FORMAT-Serie "Der Kompass für Anleger"
Teil 1: Finanzmärkte richtig analysieren

Wer in turbulenten Börsenphasen die Übersicht behält, kommt besser durch die Krise. Eine neue sechsteilige FORMAT-Serie zeigt, wie man das Beste aus der derzeitigen Situation macht.

Es könnte die wertvollste E-Mail der Börsengeschichte werden. Als am Dienstag bekannt wurde, dass Citigroup-Boss Vikram Pandit seine Mitarbeiter in einem internen Memo über einen unerwartet profitablen Jahresbeginn informierte, explodierten weltweit die Kurse. Der deutsche Aktienindex Dax stieg zum Beispiel um 5,3 Prozent, was den Wert der Aktien in wenigen Stunden um über 25 Milliarden Euro erhöhte. Die Erste Bank legte sogar um 10,2 Prozent zu, die zuletzt eher strapazierten Aktionärsnerven wurden mit einem Kursanstieg von immerhin 270 Millionen Euro besänftigt. Der Kursanstieg zeigt: Viele Investoren warten nur auf gute Nachrichten, um an den tief gefallenen Börsen wieder einzusteigen.

Der richtige Einstieg entscheidet
Die Vergangenheit zeigt, dass in der Erholungsphase nach einem Crash viel Geld zu machen ist. So stiegen die Kurse an der New Yorker Wall Street nach Börsenkrisen zwischen 66 und 190 Prozent (siehe Grafik zum Euro-Stoxx-50-Index sowie zu US-Börsebaissen ). Mit europäischen Aktien waren vom Tief zum Hoch 143 Prozent, ja sogar 313 Prozent Plus zu machen. Ob die Pandit-E-Mail tatsächlich der Auslöser ist, der letztlich den Wiederanstieg der Kurse markiert, wird erst die Zukunft zeigen. Schlechte Nachrichten könnten die gute Stimmung schnell wieder beseitigen. Praktisch alle Experten erwarten jedenfalls an den Finanzmärkten noch eine längere Phase von Turbulenzen.

Fünf Vorträge und sechsteilige Serie
Um Anlegern in stürmischen Börsenzeiten wie mit einem Kompass Orientierung zu geben, startet FORMAT jetzt eine sechsteilige Serie, wie man mit Aktien, Anleihen, Zertifikaten und Fonds langfristig möglichst viel Rendite erzielen kann. Außerdem haben FORMAT-Leser die Möglichkeit, bekannte Börsenexperten live im Wiener Marriott zu erleben. Bei der ersten von fünf Veranstaltungen, die in Kooperation mit dem Onlinebroker bankdirekt.at durchgeführt werden, erklärt RBS-Zertifikateexperte Pedram Payami am 18. März die wichtigsten fundamentalen Fakten am Öl- und Goldmarkt. Seine Grundthese: „Wie sich der Goldpreis entwickelt, hängt ganz wesentlich von der künftigen Schmucknachfrage ab.“ Payami erklärt auch, wie die Anleger mit Turbozertifikaten von steigenden und fallenden Kursen profitieren können.

Charttechnik
Dazu erzählt HSBC-Trinkaus-Experte Jörg Scherer, wie man mithilfe der Charttechnik günstige Einstiegszeitpunkte erkennen kann. Die Anmeldung zu den kostenfreien Vorträgen ist noch über www.bankdirekt.at möglich. bankdirekt.at-Chef Wolfgang Siegl: „Niemand weiß derzeit, wann der optimale Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg ist. Es schließen aber bereits auffallend viele Anleger neue Fondssparpläne ab, um in Raten einzusteigen. Die Experten geben zusätzlich viele Tipps, wie man als Anleger in unsicheren Zeiten am besten agieren kann.“

Ist der Boden schon erreicht?
So ist die Grundlage jedes erfolgreichen Anlegers eine möglichst gründliche Analyse. Dabei können sowohl Methoden der Chartanalyse als auch fundamentale Fakten bares Geld wert sein. Fest steht jedenfalls, dass die Märkte nach vielen Maßstäben bereits sehr günstig sind. So notieren Aktien der Wiener Börse nach Schätzungen der Raiffeisen Centrobank bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2009 von 7,2. Zum Vergleich: Vor der Börsenkrise wurde deutlich teurer bei einem KGV von 13 bis 14 gekauft. Das heißt: Die Gewinne der Unternehmen gehen zurück, aber die Börsenkurse sind noch viel tiefer gefallen.

Hohe Dividendenrenditen
Naturgemäß ist es allerdings in der jetzigen Wirtschaftskrise sehr schwer, die Gewinne vieler Unternehmen auch nur halbwegs exakt vorherzusagen. Vor allem im Finanzsektor ist die Lage noch ziemlich undurchsichtig, weil die Branche international stark vernetzt ist. Wesentlich genauer lässt sich die Höhe der künftigen Dividenden prognostizieren, weil diese von vielen Unternehmen möglichst konstant gehalten werden. Die Centrobank-Prognosen zeigen Erstaunliches: An der Börse Wien soll die Dividendenrendite 2009 einen durchschnittlichen Wert von 5,3 Prozent erreichen. Bei den 50 wichtigsten Blue-Chip-Aktien der Eurozone, die im Euro Stoxx 50 vertreten sind, werden sogar 7,6 Prozent angepeilt. Das heißt: Auch wenn es heuer noch nicht wirklich bergauf geht, wird man als Anleger wenigstens mit stolzen Ausschüttungen für das Warten auf bessere Zeiten belohnt.

Von Martin Kwauka, Anneliese Proissl

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik