Die richtige Geld-Strategie 2014

Die richtige Geld-Strategie 2014

Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu. Das trifft besonders auf Super-Investor Warren Buffett zu. Sein Vertrauen in Aktien und Beteiligungen an Unternehmen blieb trotz Finanzkrise unerschüttert und erwies sich im Vorjahr als sehr lukrativ.

Dank der Kursgewinne der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway, als dessen Manager und Miteigentümer Buffett fungiert, vermehrte sich das Vermögen des 83-Jährigen im Jahr 2013 um rund 35 Millionen Dollar pro Tag. Ergibt unterm Strich für das Gesamtjahr etwa 12,7 Milliarden Dollar Ertrag. Von solchen Summen können herkömmliche Investoren nur träumen. Aber fast jeder, der im Vorjahr einen Teil seines Geldes in Aktien investierte, blickt nun auf Zugewinne.

So legten der deutsche DAX, der S&P 500 Index der Wall Street sowie der japanische Nikkei 225 im Vorjahr um rund ein Viertel zu. Mit mehr als 17 Prozent Rendite kam auch das Aktienbarometer EuroStoxx50, das den Kursverlauf der 50 größten europäischen Börsenkonzerne abbildet, gut über die Runden. Mit klarem Respektabstand und nur 5,6 Prozent Rendite schloss die Wiener Börse 2013 ab. So weit zur Vergangenheitsbewältigung. Nun stellen sich mehrere Fragen. Werden die großen Börsen der Welt den Takt vom Vorjahr halten? Nahen 2014 bessere Zeiten für Anleger, die Austro-Stocks am Depot haben? Lohnen Veranlagungen am Sparbuch oder in solide Staatsanleihen überhaupt noch? Welche Anlage-Alternativen stehen offen?

Glaubt man den Expertenprognosen, und dafür spricht einiges, dürfte es sich auch 2014 auszahlen, auf den Spuren von Warren Buffett zu wandeln und stärker als früher in Aktien zu investieren. Davon sind laut einer Umfrage der Anlagegesellschaft Universal-Investment zum Beispiel unabhängige deutsche Vermögensverwalter überzeugt. Die Finanzprofis, die mehrere Milliarden Euro Kundenvermögen verwalten, legen Privatanlegern nahe, den Aktienanteil in einem gestreuten Depot auf 50 Prozent zu erhöhen, was gegenüber der Empfehlung von Anfang 2013 einem Anstieg um zehn Prozentpunkte entspricht.

Dabei werden Aktien der Industrieländer, bevorzugt Papiere des EuroStoxx50 und des DAX, favorisiert. Unter den Sektoren orten die Geld-Profis die größten Chancen mit Aktien aus dem Gesundheitsbereich, gefolgt von Papieren der Branchen Energieversorgung, Finanzdienstleistung, IT und Nahrungsmittel. Dagegen spielt Gold bei den Vermögensverwaltern nur noch eine Nebenrolle.

Nicht verlassen sollte man sich darauf, dass die Börsenrallye mit gleichem Tempo weitergehen wird wie 2013. So fallen die Prognosen der Wall-Street-Strategen namhafter Institute - von Barclays bis hin zu JPMorgan - moderater aus. Im Durchschnitt sehen die Schätzungen den S&P 500 per Ende 2014 bei 1.960 Punkten, was einem Anstieg im Jahresverlauf von sechs Prozent entspricht. Weniger dynamisch, aber noch immer nicht schlecht - vor allem im Vergleich mit dem Sparbuch.

Mit 5,3 Prozent Kurschance fällt die Vorschau für den deutschen DAX-Index ähnlich aus. Deutlich mehr Optimismus hegen Finanzstrategen für den EuroStoxx50. Sie rechnen bis Jahresende mit einem Anstieg bis zu 15 Prozent. Zuversicht herrscht auch unter heimischen Fondsmanagern und Analysten. Sie glauben, dass der ATX bis Ende 2014 um knapp 13 Prozent zulegen kann. Dabei werden den Aktien von CA Immobilien, Immofinanz, Mayr-Melnhof Karton, Uniqa sowie Kapsch TrafficCom die besten Chancen auf nennenswerte Kursgewinne zugebilligt.

