Die besten Konditionen am Sparbuch und bei Anleihen mit Inflationsschutz

Die Inflation droht Spareinlagen immer mehr anzuknabbern. FORMAT zeigt, welche Banken die besten Zinsen bieten und wie sich Sparer gegen die Teuerung wehren können.

Es geht wieder bergauf. Ein echter Grund zum Feiern besteht trotz steigender Sparzinsen noch nicht. Denn selbst 2,5 Prozent, die nun wieder für ein Sparbuch mit Jahresbindung gezahlt werden, reichen nicht aus, um der Geldentwertung zu entgehen. Immerhin lag die Inflation im März bereits bei 3,3 Prozent. Und von China bis Großbritannien warnen viele Staaten in dieser Woche vor weiter steigenden Inflationsraten. Nun stellen sich viele Sparer die Frage, wie man dem Kaufkraftverlust am besten entgegenwirkt, ohne dabei auf Sicherheit zu verzichten. FORMAT zeigt attraktive Sparangebote und hat außerdem Produkte mit Fixzinsen und Inflationsschutz unter die Lupe genommen.

Eines gleich vorweg: Die Zinsen werden weiterhin steigen. Davon gehen sowohl Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen, als auch Gudrun Egger, Zinsexpertin der Erste Bank, aus. Brezinschek: „Die Europäische Zentralbank wird einmal im Sommer und einmal im Herbst den Leitzins um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben.“ Das hätte zur Folge, dass der Leitzins, zu dem sich Banken von der Zentralbank Geld leihen können, von derzeit 1,25 auf 1,75 Prozent ansteigen würde. Egger: „Damit will die EZB der Inflation frühzeitig entgegenwirken.“

Obwohl die Teuerungsrate im Sommer auf bis zu 3,4 Prozent steigen könnte, erwartet Brezinschek, „dass sie in der zweiten Jahreshälfte wieder sinkt“. Auch in diesem Punkt sind sich beide Experten einig. Egger: „Gegen Jahresende dürfte auch der Druck seitens der hohen Rohstoffpreise wieder nachlassen. Damit würde auch die Inflation sinken.“ Den steigenden Energiehunger der asiatischen Länder als Inflationstreiber lassen die Experten nicht gelten. Brezinschek: „Die chinesische Regierung will das Wachstum von aktuell 9,5 auf 7 Prozent senken. Damit würde auch die Nachfrage nach Energie nicht mehr so dramatisch ansteigen.“

Treffen die Prognosen ein, sind Sparer gut beraten, jetzt ein Sparkonto mit Jahresbindung zu eröffnen. So kann die Kaufkraft zumindest halbwegs erhalten werden. Das beste Angebot hat die VakifBank mit 2,5 Prozent Zinsen bei Jahresbindung im Talon. Außerdem haben Sparer so die Möglichkeit, dann auch kurzfristig auf bessere Angebote umzusteigen. Brezinschek: „2012 sollte man für längere Laufzeiten wieder höhere Zinsen bekommen.“ Die Alternative für alle, die flexibel bleiben wollen, sind täglich fällige Einlagen mit bis zu 1,75 Prozent.

Topzinsen plus Inflationsschutz

Weil sich trotz vieler beruhigender Prognosen viele Menschen vor einer unkontrollierten Inflation fürchten, werden derzeit besonders viele Produkte angeboten, die neben stattlichen Fixzinsen auch einen Teuerungsausgleich zahlen. Eine gute Variante ist die Inflationsanleihe 2011–2016 der Volksbank (ISIN AT000B114111). Hier wird Anlegern eine fixe Verzinsung pro Jahr von 3,25 Prozent vor Steuern garantiert. Steigt die Inflationsrate während der fünfjährigen Laufzeit über die Mindestverzinsung, erhöht sich die Verzinsung eins zu eins mit der Euroland-Teuerungsrate. Zudem genießt das eingesetzte Kapital am Laufzeitende einen 100-prozentigen Kapitalschutz. Ein ähnliches Produkt bietet auch die Erste Bank mit dem Frühlingsfloater II 2011-2017 (ISIN AT000B005897). Über eine Laufzeit von sechs Jahren garantiert das Produkt eine Mindestverzinsung von 3,125 Prozent vor Steuern. Wie bei der Volksbank-Variante steigt die jährliche Verzinsung an, sobald die Teuerungsrate über die Mindestrendite klettert. Allerdings gibt es bei dem Erste-Bank Floater auch einen Zinscap bei 6 Prozent. Wenn die Inflation also über diese Marke hinausschießt, wird das Ersparte trotzdem nur mit 6 Prozent pro Jahr verzinst. Eine derart ausufernde Teuerung hält Erste-Bank-Zinsexpertin Egger derzeit für wenig realistisch. „Die Kerninflation, also die Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise, lag im März in der Eurozone bei 1,1 Prozent. Dieser Wert ist auch im April stabil geblieben.“

Flexibel bleiben

Sparefrohs, die bei der Geldanlage lieber flexibel bleiben, sind bei der WSK-Bank gut aufgehoben. Mit dem meinFLEXI-Kapitalsparbuch brauchen sich Anleger nicht binden, bekommen aber trotzdem höhere Zinsen, falls sie das Geld länger liegen lassen. Ab einem Jahr Behaltedauer schlägt der Zinssatz mit 2,25 Prozent zu Buche, ab dem zweiten rückwirkend mit 2,5 Prozent, ab dem dritten Jahr werden 2,75 Prozent gutgeschrieben. Wer sein Erspartes noch länger deponiert, bekommt ab dem vierten Jahr 3 und bei vollen fünf Jahren 3,5 Prozent gutgeschrieben. Bei diesem Produkt können jederzeit Teilbeträge abgehoben werden, ohne dass sich der Zinssatz für das verbleibende Geld ändert.

– Carolina Burger

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