Flucht vor dem Sparpaket

Den geplanten Steuererhöhungen ist niemand wehrlos ausgeliefert. FORMAT gibt Tipps, wie Sie den vorgesehenen Belastungen durch schnelles Handeln so weit wie möglich entkommen.

Am 1. April 2012 wird vielen Steuerzahlern nicht nach Scherzen zumute sein. Anfang April treten nämlich bereits die ersten Maßnahmen des Sparpakets in Kraft, darunter die neue Immobilien-KESt. Doch zum Glück ist das Sparpaket nicht so fest verschnürt, wie angekündigt. Clevere Steuerzahler finden zahlreiche Schlupflöcher, um dem Zugriff der Finanzministerin zumindest teilweise zu entgehen. FORMAT hat den bisher vorliegenden Belastungskatalog analysiert und beschreibt, welche Fluchtmöglichkeiten jetzt noch offenstehen.

Vorsorgewohnung

Akuten Aktionsbedarf haben Steuerzahler, die eine sogenannte Vorsorgewohnung gekauft haben. Hier droht der teilweise Verlust des Umsatzsteuervorteils. Bisher konnte man eine Vorsorgewohnung nach zehn Jahren entweder selbst nutzen oder verkaufen. Vorteil: Bei einem angenommenen Nettopreis von 200.000 Euro konnte man sich sofort die zwanzigprozentige Umsatzsteuer von 40.000 Euro ersparen. Zwar wurden dann in einer Vermietungsphase von beispielsweise zehn Jahren à 1.000 Euro netto 200 Euro Umsatzsteuer pro Monat fällig, das entsprach aber insgesamt nur 24.000 Euro. 16.000 Euro Umsatzsteuer konnte man dem Fiskus also vorenthalten. Künftig soll die Umsatzsteuer-Durchrechnung auf zwanzig Jahre ausgeweitet werden.

Gegenwehr

Wer die gewerbliche Vermietung vor dem 1. April 2012 unter Dach und Fach bringt, kann weiterhin auf die Zehnjahresgrenze pochen. BDO-Steuerexperte Bruckner (Bild): "Man kann Mietverträge für entsprechende Wohnungen jetzt abschließen, selbst wenn die Wohnung noch nicht fertig ist.“ Das heißt: Man sollte eine fertige oder halbfertige Vorsorgewohnung nach Möglichkeit sofort vertraglich vermieten.

Handlungsbedarf haben außerdem alle, die von der geplanten Solidaritätsabgabe betroffen sind. Wer also zum Beispiel ein Personenunternehmen führt, kann überlegen, eine GmbH zu gründen. Der Vorteil: So liegt auch der künftige Spitzensteuersatz bei 43,75 statt bei 50 Prozent. Das Problem für Vorstände und andere angestellte Spitzenverdiener: Der Fiskus verweigert die Anerkennung von GmbH-Lösungen. Hier hilft allenfalls eine Vorziehung der Einkünfte von 2013 auf 2012.

Wer bisher Schwarzgeld in der Schweiz liegen hatte, ist potenziell von einem anvisierten Steuerabkommen mit den Eidgenossen betroffen. Ob dieses wirklich abgeschlossen wird, ist offen. Theoretisch sind bisher in der Schweiz liegende Vermögen von einem pauschalen Strafabschlag von 19 bis 34 Prozent bedroht, den die Schweiz pauschal einheben soll. BDO-Steuerexperte Bruckner: "In den meisten Fällen ist eine Selbstanzeige günstiger. Hier kann man mit sieben bis zwölf Prozent Nachversteuerung rechnen.“

Martin Kwauka

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