Fonds: Steuern sparen und hohe Erträge

Wer Fonds noch heuer kauft, kann noch jahrelang Steuern sparen. FORMAT zeigt Produkte, die langfristig besonders hohe Erträge versprechen und auch besonders steuerschonend investieren.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Das scheint das Motto der neuen Fondsbesteuerung zu sein. Für alle Fonds, die ab 2011 gekauft werden, will der Finanzminister nämlich gleich auf zwei Ebenen Wertpapier-KESt kassieren. Wer noch heuer einsteigt, entgeht dieser Steuerlast großteils, und das über viele Jahre hinweg. Deshalb macht es Sinn, Fondskäufe noch im Dezember abzuwickeln. Wer dagegen einen Fonds nach dem 1. Jänner 2011 kauft, muss für die gesamten Kursgewinne beim späteren Verkauf 25 Prozent KESt abführen. Doch was nützt der schönste Steuervorteil, wenn die Erträge der Fonds zu wünschen übrig lassen. FORMAT hat deswegen langjährig bewährte Spitzenfonds herausgefiltert. Damit haben Sie die besten Voraussetzungen, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: hohe Erträge zu erwirtschaften und diese möglichst steuerschonend zu lukrieren.

Goldene Bilanzen

Ein Musterbeispiel für eine derartige KESt-Sparkasse ist der Raiffeisen-Eurasien-Aktienfonds, der in den vergangenen zehn Jahren den Einsatz eines Anlegers fast verdreifachte. Unter der Ägide von Angelika Millendorfer, der Chefin des Schwellenländeraktien-Teams von Raiffeisen, legt der Fonds schwerpunktartig in China, Russland und der Türkei an, also in Märkten mit besonders hohem Wachstumspotenzial. Für Evy Hambro, den Manager des BlackRock World Gold, verliefen die vergangenen Jahre noch erfolgreicher.

Seit dem Start im April 2001 stieg das Goldminenaktien-Depot in Euro gerechnet um 506 Prozent. Allein heuer lag der Gewinn bei 45,5 Prozent. Wer nach einem Produkt mit weltweiter Aktienstreuung sucht, sollte einen Blick auf den Carmignac Investissement werfen. Der inzwischen 8,9 Milliarden Euro schwere Fonds hat in der Zehn-Jahres-Bilanz einen Gewinn von 139 Prozent stehen. Das ist umso bemerkenswerter, als viele vergleichbare Konkurrenten in diesem Zeitraum unter dem Strich um die Nulllinie pendeln.

Als ausdauerndster Langläufer am Heimmarkt gilt der Pioneer Austria Stock. Fondsmanager Friedrich Erhart hat seit Dezember 2000 insgesamt 219 Prozent Profit eingefahren und den Wiener Aktienindex ATX jährlich mit nur einer Ausnahme geschlagen.

Der Dreh mit der Steuer

Nach den geplanten neuen Steuerregeln wird einem Anleger, der im Jänner 2011 einen Fonds um 5.000 Euro kauft und in den nächsten zehn Jahren 200 Prozent, also 10.000 Euro verdient, immerhin 2.500 Euro KESt abgezogen.

Wird derselbe Fonds noch im Dezember gekauft, bleibt am Ende netto deutlich mehr übrig. Die Frage, wie viel genau, ist allerdings nicht eindeutig zu beantworten. Das zeigt ein Blick auf die komplizierten Detailregeln. Fonds, die vor 2011 gekauft wurden, unterliegen zwar nicht der Kursgewinnbesteuerung beim Verkauf der Anteile. Allerdings wird (unabhängig vom Kaufzeitpunkt) ein Teil der innerhalb des Fonds erzielten Gewinne mit KESt belegt. Dabei steigt die Steuer im mehrjährigen Stufen: Bis Juli 2011 gilt noch die bisherige Regelung, dass 20 Prozent der Gewinne, die der Fondsmanager mit dem Verkauf von Wertpapieren erzielt, mit der 25-prozentigen KESt belastet werden. Unterm Strich bedeutet das eine effektive Steuerlast von 5 Prozent. Ab 1. Juli 2011 wird die Steuer für innerhalb eines Fonds lukrierte Gewinne stufenweise angehoben. Ab 2014 werden effektiv 15 Prozent der im Fonds erzielten Gewinne vom Fiskus abgeschöpft.

Das heißt: Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass der Fonds aus dem oben genannten Beispiel seine 10.000 Euro Kursgewinn zur Gänze erst ab dem Jahr 2014 realisiert, beträgt die maximale Steuerlast nur 1.500 Euro. Das bedeutet also mindestens 1.000 Euro Steuerersparnis, wenn der Fonds schon heuer und nicht erst ab Jänner 2011 im Depot liegt.

Langfristinvestments sparen Steuern

In der Praxis dürfte der Spareffekt deutlich höher ausfallen. Erstens ist davon auszugehen, dass ein Teil der Erträge vor 2014 anfällt und damit steuerlich mit einem geringeren Satz belastet ist. Außerdem bleibt bei Fonds, die vor Jahresfrist gekauft werden, der Anteil der Gewinne, der noch nicht realisiert wurde, steuerfrei. Deshalb ist es aus steuerlicher Sicht sinnvoll, zu Fonds zu greifen, die ihren Aktien möglichst lange treu bleiben, also relativ selten umschichten. Ein Indikator für die Umschlagshäufigkeit der gehaltenen Aktien ist die „Portfolio Turnover Ratio“ (PTR). Diese Zahl gibt vereinfacht ausgedrückt an, wie häufig der Fondsmanager sein Depot innerhalb eines Jahres verändert. Liegt die PTR bei 100 Prozent, bedeutet das, dass der Fondsmanager das Depot im abgelaufenen Geschäftsjahr einmal umgeschichtet hat. Liegt die PTR deutlich darunter, weist das auf einen Fonds hin, der die einzelnen Wertpapiere im Schnitt länger hält.

So weist der langbewährte Weltaktienfonds M&G Global Basics im letzten Geschäftsjahr eine PTR von 30 Prozent auf. Das heißt umgekehrt: Bei 70 Prozent der Aktien wurden etwaige Kursgewinne nicht realisiert und blieben damit völlig steuerfrei. Gegenbeispiel: Der ebenfalls erfolgreiche Weltaktiendachfonds C-Quadrat Arts Best Momentum wies zuletzt eine PTR von 733 Prozent auf.

Letztlich sollte die PTR (wie alle Steuerfragen) bei Anlageentscheidungen nicht überbewertet werden. Außerdem weisen nicht alle ausländischen Produkte die PTR aus. Bei Austrofonds findet man die Kennzahl im „Vereinfachten Prospekt“, zum Beispiel durch die Eingabe der ISIN samt dem Begriff PTR in eine Internetsuchmaschine.

– Robert Winter, Martin Kwauka

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