Einlagensicherung: So sicher sind Ihr Sparbuch und Konto wirklich

Der wichtigste Schutzmechanismus für Bankkunden ist die gesetzliche Einlagensicherung. Spareinlagen und Girokonto-Guthaben sind bis zu einer Höhe von 20.000 Euro pro Person abgesichert, allerdings gilt dieser Höchstbetrag für alle Konten eines Kunden zusammen. Nicht geschützt sind Bankanleihen, Zertifikate und Ähnliches, wenn die emittierende Bank insolvent wird.

Verschiedene Sicherheitskreise
Kein Problem besteht dagegen für Aktien und Fonds, wenn nur die Depotbank pleitegeht. Das Depotvermögen wird ausgesondert und steht dem Kunden zu. Achtung: Ganz schlecht ist es, Wertpapiere im großen Stil zu verkaufen, falls die Depotbank wackelt. Dann liegt der Gegenwert nämlich am Konto, und alles, was 20.000 Euro überschreitet, fällt in die Konkursmasse.
Es gibt für jeden Sektor (Banken, Hypos, Raikas, Sparkassen und Volksbanken) einen eigenen Sicherheitskreis. Sollte ein Sektor überfordert sein, müssen die anderen helfen, notfalls können dafür Anleihen mit staatlicher Haftung begeben werden.

Zusätzliche Sektorsicherungen
Raiffeisen-, Sparkassen- und Volksbanken-Sektor bieten ihren Kunden einen zusätzlichen (allerdings in Extremfällen begrenzten) Schutz durch zusätzliche Solidargemeinschaften. Bisher haben diese auch alle Problemfälle ohne viel Wirbel gelöst, zum Beispiel durch Fusionen. Bisher kam kein Kunde zu Schaden. Angesichts der globalen Bankenkrise lohnt es sich aber, mögliche Grenzen der Zahlungen zu analysieren.

1,4 Milliarden für den Fall
Erste Bank und 52 Sparkassen (außer Linz und Kufstein) haben einen Haftungsverbund. Für Schäden, die die Einlagensicherung nicht abdeckt, stehen zusätzlich 1,4 Milliarden Euro bereit. Erste-Bank-Sprecher Peter Thier: „Bei einer kleineren Sparkasse reicht das zweite Sicherheitsnetz aus, um alle Forderungen zu garantieren. Wenn es aber wegen der globalen Bankenkrise fünf Institute gleichzeitig erwischt, kann es sein, dass der Topf nicht ausreicht für eine volle Abdeckung.“

Solidarvereine und Gemeinschaftsfonds
Bei Raiffeisen gibt es pro Bundesland einen Solidarverein. Reicht die Kapazität nicht aus, haftet (mit Ausnahme der Kärntner Raikas) die Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft, die laut Fachverbandschef Andreas Pangl im Notfall auf über zehn Milliarden Euro zurückgreifen könnte.
Die Volksbanken haben einen Gemeinschaftsfonds, dessen Höhe nicht bekannt gegeben wird, der aber laut Verbandssprecher Hermann Fritzl „gut dotiert“ ist. Allerdings gibt es keinen Rechtsanspruch auf Zahlungen. Bei den Hypobanken gibt es keine Solidargemeinschaft, aber jedes Institut (außer der Bank Burgenland) steht teilweise oder ganz im Besitz des jeweiligen Bundeslandes, das im Notfall wohl aus politischen Gründen tätig werden würde.

Von Martin Kwauka

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