Einlagensicherung: Sparschweine kommen ins Trockene, Zertifikate bleiben im Regen

Spareinlagen sind laut Gesetzesbeschluss künftig zu 100 Prozent gesichert. FORMAT zeigt, wo das Geld der Sparer garantiert ist und welche Produkte im Regen stehen bleiben.

Sparer dürfen in Zukunft wieder ruhiger schlafen. Die Einlagensicherung wurde von 20.000 Euro auf Guthaben in unbeschränkter Höhe ausgeweitet. Das nun beschlossene Gesetz soll das Vertrauen in die Sicherheit der Banken wieder zurückgeben.

Unbegrenzte Sicherung
Auch der Interbankenverkehr, der derzeit nur stark eingeschränkt funktioniert, dürfte durch das 100-Milliarden-Euro-Paket der Regierung wieder belebt werden. Den Banken und Versicherungen stehen davon 75 Milliarden Euro an staatlichen Garantien und Haftungen zur Verfügung. Falls es im Finanzsektor wirklich krachen sollte, stellt der Staat zusätzlich noch Kapitalspritzen von bis zu 15 Milliarden Euro bereit und bekommt dafür eine Beteiligung an dem jeweiligen Institut. Vizekanzler Wilhelm Molterer: „Dieses Grundpaket für Banken ist bis 31. Dezember 2009 gültig, während die verbesserte Einlagensicherung auf unbegrenzte Dauer eingeführt wird.“

Begrenzter Schutzschirm
Obwohl der in Windeseile ausgearbeitete Gesetzesentwurf Bankkunden die Panik nimmt und die Sicherheit der Einlagen garantiert, ist Vorsicht geboten: Nicht alle Einlagen fallen unter den Schutzschirm. Nicht gehaftet wird weiterhin für Anleger, die sich mit Wohn- und Bankanleihen oder auch Zertifikaten eingedeckt haben. Achtung: Bei vielen Garantiezertifikaten, die die Banken unter ihrem Namen verkaufen, ist der eigentliche Schuldner und Garantiegeber ein ausländischer Emittent. Man sollte nur Produkte zeichnen, wenn man diesem Institut voll vertraut.

EU will 100.000 Firmen-Euro
Auch auf EU-Ebene ist die Bankenkrise derzeit das Thema Nummer eins. Nach einem Entwurf der EU-Kommission sollen Bank­einlagen künftig in Höhe von mindestens 100.000 Euro garantiert werden, was österreichischen Sparern aber künftig ohnehin durch die unbegrenzte Garantie zusteht. Im Fall, dass eine Bank tatsächlich pleitegeht, sollen die Einlagen schneller als bisher zurückbezahlt werden. Während Sparer bislang mindestens drei Monate warten mussten, um an ihr Geld zu kommen, ist nunmehr eine Frist von drei Tagen vorgesehen.

50.000 Euro für Unternehmen
Den Mitgliedsstaaten steht es zudem frei, die Einlagensicherung auch auf juristische Personen, also Unternehmen, auszuweiten. In Österreich galt für für Firmen bisher eine Einlagensicherung von 20.000 Euro (bei zehn Prozent Selbstbehalt). Diese wurde nun für Unternehmen bis zu einem Umsatz von 9,68 Mio. Euro auf 50.000 Euro erhöht. Private sollen von dieser Unterstützung keinen Schaden davon tragen: „Laut EU-Entwurf gilt eine Einschränkung, dass die Einlagensicherung von Privatpersonen durch Ansprüche der Unternehmen nicht gefährdet sein darf“, sagt Finanzministeriumssprecher Harald Waiglein.

Bundesschatz-Heber
Österreicher sind traditionell fleißige Sparer, und besonders starken Zulauf von Sparguthaben hatte im Oktober die staatliche Bundesfinanzierungsagentur, die von Sparern als Insel der Seligen mit Einlagen geradezu überschüttet wurde. So standen Kunden vor den Toren in der Seilerstätte im ersten Bezirk Schlange, um ein Konto auf bundesschatz.at zu eröffnen. Der Andrang war so groß, dass man jetzt beschlossen hat, das Produkt nicht mehr in den Vordergrund zu rücken, heißt es aus dem Büro von Bundesschatz-Chefin Martha Oberndorfer. Auch die Zinsen wurden auf derzeit vier Prozent für sechs Monate zurückgenommen.

4,88 Prozent für täglich Fälliges
Es gibt Bankprodukte, die derzeit weit besser verzinst sind. So zahlt etwa die livebank.at, die Onlineschiene der Volksbank Kufstein, 4,88 Prozent auf täglich fälliges Geld. Diese Zinsen, die sich an der Entwicklung des 3-Monats-Euribor orientieren, sind jedenfalls bis Jahresende gültig. Ebenfalls gut verzinst kommt man bei der easybank.at durch die Finanzkrise. Die Bawag-Tochter boniert Sparern momentan 4,6 Prozent auf Tagesgeld. Ebenfalls gut verzinst sind derzeit Spareinlagen, die mit Ein-Jahres-Bindung bei der Bank hinterlegt werden. So bietet eine Vielzahl von Instituten fünf Prozent Zinsen an, die man sich jetzt sichern kann.

Von Ingrid Krawarik

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