Fonds: Der richtige Mix vergoldet das "Näschen", sprich Depot

Fonds: Der richtige Mix vergoldet das "Näschen", sprich Depot

Heuer waren Aktienfonds die Top-Performer. Worauf sollen Anleger 2013 setzen? Experten raten zu einem breiten Anlage-Mix und wendigen Mischfonds.

Fondsanleger, die 2012 verstärkt in Aktien investierten, lagen goldrichtig. Waren doch wie bei Türkei-Aktiendepots durchschnittlich 60 Prozent Ertrag möglich. Auf der Seite der Anleiheninvestments gaben Schwellenländer- und weltweite Hochzinsanleihenfonds ein starkes Lebenszeichen von sich.

Das Jahr 2012 brachte nicht nur den Vermögensaufbau der Anleger wieder in Schwung. Auch unter den Fondsanbietern herrscht Feierlaune, stieg doch das verwaltete Vermögen der Austro-Fondsgesellschaften zwischen Jahresbeginn und Ende Oktober um 6,5 Prozent.

Geht es nach der Meinung von Experten, kann der Aufschwung der Börsen auch 2013 zumindest in einem moderaten Takt weitergehen. Trotzdem sind Anleger gut beraten, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Denn aufseiten der Konjunktur ist zwar von Entspannung die Rede, aber für eine endgültige Entwarnung ist es eindeutig zu früh.

So geht die US-Bank JPMorgan davon aus, dass die Eurozone im nächsten Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in Höhe von 0,2 Prozent mit einem blauen Auge davonkommen kann. Optimistischer fallen die Schätzungen für das BIP-Wachstum der USA mit 2,1 und für China mit 8,1 Prozent aus. Trotz dieser Prognosen sollten Fondsanleger nicht der Illusion verfallen, dass die Weltwirtschaft sehr rasch aus dem Schneider sein wird. Laut dem Research von Goldman Sachs wird das erste Quartal 2013 zum Zünglein an der Waage der Weltkonjunktur. Laut den Experten der Bank wird sich erst in einigen Monaten zeigen, ob die Sparprogramme der Staaten der westlichen Welt die Erholungschancen im Keim ersticken.

Darüber hinaus ist in den USA noch die Fiscal Cliff zu überwinden. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht der giftige Cocktail von Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen einen Rückschlag der US-Wirtschaft auszulösen. John Carey, Fondsmanager des bereits im Jahr 1928 aufgelegten US-Aktienfonds Pioneer Fund, schwächt jedoch ab: "Die Diskussion um die Fiscal Cliff ist völlig überzogen. Investoren sollten sich auf die Fundamentalfaktoren konzentrieren.“ Und dabei stehen die USA laut Carey nicht so schlecht da, weil das Konsumentenvertrauen gestiegen ist, während sich am US-Häusermarkt und bei der Arbeitslosigkeit Erholungstendenzen zeigen.

Die Wall Street ist auch für Berndt May, Sprecher der Vereinigung ausländischer Investmentgesellschaften in Österreich (VAIÖ), einer der Hoffnungsträger 2013. Stichwort Hoffnungsträger. Für VAIÖ-Experte May bieten die Börsen der ASEAN-Region, des Wirtschaftsbündnisses von Thailand, Singapur, Indonesien, Malaysia und den Philippinen, im nächsten Jahr die besten Ertragschancen. Darüber hinaus sollten in einem breit gestreuten Depot Papiere aus Kanada nicht fehlen. May: "Abgesehen von der Börse London haben auch Europaaktien noch Kurspotenzial.“

Aufseiten festverzinslicher Papiere finden Investoren mit Unternehmens-, Hochzins- und Schwellenländeranleihenfonds Alternativen zu den Magerrenditen von Staatsanleihen der Euro-Kernzone. Angesichts der Unsicherheiten sollten Anleger im nächsten Jahr ihr Pulver aber nicht zu schnell verschießen. Speziell an den Börsen sind jederzeit heftige Rückschläge möglich. Mathias Bauer, Chef von Raiffeisen Capital Management: "Bei der Veranlagung wurde es noch viel wichtiger, auf breite Streuung zu achten. Nicht alles ist gut, nicht immer steigen die Kurse, es gibt regelmäßig Veränderungen, die zu beachten sind.“ Tipp des Experten: Wer nach dem guten Börsenjahr 2012 dem Frieden nicht traut, sollte einen Teil des Geldes in sogenannte vermögensverwaltende Fonds legen. Deren Fondsmanager sind am Puls der Zeit und passen den Anteil von Aktien und Anleihen rasch an, wenn sich an den Finanzmärkten ein Sturm zusammenbraut.

Regulierungs-Tsunami

Mit einem heftigen Sturm in Form von steigender Regulierung müssen die Fondsanbieter bereits seit Jahren leben. Raiffeisen-Fondschef Bauer: "Seit der Finanzkrise wütet der regulatorische Tsunami, es wurden extrem viele Formalismen produziert. Wir haben noch nie so viel dokumentiert, archiviert, berechnet wie jetzt. Die Regulatoren schießen weit über das Ziel hinaus.“

Peter Grimmett, Leiter der Abteilung Fondsregulierung bei M&G Investments: "In Großbritannien hat die strenge Regulierung bereits dafür gesorgt, dass es einfacher ist, sich zu verschulden als zu investieren.“

Gar so weit ist es in Kontinentaleuropa zwar noch nicht. Tatsache ist jedoch, dass das Regelungskorsett zusehends straffer wird. So wird 2013 die sogenannte AIFM-Richtlinie wirksam. Peter Ivancsits, Asset-Management-Experte beim Beratungsunternehmen PwC: "Die AIFM-Richtlinie ist bis 22. Juli 2013 umzusetzen.“ Laut dem Experten sind davon nicht nur klassische Hedgefonds und Private-Equity-Fonds, sondern auch Immobilien- und Spezialfonds betroffen. Auch mit dem Regelwerk von UCITS V kommen auf Fondsgesellschaften Änderungen zu, die vermutlich ebenso mit Stichtag 22. Juli 2013 anzuwenden sind.

Dagegen gibt es bei der Richtlinie namens MIFID II, die Neuregelungen bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten vorsieht, noch Schonfrist. Die Richtlinie wird nicht vor 2014 anzuwenden sein. PwC-Experte Ivancsits legt Fondsanbietern jedoch nahe, sich bereits jetzt mit den Details zu befassen. Ivancsits: "Die Standpunkte der EU-Gremien zur Richtlinie sind bekannt, was eine rechtzeitige Vorbereitung möglich macht.“

Fondsbranche vor Flurbereinigung

Der Regulierungsdruck bewirkt, dass die Fondsgesellschaften unter steigenden Kosten stöhnen. VAIÖ-Experte May: "Die Fondsindustrie verändert sich nachhaltig, weil viele neue Prozesse umzusetzen sind. Wegen des enormen Kostendrucks haben große Fondsgesellschaften die besseren Karten, da sie höhere Skaleneffekte nutzen können als kleine Anbieter. Deshalb glaube ich, dass 2013 die Anzahl von Zusammenschlüssen von Fondsgesellschaften und Vertriebseinheiten steigen wird.“

Auch bei Fondsprodukten ist verstärkt mit Fusionen zu rechnen, unwirtschaftliche Fonds mit geringem Volumen droht die Liquidation. Sollte es so weit kommen, haben Anleger den Vorteil, dass der Überblick über das üppige Fondsangebot einfacher wird.

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