FORMAT-Serie "Der Kompass für Anleger"
Teil 6: Optimierte Prozente dank Streuung

Der sechste und letzte Teil der FORMAT-Serie Anlegerkompass zeigt, wie Sie jetzt den richtigen Mix für Ihr Depot finden. Entscheidend sind breite Streuung und rechtzeitige Umschichtung.

Investoren, die am Jahresanfang 2004 mit einem Betrag von 10.000 Euro in die damals boomenden Schwellenländerbörsen einstiegen, blieben jahrelang auf der Sonnenseite der Geldanlage. Der Boom der Exo­ten­börsen ließ den Einsatz bis Ende 2007 auf mehr als 30.000 Euro in die Höhe schnellen. Nach dem rasanten Anstieg folgte im Vorjahr der tiefe Fall. Die Börsenkrise vernichtete mehr als die Hälfte des aufgebauten Vermögens. Damit waren Emerging-Markets-Aktien, die zwischen 2004 und 2007 die Nummer eins aller ­­Anlageklassen waren, im Vorjahr das ­absolute Schlusslicht.

Wechselspiel in allen Klassen
Dieses Wechselspiel von Wertgewinnen und -verlusten zeigt sich in abgeschwäch­ter Form bei sämtlichen Assetklassen. Auch Anlagen in Anleihen, Immobilienpapieren oder Rohstoffen unterliegen über Jahre hinweg mehr oder weniger großen Schwankungen. Generell schafft es kein einziges Anlagesegment über längere Zeiträume hinweg, sich ständig unter den Top-Performern zu platzieren. Gleichzeitig ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine Anlageklasse längerfristig nur Verluste bringt. Übrigens: Heuer sind Schwellenländer wieder weit vorne. Seit Anfang 2009 wurden im Schnitt schon 14,1 Prozent verdient.

Nicht alle Eier in einen Korb legen
Bereits im Jahr 1952 wies Nobelpreisträger Harry Markowitz nach, dass der langfristi­ge Veranlagungserfolg am besten zu erreichen ist, wenn das Geld breit gestreut auf unterschiedliche Anlageklassen investiert wird. Franz Xaver Jahrstorfer, Österreich-Chef der Credit-Suisse-Fonds: „Wer vor Jahren sein ganzes Geld in die damals boomenden Immobilienaktien investierte, hat mittlerweile bis zu 90 Prozent des Einsatzes verloren. Anleger, die sich von den Kursanstiegen nicht blenden ließen und nur einen geringen Anteil des Geldes in Immopapieren anlegten, haben dagegen heute kein ­Problem.“

Auf Vorjahresverlierer setzen
Noch besser erging es denjenigen, die heuer unerschocken die extrem niedrigen Immoaktienkurse zum Nachkauf nutzten: Seit den Tiefstständen haben die Papiere 50 Prozent und mehr zugelegt. Fazit: Man sollte erstens nicht alle Eier in einen Korb legen und zweitens eine Anlageklasse besonders dann aufstocken, wenn sie im Vorjahr hinterherhinkte. Drittens sollte man recht­zeitig mittels Stop-Loss-Limits die Reiß­lei­ne ziehen, wenn Aktien zu stark fallen. Auch Markus Koch, Börsenreporter für n-tv und die DWS, schwimmt mutig gegen den Strom: „Auch wenn der Cowboy-Kapitalismus Schaden erlitten hat, dürfte sich die Erholung der Aktien der Wall Street bis Jahresende fortsetzen. Noch bessere Chancen bieten Papiere aus Schwellen­ländern und – wegen des Rohstoffreichtums – aus Kanada und Australien.“

Schwellenländerwerte aufstocken
Der praktische Tipp des Experten: „Die Portfolios müssen schneller umgeschichtet werden als früher. Bei Aktien ist die ­Quote von Schwellenländerwerten aufzustocken. Aufseiten der Anleihen sind Papiere von Unternehmen mit sehr guter Bonität den jetzt nur wenig attraktiven Staatspapieren vorzuziehen. Auch Rohstoffe und Edel­metalle gehören ins Depot.“ Wer mehr über den aktuellen Marktausblick des „Börsen-Kochs“ erfahren will, kann ihn auf der fünften Veranstaltung von ­FORMAT
in Kooperation mit bankdirekt.at am 24. April im Wiener Hotel Marriott gemein­sam mit CS-Experte Jahrstorfer live ­erleben (Anmeldung unter www.bankdirekt.at ).

Bis zu fünf Prozent im konservativen Mix
Wie ein konservativer bis gebremst ­risikofreudiger Mix jetzt aussehen kann, zeigen die drei „Vermögensmandate“ der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank. Die konservative Depot-­Variante besteht zu neun Zehnteln aus ­sicheren Geldmarktpapieren und ­Anleihen. Die hoch gewichteten Geldmarktfonds haben den ­Vorteil, dass ihre Rendite rasch mitsteigt, wenn das allge­meine Zins­niveau wieder in die Höhe schnellt. Der defensive Mix zielt auf einen jährlichen ­Ertrag in Höhe des Dreimonatszinssatzes plus einem Prozent Zusatzrendite ab. Mittelfristig wären also etwa zwei bis fünf Prozent pro Jahr zu erwarten. Das ist nicht viel, reicht aber immerhin aus, um das eingesetzte Geld gegen die Inflation immun zu machen.

Mehr Aktien: höherer Ertrag, höheres Risiko
Investoren, die etwas mehr Risikoappetit haben, können mit dem ausbalancierten Portfolio mit einem durchschnittlichen Jahresertrag von drei bis sechs Prozent rechnen. Wer bei seiner Veranlagung etwas dynamischer vorgeht, kann durch die Erhöhung des auf Dauer ertragsstärkeren, aber auch schwankungsfreudigeren Ak­tienanteils die Zielrendite weiter erhöhen. Credit-Suisse-Experte Jahrstorfer: „Wer langfristig mehr Ertrag ­lukrieren will, als die Inflation verzehrt, muss das Risiko seiner breit gestreuten Geldanlage erhöhen. Dabei muss sich jeder Anleger überlegen, ob die höhere Risikoneigung noch zur persönlichen Vermögenslage passt.“

Von Robert Winter

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