschen Leitindex DAX die Chance auf weitere Kursanstiege von 1.000 bis 1.500 Punkten.

Alles, was glänzt

Auch Gold zählt weiterhin zu den Favoriten vieler Experten. Beim Engagement in das gelbe Edelmetall haben Anleger die Wahl, physisches Gold im Safe zu horten oder in Goldschürfer- Aktien zu investieren. Letztere Variante wird vom französischen Fondshaus Carmignac, das bereits mehr als 50 Milliarden Euro verwaltet, bevorzugt. Der Grund: Die Kurse von Minenaktien steigen überproportional stark, wenn der Goldpreis nach oben klettert. Aus diesem Grund wird in den FORMAT-Musterdepots dem BlackRock World Mining Fund gegenüber körperlichem Gold der Vorzug gegeben. Um Währungsschwankungen in Schach zu halten, kommt dabei jeweils die Euro-gehedgte Variante des von Starmanager Evy Hambro gelenkten Fonds zum Einsatz.

Zusätzliches Körberlgeld können Anleger lukrieren, indem sie Aktien mit hoher Dividendenrendite beimischen. Christian Riegler, Leiter des Fondsmanagements der 3Banken-Fondsgesellschaft: „Vor allem der ausschüttungsstarke Telekomsektor wurde im Jahr 2010 von Börsianern vernachlässigt. Hier besteht Aufholpotenzial.“ Ein solches ortet Wolfgang Traindl, Leiter des Private Banking der Erste Bank, auch bei heimischen Immobilienaktien: „Trotz der Kursanstiege ist der Abschlag der Aktiennotierungen zum inneren Wert noch immer groß.“ So liegt der aktuelle Börsenkurs des Wiener Wohnimmobilien-Spezialisten conwert noch 25 Prozent unter dem Substanzwert. Bei Staatsanleihen sieht Experte Otte hingegen einen Crash nahen. Selbst wenn es nicht so dramatisch kommt, ist Vorsicht angesagt, weil zu erwartende Zinserhöhungen den Anleihen zusetzen werden.

Bröckelndes Bollwerk

Dann kommen sogar zehnjährige Anleihen Österreichs oder Deutschlands, die seit langer Zeit als sicheres Bollwerk jeder Geldanlage gelten, unter Druck. Michael Seidl, Chef der Money Service Group: „Sollte die EZB erstmals das Wort Zinserhöhungen in den Mund nehmen, werden die Kurse von Papieren mit zehnjähriger Laufzeit nach unten rasseln. Selbst eine Umschichtung in Anleihen mit kürzerer Laufzeit schafft keine Abhilfe, weil die Erträge nicht einmal ausreichen, um die Inflation zurückzuverdienen.“ Ins selbe Horn stößt Pierre de Weck, weltweiter Chef des Private Bankings der Deutschen Bank: „Ich würde den Anteil von Euro-Staatsanleihen derzeit reduzieren. Wer nach Sicherheit sucht, findet attraktivere Angebote bei Unternehmensanleihen, weil sich die Gewinne der Konzerne wieder sehr gut entwickeln.“

Deshalb lohnt es sich besonders bei festverzinslichen Papieren, auf breit gestreute Fonds zu setzen. So hält etwa der Mischfonds Carmignac Patrimoine, der sowohl im Musterdepot für die ausgewogene als auch die dynamische Veranlagung Fixstarter ist, nur 18 Prozent Staatsanleihen von Industrieländern. Unternehmenspapiere sind dagegen mit 33 Prozent deutlich prominenter vertreten.

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