Die unendliche Pensionsreform

Das neue Pensionskassengesetz steht vor der Tür und soll einige sinnvolle Verbesserungen bewirken.

Schon seit dem Jahr 2009 wird an einer Reform des Pensionskassengesetzes gearbeitet. Nach einer langen Phase des Stillstandes steht eine Lösung jetzt unmittelbar bevor. Es kursieren bereits Vorentwürfe. Der endgültige Gesetzesvorschlag lag zwar bei Redaktionsschluss noch nicht vor, die wichtigsten Änderungen zeichnen sich allerdings jetzt schon ab.

Lebensphasenmodell

Ein zentrales Problem war bisher, dass alle Begünstigten eines Unternehmens in ein und derselben Risikoklasse veranlagt waren. Künftig soll es möglich sein, je nach Lebensalter zu wechseln. Man kann dann zum Beispiel am Anfang der Berufskarriere in einer offensiven VRG mit höherem Aktienanteil investieren, dann mit 45 Jahren in eine moderatere Variante wechseln und zehn Jahre vor Pensionsantritt versuchen, in einer defensiven Veranlagung die Schäfchen ins Trockene zu bringen. Wer das nicht möchte, soll auch bis zum Schluss unverändert auf höhere Ertragschancen setzen können.

Eine weitere Möglichkeit ist die neue Variante einer Sicherheitspension mit Kapitalgarantie. Andreas Zakostelsky, Branchensprecher der Pensionskassen: „Pensionisten können dadurch etwaige Pensionskürzungen vermeiden, können aber auch nicht mehr mit höheren Erträgen rechnen.“

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer, die neu in ein Unternehmen eintreten, mit niedrigeren Kalkulationszinsen einsteigen als bereits länger tätige Kollegen. Damit kann zumindest für die Einsteiger eine realistischere Hochrechnung künftiger Pensionszahlungen erreicht werden. Der Veranlagungserfolg selber ändert sich allerdings nicht.

Dazu ein Beispiel: Die Pensionskasse erzielt in einer Veranlagungsgemeinschaft in einem Jahr vier Prozent Ertrag. Es wird aber generell von einem Rechnungszins von sechs Prozent ausgegangen. In der Pensionsphase ist dann zwar die Anfangspension relativ hoch, wird aber in diesem Fall im kommenden Jahr um zwei Prozent gekürzt. Würde von vornherein nur mit drei Prozent kalkuliert, fiele die Anfangspension etwas niedriger aus, erhöhte sich aber im Beispielsfall im folgenden Jahr immerhin um ein Prozent. Diese zweite, realistischere Vorgehensweise führt zwar unter dem Strich statistisch zur gleichen Gesamtauszahlung, ist aber für die Betroffenen normalerweise angenehmer – wer will schon wiederholte Kürzungen hinnehmen? Pensionskassensprecher Zakostelsky: „Die ganze Branche ist froh, wenn die Gesetzesreform endlich umgesetzt wird.“

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