Flugtickets: Billig war gestern

Flugtickets: Billig war gestern

Verdrängungswettbewerb in der Luft war bisher Garant für sinkende Flugpreise. Doch nun hat eine Trendwende eingesetzt. Einziger Ausweg: Preisvergleiche im Internet.

Flugpassagiere waren in den vergangenen zehn Jahren gewohnt, dass die Ticketpreise der Airlines kontinuierlich zu Boden gingen. Doch nun hat eine Trendwende eingesetzt. Schon seit 2010 befinden sich die Tarife wieder im Steigflug. Heuer ist die Teuerung besonders prägnant: Laut Statistik Austria erhöhten sich die Flugpreise um 6,4 Prozent - der Durchschnittswert für alle in Österreich gekauften Kurz- und Langstrecken-Tickets. Luftfahrtexperte Niki Lauda erklärt: "Bislang hat der scharfe Wettbewerb für niedrige Preise gesorgt. Aber seitdem es fast allen Airlines schlecht geht, muss die Branche, um aus dem Minus zu kommen, ihre wachsenden Kosten weitergeben.“

Sprit und Steuern

Diese Kosten drücken auf die Bilanzen: Seit 2000 ist der sogenannte Yield (Erlös pro Passagierkilometer) um 40 Prozent gefallen. Für Kerosin, den Treibstoff der Jets, muss derzeit 140 Dollar pro Barrel (159 Liter) bezahlt werden, das Doppelte im Vergleich zu vor fünf Jahren. Der Anteil von Treibstoff an den Gesamtkosten einer Airline stieg von 15 bis 25 Prozent auf ein Drittel. Und auch die Einführung neuer Taxen, zuletzt etwa die Passagiersteuer, verursacht in der Flugbranche zusätzliche Turbulenzen.

Der nächste Preisschock droht mit 1. Jänner 2013: Ab da werden erstmals die CO2-Emissionszertifikate, die schon seit diesem Jahr gehandelt werden, vergebührt. Mario Rehulka, ehemaliger AUA-Boss und jetzt Professor an der IMC Fachhochschule in Krems: "Da wird es weitere Preis-Aufschläge geben. Und die werden vermutlich ganz ordentlich sein.“

Wer heute ein Flugticket ersteht, finanziert damit eine Flut an Steuern, Abgaben, Bearbeitungsentgelten und Kerosinaufzahlungen. Beispiel: Ein Hin-und-retour-Ticket der Austrian Airlines von Wien nach New York für kommenden Dezember kostet laut AUA-Homepage 873 Euro. Nur 499 Euro davon sind der Flugpreis, der an die Airline fließt.

Die Lockangebote, über die sich Konsumenten lange Zeit freuten, werden immer seltener. So offerierte vor ein paar Jahren die AUA einen Hin-und-retour-Flug nach Berlin, Rom oder Paris via "redticket“ ab 58 Euro - dieser Einstiegspreis ist mittlerweile auf 89 Euro gestiegen. Bei Niki haben sich die Billig-Offerte für Ziele wie Kopenhagen oder Nizza von 29 auf 49 Euro verteuert. Selbiges gilt für Germanwings: von 19,90 auf 29,90 Euro für Flüge nach Barcelona, Palma oder Krakau.

Vor einer Woche hat die Lufthansa-Gruppe die Preisschraube noch angezogen: Für Langstreckenflüge werden seither zusätzlich zwischen 20 Euro (Economy Class) und 60 Euro (Business) mehr verlangt als zuvor.

Hinzu kommt, dass die klassischen Fluglinien immer öfter die schlechten Angewohnheiten der Billigairlines adaptieren: das kreative Auffinden neuer Zusatzkosten. War es vor einigen Jahren nur bei Ryanair, easyjet oder Germanwings üblich, für Zusatzleistungen wie Gepäck, Check-in oder mehr Beinfreiheit zu bezahlen, so werden solche Extragebühren nun auch bei den "klassischen“ Airlines immer beliebter. So sind auch bei AUA, Lufthansa und Swiss beim Bezahlen mit der Kreditkarte Spesen fällig. "Bei Niki gibt es einen neuen Tarif, bei dem nur Handgepäck erlaubt ist“, sagt Thomas Stadler, Vertriebs- und Marketing-Manager beim Preisvergleichsportal Checkfelix.

Der Vergleich macht sicher

Viel kann der Kunde gegen den Preisanstieg nicht tun. Einziger Ausweg: ein akribischer Tarifvergleich. Schon der direkte Airline-Check bringt Unterschiede bis zu einem Drittel hervor. Wesentlich größer klaffen die Offerte auseinander, wenn man die Ticket-Suchmaschinen im Internet anwirft. Wer bei Checkfelix.com, Swoodoo.com oder ebookers.at in den Tarifen stöbert, findet dort Unterschiede, die zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot ein Vielfaches erreichen; wohlgemerkt für Flüge gleicher Art. Diese kostensparende Reise-Recherche funktioniert auch am Smartphone via App.

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