Ewald Nowotny: "Ob ein Dominoeffekt kommt, weiß kein Mensch"

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone und die Folgen davon wären "schon große, massive Erschütterungen, wo man nicht weiß, welche Folgewirkungen das sind", warnte OeNB-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny.

Er warnte davor, die Probleme des griechischen Staates mit denen anderer südeuropäischer Länder zu vergleichen. Außerdem müsse eine gute Notenbank für alle Eventualitäten gerüstet sein, "aber sie muss nicht über alle Fragen sprechen." Die Diskussion sei von "ungesunder Hektik" geprägt, und wirke "ein bisschen wie psychologische Kriegsführung".

Die Gefahr eines Dominoeffektes nach einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone bestehe natürlich. Ob es dazu komme, wisse aber kein Mensch. "Ich halte das Schicksal Europas für zu wichtig, als dass man hier leichtfertig Experimente macht", so Nowotny.

Der Rückgang des Eurokurse gegenüber den Dollar auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren ist für den Notenbanker nicht bedenklich. Der Eurowert liege ja noch immer über dem Wert bei seiner Einführung. Für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa habe dies keine negative Auswirkung.

Statt über Eurobonds zu diskutierten sollte man sich auf die naheliegenden Dinge konzentrieren, wie zum Beispiel die Kapitalerhöhung bei der Europäischen Investitionsbank (EIB), die es ihr ermögliche, wieder Geld auf dem Kapitalmarkt aufzunehmen. "Man hat dann sofort ein bewährtes Instrument, das man sofort einsetzen kann." Es sei vor allem wichtig, dass man rasch handelt.

Nowotny rief auch zur Haushaltsdisziplin in der Eurozone auf: "Zur Stabilisierung der Finanzmärkte ist strikte Budgetdisziplin nötig." Er hoffe, dass es in Österreich zu einer strikten Umsetzung des Fiskalpakts komme.

OenB in Sachen Gold möglichst transparent

Nowotny nahm auch zum Nationalbank-Gold Stellung. Ein Teil der Bestände der Zentralbank befänden sich im europäischen Ausland an den Goldhandelsplätzen Zürich und London und seien - ebenso wie der in Wien gelagerte Teil - sicher verwahrt. Bei der Verbuchung und den Aussagen zu dem Gold müsse man auf europäische und internationale Richtlinien Rücksicht nehmen, darüber hinaus sei die Bank bemüht, in Sachen Gold "möglichst transparent" zu sein.

Die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sei sehr unterschiedlich. Während die Konjunktur in anderen Ländern schlechter werde, könnte es in Österreich (und Deutschland) vielleicht zu einer Anhebung der Prognose kommen.

APA/hahn

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik