"Für Frauen werden Risikolebens- und Unfallversicherungen künftig teurer“

"Für Frauen werden Risikolebens- und Unfallversicherungen künftig teurer“

FORMAT: Am 21. Dezember ist der Stichtag für die neuen Unisex-Tarife. Bis wann haben Kunden Zeit, die noch für sie günstigere Alttarife abschließen wollen?

Peter Eichler: Eines vorweg: Wir sind als Branche nicht glücklich mit den neuen Regeln, werden sie aber auf Punkt und Beistrich einhalten. Um noch den Postlauf zu berücksichtigen, werden wir ab 17. Dezember keine alten Polizzen mehr ausstellen.

Ab wann werden die neuen Unisex-Prämien feststehen?

Eichler: Etwa Mitte Oktober. Wir kalkulieren nicht nur neue Prämien, sondern denken, etwa in der Unfallversicherung, auch über ganz neue Produkte nach.

Wer kommt heuer noch günstiger weg?

Eichler: Das hängt ganz vom Produkt ab. So werden zum Beispiel für Frauen die Prämien für Unfall- und Risikolebensversicherungen künftig teurer, hier macht natürlich ein rechtzeitiger Abschluss Sinn. Als Faustregel kann man annehmen, dass Unfallversicherungen für Frauen heuer noch rund 30 Prozent und Risikolebensprämien 20 Prozent günstiger sind.

Wie sieht es in der Krankenversicherung aus?

Eichler: Das ist je nach Einzelprodukt und Alter verschieden. Bei der Spitals-Sonderklasse kommen junge Männer jetzt noch bis zu 15 Prozent günstiger davon. Ab einem Einstiegsalter von 50 bis 55 kippt es, und die Männerprämien steigen über die der Frauen. Bei unserem speziellen Sonderklassetarif, der nur bei Unfall und schweren Krankheiten greift, zahlen Frauen derzeit generell weniger.

Bei Pensionsversicherungen, die in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt werden, bekommen Männer derzeit wegen ihrer kürzeren Lebenserwartung mehr ausbezahlt als Frauen. Wie groß ist der Unterschied?

Eichler: Es kann um einen knapp zweistelligen Prozentsatz gehen. Männer, die vor dem Stichtag unterschreiben, haben also Vorteile.

Allerdings nur, wenn die Rententafel ausdrücklich garantiert ist. Was passiert, wenn im Vertrag steht: "Es gelten die bei Beginn der Auszahlung geltenden Rententafeln“ und der Auszahlungsbeginn liegt nach dem Unisex-Stichtag?

Eichler: Dann wird die Auszahlung für beide Geschlechter gleich hoch sein müssen.

Was gilt bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge?

Eichler: Dort gibt es Tarife mit und ohne garantierte Rententafeln.

Werden sich Unisex-Prämien in der Mitte einpendeln?

Eichler: Nicht unbedingt. Die Höhe hängt auch davon ab, ob sich in einer Sparte mehr Frauen oder mehr Männer versichern lassen und ob sich dieses Verhältnis künftig durch die Preisänderungen verschiebt. Im theoretischen Extremfall, dass sich ab kommendem Jahr wegen der teureren Unfallprämien keine Frauen mehr neu versichern, müsste der Unisex-Tarif dem bisherigen Männer-Tarif gleichen. In der Praxis wird das natürlich nicht passieren, aber die Versicherer müssen zur Vorsicht gewisse Risikozuschläge einkalkulieren.

Rechnen Sie mit einer Jahresend-Rally von Kunden, die noch günstiger abschließen wollen?

Eichler: Es wird sicher Vorzieh-Maßnahmen geben. Ich erwarte aber keine Schlangen vor den Geschäftsstellen.

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