FORMAT-Serie "Der Kompass für Anleger"
Teil 3: Profitieren vom Börsen-Jojo

Stark schwankende Kurse haben auch ihre positiven Seiten. Lesen Sie in der dritten Folge der FORMAT-Serie Anlegerkompass, wie man mit Zertifikaten von hohen Volatilitäten profitiert.

So schnell kann es gehen. Erst stürzte der Wiener Börsenindex ATX von seinem Rekordhoch bei 5.000 im Sommer 2007 auf nur noch 1.380 Punkte ab – ein Minus von 72 Prozent bis Mitte März 2009. Dann erholte sich das Börsenbarometer binnen weniger Tage auf 1.700 Punkte. Das entspricht einem Plus von 23 Prozent. Auch an der Wall Street geht wieder die Post ab – allein Anfang letzter Woche stiegen die Kurse um sieben Prozent, weil Finanzminister Tim Geithner ein neues Bankenrettungspaket mit einem Volumen von bis zu 1.000 Milliarden Dollar vorstellte.

Bärenmarktrallye oder Baisse-Ende?
Für Optimisten ist bereits jetzt ein Ende der Börsenkrise in Sicht. Pessimisten befürchten dagegen, dass es sich derzeit nur um eine sogenannte Bärenmarktrallye handelt – eine kurzlebige Hochphase an den Börsen, die nichts an der negativen Grundtendenz ändert. Ganz gleich, ob letztlich die Börsenbullen oder die Bären Recht behalten: Die Börsen werden mit Sicherheit noch länger ausgesprochen turbulent bleiben. An sich sind extreme Kursschwankungen, auch Volatilität genannt, für Investoren äußerst unangenehm. Mit bestimmten Zertifikaten kann man aber sogar von hohen Kursschwankungen profitieren. Heike Arbter, Zertifikate-Chefin bei der Raiffeisen Centrobank (RCB): „Man kann mit der derzeitigen Volatilität tolle Produkte wie zum Beispiel Bonuszertifikate mit besonders hohen Risikopuffern konstruieren.“

Produkte mit und ohne Fangnetz
Bei Bonuszertifikaten handelt es sich um Produkte mit Fangnetz, bei denen auch bei fallenden Kursen Gewinne möglich sind. Fallen die Kurse eines Index oder einer Einzelaktie während der gesamten Laufzeit nicht unter eine bestimmte Barriere, bekommt der Anleger eine attraktive Rendite gutgeschrieben. Wird die Barriere dagegen nach unten durchbrochen, ist der Anleger danach voll dem Kursrisiko ausgesetzt. Bei Bonuszertifikaten gibt es zwei Varianten: solche mit nach oben offenen Ertragschancen bei steigenden Kursen und solche mit Ertragslimit nach oben, dem sogenannten Cap. Den Nachteil des Caps machen diese Papiere mit tieferen Barrieren wett, sie sind also etwas konservativer. Ein aktuelles Beispiel der RCB ist das ATX-Bonuszertifikat mit Cap (ISIN AT0000A0BJE1). Das Zertifikat wird am Ende der Laufzeit im Oktober 2009 mit einem ATX von 2.200 Punkten abgerechnet. Das entspricht einer aktuellen Rendite von 12 Prozent per annum. Einzige Voraussetzung: Der ATX darf während der Laufzeit nie die tief angesetzte Marke von 1.000 berühren oder unterschreiten.

Anleitung zur Risikooptimierung
Der Nachteil der derzeit extremen Kursschwankungen: Während Bonuszertifikate mit Teilschutz relativ attraktiv gestaltet werden können, ist die Neuauflage von echten Garantiezertifikaten mit 100-Prozent-Schutz ausgesprochen schwierig – es sind deshalb kaum Produkte am Markt. Wie man mit Zertifikaten risikooptimiert investieren kann, zeigt Heike Arbter am Donnerstag, dem 2. April, bei der dritten von fünf kostenfreien Informationsveranstaltungen, die FORMAT in Kooperation mit der bankdirekt.at im Wiener Hotel Marriott durchführt. Es gibt noch wenige Restplätze, die Anmeldung ist unter www.bankdirekt.at oder unter der Telefonnummer 0810/20 10 10-1 möglich.

Basiswissen und aktuelle Tipps
Angesichts von inzwischen Abertausenden verschiedenen Zertifikaten fällt die Übersicht nicht leicht. Sehr viel Basiswissen über die verschiedenen Varianten vom sicheren Garantie- bis zum gehebelten Turbozertifikat für Zocker bietet auf 231 Seiten das kostenlose Buch „Zertifikate und Optionen“ von HSBC Trinkaus. Es kann telefonisch unter 00800/4000 9100 oder per E-Mail an zertifikate@hsbctrinkaus.de bestellt werden. Dort kann man auch monatliche oder tägliche Newsletter mit aktuellen Tipps
ordern. Nützliche Informationen plus Gratisbroschüre finden Anleger auch auf www.zertifikateforum.at. Empfehlungen zu Zertifikaten verschiedener Banken gibt ein 14-täglicher Newsletter, den man auf www.zertifikatejournal.at gratis abonnieren kann.

Hektische Zeiten für Zertifikate-Emittenten
Aktuelle Kurse bieten die Internetseiten der jeweiligen Zertifikateanbieter. Wer sich einen Überblick über die Produkte verschiedener Emittenten verschaffen will, kann zum Beispiel die Internetseiten der Onlinebroker durchforsten oder die Homepage der Zertifikatebörse Scoach ( www.scoach.de ) nutzen. Dort werden bereits über 350.000 verschiedene Produkte gehandelt. In hektischen Zeiten wie diesen kommen täglich Tausende neue Produkte dazu, weil viele Anleger ein Zertifikat suchen, das exakt auf die aktuellen Börsenkurse zugeschnitten ist. Die Zertifikate-Emittenten, so viel ist sicher, werden wohl noch länger nicht zur Ruhe kommen.

Von Martin Kwauka und Anneliese Proissl

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