Ganz ohne Schrammen werden Anleger aber nicht immer über die Runden kommen. Je nach Region und Börse sind zwischenzeitliche Mini-Crashs mit Kursverlusten von zehn bis 15 Prozent möglich. Dabei wird viel davon abhängen, wie rasch und in welcher Höhe die US-Notenbank Fed die Reduktion ihres Anleihenankaufsprogramms vornimmt. Von Seiten der Zinspolitik droht den Börsen dagegen nur wenig Gefahr. Denn Janet Yellen, neue Chefin der Fed, wird sich hüten, an der Zinsschraube zu drehen und den aufkeimenden Aufschwung der Wirtschaft abzuwürgen. Auch in Europa rechnet niemand ernsthaft damit, dass die Leitzinsen auf absehbare Zeit steigen könnten.

Die Anleihen-Strategie

Damit wäre an sich das Umfeld auch für Anleihen nicht so schlecht. Immerhin sind niedrige Zinsen für diese Art von Wertpapieren ein starker Rendite-Treiber. Das Problem: Da Aktien einen ungleich höheren Ertrag in Aussicht stellen, sind sie im Markt wettbewerbsfähiger und somit ertragreicher. Im Gegenzug versprechen Anleihen - in der Regel - ein erhöhtes Sicherheitsprofil. Doch auch hier gilt: Je höher die Sicherheit, desto geringer der mögliche Profit.

Jener Teil der Portfolios, der schlicht gegen Inflation schützen und allenfalls einen minimalen Zusatzertrag bringen soll, kann in Staatsanleihen der Kern-Eurozone gelegt werden. Zuvorderst Deutschland. Mit einer Rendite von 1,88 Prozent schlägt das Staatspapier immerhin die österreichische Inflation von zuletzt 1,5 Prozent. Unter dem Sicherheitsaspekt kann man aber auch in Austro-Papiere investieren. Zehnjährige Laufzeiten rentieren mit knapp 2,2 Prozent. Dass der Ertrag merkbar höher als in Deutschland ist, liegt daran, dass die österreichische Volkswirtschaft sehr klein und somit für externe Schocks anfälliger und aus Investorensicht etwas risikobehafteter ist.

Wer einen Schuss mehr Risiko sucht, kann sich in ausgewählten Ländern der Euro-Peripherie umsehen: da vor allem Spanien. Die Pro-Argumente gegenüber Staatsanleihen aus Asien oder osteuropäischen Ländern: Ausschluss des Währungsrisikos und im Falle Spaniens eine Comeback-Story der iberischen Volkswirtschaft. Auf der anderen Seite bestehen natürlich nach wie vor gesellschaftliche und politische Risiken.

Institutionelle Investoren scheinen jedenfalls verstärkt an eine Erfolgsstory für Spanien zu glauben. Die einschlägigen Papiere fanden bei den jüngsten Auktionen des spanischen Staates reißenden Absatz. Bonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren bringen derzeit 3,7 Prozent Ertrag.

Um österreichischen Anlegern Unternehmensanleihen schmackhafter zu machen, hat die Wiener Börse ein eigenes Marktsegment, den Corporates Prime entwickelt. Für Anleihen, die dort gelistet sind, müssen erhöhte Publikations- und Transparenzrichtlinien übernommen werden. Interessant aus diesem Segment erscheint die in knapp fünf Jahren fällige Novomatic-Anleihe (ISIN AT0000A0XSN7).

Viel Bewegung wird man dieses Jahr auch im europäischen Markt für Banken-Anleihen beoachten können. Grund sind die verschärften Kapitalbestimmungen im Rahmen von Basel III. "Diese führen zu einem richtigen Kapital-Wettrüsten“, heißt es aus der Analyseabteilung von Royal Bank of Scotland gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die britischen Experten gehen davon aus, dass dieses Jahr rund 50 Milliarden an so genannten Tier1-fähigen Anleihenemissionen auf den Markt treffen - und von diesem auch absorbiert werden. Tier1-Kapital fällt unter besonders strenge Kapitaldefinitionen und wird zu Absicherung von Krediten gegengerechnet. Das Risiko bei solchen Anleihen ist: Sie verfügen über keine Endfälligkeit und können bei Bedarf in Aktien gewandelt werden. Wen das nicht stört, wird unter anderem bei der BNP Paribas (ISIN FR0010239319) fündig. Generell sind Anleihen von robusten Banken durchaus wieder interessant.

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