Die besten Geldanlage für 2009: Richtig investieren mit dem FORMAT-Geld-Navigator

Die Weltwirtschaft quält sich durch die Rezession. Kein Grund für Anleger, den Kopf in den Sand zu stecken. FORMAT zeigt, wo heuer trotzdem solide Renditen möglich sind.

Noch geht die britische Königin Elizabeth II. nicht am Bettelstock. Wie fast alle, die Geld angelegt haben, gehört die 81-jährige Queen wegen der fallenden Börsenkurse und des Rückgangs der Immobilienpreise aber zu den Verlierern. Seit April 2008 schmolz ihr damals auf 320 Millionen Pfund geschätztes Vermögen um 22 Prozent. Viele Anleger traf es noch erheblich schlimmer. Wer russische Aktien im Depot hatte, büßte im Vorjahr 73 Prozent seines Geldes ein. Einzig mit Biotechnologiewerten und mit Staatsanleihen waren gute Gewinne möglich. Angesichts der horrenden Börsenverluste und der schwachen Konjunktur fragen sich viele Menschen seit Wochen, was sie jetzt tun können, damit ihre Ersparnisse auch 2009 wenigstens noch halbwegs verzinst werden. FORMAT analysiert die vielversprechendsten Investments und filtert von Anleihen über Aktien bis hin zu Garantieprodukten sieben Bereiche heraus, bei denen sich der Einstieg lohnt.

Unternehmensanleihen vor Rallye  
Sichere Staatsanleihen hatten 2008 ein wirklich gutes Jahr mit Renditen von durchschnittlich acht Prozent. Damit dürfte es fürs Erste vorbei sein (siehe Artikel ). Der neue Stern am Investmenthimmel ist allerdings schon aufgegangen: Unternehmensanleihen versprechen hohe Renditen, zwar gepaart mit einem Schuss Risiko, aber dieses sollte in vielen Fällen kalkulierbar sein (siehe Artikel ). Da Unternehmen noch immer schwer an Kredite herankommen, begeben sie verstärkt Anleihen, die mit hohen Zinsen ausgestattet sind. So zum Beispiel der österreichische Ziegelhersteller Wienerberger, dessen 3,875-Kupon-Anleihe derzeit eine Rendite von 10,6 Prozent bringt. Investoren, die daran glauben, dass der Weltmarktführer die Anleihe zurückzahlen kann (was wahrscheinlich ist), werden für das genommen Risiko fürstlich belohnt. Wem die Bauindustrie zu riskant erscheint: Auch mit dem deutschen Technologiekonzern Linde sind über sieben Prozent zu erzielen. Christian Heger, Deutschland-Chef von HSBC Global Asset Management, mahnt allerdings zu vorsichtiger Selektion: „Einige Unternehmen werden den konjunkturellen Abschwung wohl nicht überleben.“

Schwache Konjunktur bleibt Faktum  
Der Weltbankenverband (IIF) geht davon aus, dass die globale Wirtschaft heuer um 0,4 Prozent schrumpfen wird. Wichtige Exportmärkte wie die jahrelang boomen­den Volkswirtschaften von Lateinamerika oder China werden heuer wesentlich langsamer wachsen als in den vergangenen Jahren. Henrik Herr, Private-Banking-Chef bei Credit Suisse in Österreich: „Ich sehe keine Chance, dass die Konjunktur rasch wieder anspringt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Depression beträgt zwar nur 30 Prozent. Am ehesten schlittert die ­Weltwirtschaft in eine Rezession, die fünf Jahre dauert.“ Richard Urwin, Leiter des Research bei der amerikanischen Fonds­gesellschaft BlackRock: „Vielleicht ist jetzt der Höhepunkt der Schmerzen für das Finanzsystem erreicht. Aber die Heilung wird lange dauern. Ich rechne frühestens 2010 mit einer Erholung.“

Abwarten und Teetrinken
Das bedeutet für Anleger, dass es trotz der günstigen Bewertung zumindest noch einige Monate dauert, bis sich ein Neueinstieg in die Aktienmärkte lohnt. Denn weitere Anpassungen der Gewinnschätzungen börsennotierter Konzerne stehen an. Anko Beldsnijder, Fondsmanager bei MainFirst Asset Management: „Die Prognosen der Analysten sind nach wie vor viel zu hoch. In einer Rezession fallen die Gewinne erfahrungsgemäß im Schnitt um 35 Prozent.“ Das ist in den Aktienbewertungen noch nicht überall eingepreist. HSBC-Deutschland-Chef Heger: „In die Aktienmärkte wird dann Bewegung kommen, wenn die Risikoprämien bei Unternehmensanleihen fallen. Damit rechnen wir erst im zweiten Halbjahr.“ Allzu euphorisch sollten Anleger, die schon in den Startlöchern scharren, aber nicht sein: Heger rechnet mit einem sehr moderaten Anstieg.

Bessere Zeiten für Börsianer  
Dass es heuer noch zu einer Aktienrallye kommen kann, glauben hingegen andere Experten. So sieht Goldman-Sachs-Chefstratege Peter Oppenheimer für europäische Aktien ab dem zweiten Quartal die Chance auf Kursanstiege zwischen 30 und 50 Prozent. Für den amerikanischen S&P-500-Index hält Goldman Sachs einen Anstieg auf 1.100 Punkte bis Jahresende für möglich. Das entspricht vom derzeitigen Niveau einem Kursgewinn von mehr als 18 Prozent. Ähnlich optimistisch ist Alois Wögerbauer, Chef der heimischen 3Banken-Fonds, was Wiener Papiere betrifft. Er meint, dass der Wiener ATX bis Jahres­ende um 20 Prozent zulegen kann (siehe Artikel ). Bei den riskanten Futures-Fonds, die im Vorjahr bis zu 65,7 Prozent an Wert ­gewannen, ist es unsicher, ob sich dieser Erfolg heuer wiederholen lässt. Sicher ist jedoch, dass Futures-Fonds als Beimischung das Risiko in einem Depot drücken, weil sie sich unabhängig von anderen Anlageklassen entwickeln (siehe Artikel ). Bei herkömmlichen Hedgefonds werden noch einige Monate vergehen, bis sich die Kreditklemme lockert. Erst dann sind die Hedgefonds-Manager wieder in der Lage, ihre Geschäfte mit ­Hebelwirkung voll aufzunehmen.

Auf der sicheren Seite  
Wem Aktien- oder gar Futures-Fonds zu unsicher sind, der kann sich an Produkte mit garantierter Verzinsung halten (siehe Artikel ). Erstaunlich hohe Zinsen auf das herkömmliche Sparbuch zahlt nach wie vor die VakifBank mit 4,625 Prozent bei einer Zwölf-Monats-Bindung. Bei täglich fälligen Guthaben bonieren ­autobank.at sowie easybank.at jeweils 4,6 Prozent. Aber wohl nicht mehr lange: Die Zinsen sind weiter im Sinkflug, denn der 3-Monats-Euribor, der oft als Basis für die Sparzinsen dient, ging seit Oktober kontinuierlich von 5,4 auf derzeit 2,76 Prozent zurück. Wer jetzt eine längere Bindung eingeht, kann sich daher noch schnell hohe Zinsen sichern. In den sinkenden Zinsen sehen Ex­perten Chancen für Anlageklassen wie Aktien. Fondsmanager Wögerbauer: „Der Sparsektor wird an Attraktivität verlieren, und Teile der liquiden Mittel werden wieder in andere Segmente zurückfließen.“

Von Robert Winter und Ingrid Krawarik

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