Fondsmanager: Niemand ist besser als Friedrich Erhardt

Der Job eines Fondsmanagers ist knallhart. Aber es ist weniger das Bild der vor einer Galerie von Bildschirmen sitzenden Trader, die in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen müssen, bei denen es um den Gewinn oder Verlust von Millionensummen geht, das die Arbeit so anstrengend erscheinen lässt. Der Stress kommt von ganz woanders her.

Fondsmanager: Niemand ist besser als Friedrich Erhardt

In kaum einer Branche lässt sich die Leistung der Führungskräfte und Mitarbeiter so einfach ablesen wie im professionellen Geldmanagement. Und das Faktum, dass es nicht einmal 80 Prozent der Fondsmanager schaffen, den Index ihrer Fondskategorie zu schlagen, wird oft genüsslich zitiert.

Umso begehrter sind jene Manager, die mit ihren Fonds Spitzenergebnisse liefern. Die deutsche Ratingagentur Feri EuroRating hat einen Vergleich der Langfrist-Performance der in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds erstellt. FORMAT zeigt, welche Fondsmanager es schaffen, langfristig besser zu sein als der Vergleichsindex ihrer Fonds.

Top-Fondsmanager

Einer, dem es immer wieder gelingt, besser zu sein als der Index, ist der österreichische Fondsmanager Friedrich Erhardt (Bild). Er managt schon seit 23 Jahren den Pioneer Funds Austria - Austria Stock. Seit 1990 existiert der Fonds. Und insgesamt 22-mal hat Erhardt den ATX geschlagen, meistens sogar recht deutlich. Eine Serie, die vor ihm noch keinem anderen Fondsmanager der Welt gelungen ist. Erhardt: "Aktives Management und die Einzeltitelauswahl sind dabei wichtig. Meine Investments bauen auf einen wertorientierten Ansatz, der Investmentstory - Produktinnovation oder Übernahmefantasie -, und der Charttechnik auf.“

Heißt das nun aber, dass alle anderen Fondsmanager ihr Geld nicht wert sind? Nicht ganz. Es liegt in der Natur der Sache, dass Depotmanagement Geld kostet. Fondsmanager sind deshalb gegenüber dem klassischen Gesamtmarktindex immer im Nachteil, wenn es um die Wertentwicklung geht. Die Investmentprofis müssen erst die verursachten Kosten verdienen, bevor sie eine Outperformance gegenüber dem Markt erzielen können.

Passives Investment

Natürlich können Anleger auch einfach mit einem Exchange Traded Fund (ETF) passiv auf die Entwicklung eines Index spekulieren. Bei Aktienfonds beträgt die Managementgebühr üblicherweise 0,75 bis zwei Prozent pro Jahr. Hinzu kommt einmalig ein Ausgabeaufschlag von bis zu sechs Prozent auf das investierte Kapital. ETFs sind da deutlich günstiger. Deren Gebühren liegen zwischen 0,15 und 0,75 Prozent plus einmalig der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (Spread), die meist ähnlich hoch ist wie die Jahresgebühr.

Aber natürlich sind jene Fonds, deren Manager ein Alpha, also einen Mehrwert, gegenüber dem passiven Index erzielen, interessanter. Kleine Fondsgesellschaften oder Fondsboutiquen schaffen das in der Regel häufiger als große Unternehmen. "Leider werden gute Fondsmanager bei großen Gesellschaften mit viel Volumen bestückt. Dadurch können sie immer weniger Alpha generieren und erreichen gerade den Index,“ sagt Eckhard Sauren, Gründer der Dachfondsgesellschaft Sauren Fonds-Service. Er sucht für seine Dachfonds gezielt jene Fondsmanager, die den Index schlagen.

Auch Joanne Irvine ist das auf eindrucksvolle Art gelungen. Sie leitet seit 2010 den Emerging-Markets-Fonds von Aberdeen Asset Management. Ihr Fonds hat mit einem Wertzuwachs von rund 17 Prozent in einem und über 40 Prozent in drei Jahren auch den Emerging-Markets-Vergleichsindex geschlagen. In der Gesamtperformance hängt ihr Fonds sogar den Großmeister aller Emerging-Markets-Fonds ab. Mark Moebius erzielte mit seinem Templeton-Emerging-Markets-Fonds über zehn Jahre eine Performance von 240 Prozent. Dennoch gilt Moebius als der Star unter den Fondsmanagern für Schwellenländer.

Das Fondsmanagement ist weithin eine männliche Domäne. Nur zehn Prozent der Fonds werden von Frauen betreut. Bei den Renditen schneiden sie jedoch gleich gut wie ihre männlichen Kollegen ab. Noch kleiner ist der Anteil von Frauen bei Hedgefonds. Aber wenn es Frauen an die Spitze eines Hedgefonds geschafft haben, dann sind sie Superstars. So wie Sonia Gardner von Avenue Capital oder Leda Braga von Blue Crest Capital. Braga managt einen 13,6 Milliarden US-Dollar starken Hedgefonds. "Forbes“ reiht sie auf Platz 35 unter den bestverdienenden Hedgefonds-Managern. Ihr Jahresverdienst: 50 Millionen US-Dollar.

TABELLE: Die Fonds der besten Fondsmanager