Drei Monate bis zum Unisex

Drei Monate bis zum Unisex

Ab 21. Dezember zahlen Frauen und Männer die gleichen Versicherungsprämien. FORMAT analysiert die Auswirkungen und zeigt, für wen es sich besonders lohnt, Verträge heuer noch abzuschließen.

Die Tage des Lady-Bonus sind gezählt. Wer als Frau noch eine günstigere Kfz-Polizze abschließen will, hat nur noch ein paar Wochen Zeit. Wenn am 21. Dezember 2012 die neuen Unisex-Regeln in Kraft treten, dürfen Versicherungen bei neuen Verträgen nur noch gleiche Prämien für Männer und Frauen verrechnen. Im Altbestand dürfen dagegen weiter Vorteile für das eine oder andere Geschlecht aufrechterhalten werden. FORMAT analysiert, wer sich beeilen sollte und wer besser das Zeitalter der Einheitsprämien abwartet.

Die Unterschiede sind zum Teil beträchtlich. So kommen Frauen bei Unfallversicherungen derzeit etwa 30 Prozent günstiger weg. Das heißt: Wenn Frauen sich heuer noch gegen Unfall-Invalidität versichern, sparen sie noch viele Jahre Geld. Bei Männern ist es dagegen umgekehrt eine Überlegung wert, noch ein wenig zu zögern und die Polizze erst nach dem Stichtag 21. Dezember abzuschließen. Auch bei Risiko-Lebensversicherungen sind Frauen heuer noch im Vorteil. Dafür sind Männer bei Pensionsversicherungen mit der Auszahlung einer lebenslangen Rente gut beraten, den Unisex-Regeln zuvorzukommen. Das gilt umso mehr, weil auch die Garantieverzinsung sinkt. Derzeit gilt bei den meisten Assekuranzen noch eine garantierte Mindestverzinsung von 2,0 Prozent, künftig sind maximal 1,75 Prozent erlaubt. Allerdings sollten auch Männer nicht in Torschlusspanik geraten, sondern genau überlegen, ob eine derartige Versicherung sinnvoll ist, und auch verschiedene Anbieter vergleichen.

Bei der Krankenversicherung kommt es ganz auf den Tarif an, wer gewinnt und wer verliert. So verrechnet zum Beispiel die Uniqa einer 30-jährigen Frau für eine klassische Sonderklasse-Spitalspolizze 110,78 Euro im Monat, ein gleich alter Mann zahlt 99,74 Euro. Wenn dagegen ein Diskonttarif gewählt wird, der die Sonderklasse nur bei bestimmten schweren Erkrankungen und Unfällen abdeckt, kostet es beim Mann mit 24,88 Euro mehr als bei der Frau mit 20,39 Euro.

Pokern bis zum Schluss

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis man die neuen und alten Prämien direkt vergleichen kann. Ein Grund ist, dass die Versicherungen den Branchenkonkurrenten möglichst spät Einblick in die neuen Tarifgenerationen geben wollen, die oft auch durch innovative Merkmale angereichert werden. Uniqa-Vorstand Peter Eichler: "Bei uns werden die neuen Unisex-Prämien etwa Mitte Oktober feststehen.“

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die geschlechtsneutralen Prämien nicht einfach in der Mitte der alten liegen werden, sondern eher etwas höher. Der Grund: Die Versicherungen befürchten, dass diejenigen, die bisher billiger davongekommen sind, künftig zurückhaltender beim Abschluss sind und so das Gesamt-Prämienvolumen drücken könnten.

Auch wenn der Stichtag 21. Dezember vorüber ist, kann man noch Verträge optimieren. So kann man als Mann eine frühere Unfallversicherung auslaufen lassen und auf einen günstigeren Tarif umsteigen. Gegebenenfalls hilft auch eine Vertragsumstellung. Wer zum Beispiel die Laufzeit einer Polizze verlängert oder neue Zusatzbausteine abschließt, rutscht in der Regel in das Unisex-Regime. Bagatellfälle sind dagegen vermutlich unerheblich. Es fehlen aber noch genaue Richtlinien, was ein Bagatellfall ist und was nicht. Das heißt natürlich im Umkehrschluss, dass man aufpassen muss, wenn ein Versicherungsvermittler künftig Tarifänderungen vorschlägt - vielleicht gehen damit alte Prämienvorteile verloren.

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