Die Fondsbilanz 2011: Österreichs krisenfeste Fonds

Im Vorjahr waren die Rahmenbedingungen für Fondsmanager außerordentlich schwierig. Trotzdem schafften es die erfolgreichsten, ordentliche Gewinne zu erzielen. Und das sogar mit Aktien.

Der Blick auf die Depotabrechnung des Vorjahres fällt diesmal ziemlich unerfreulich aus. Die meisten Börsen rutschten 2011 tief ins Minus. Auch mit Anleihen konnte man nur mit etwas Geschick und Glück Geld verdienen. Schließlich sind selbst vermeintlich sichere Euro-Staatsanleihen oftmals in die roten Zahlen gerutscht. Umso erstaunlicher ist die Leistung der besten Fondsmanager. Trotz der oft unberechenbaren Kurssprünge gelang es ihnen, das Jahr mit erfreulichen Gewinnen zu beenden – oder wo dies absolut nicht möglich war, zumindest halbwegs glimpflich davonzukommen. FORMAT zeigt, was die besten Fondsmanager Österreichs in den wichtigsten Fondskategorien geleistet haben und welche Fonds auch in Zukunft die besten Chancen auf solide Erträge bieten.

Das Jahr der Anleihen

Wenig überraschend schnitten letztlich die Anleihenfonds deutlich besser ab als Aktienfonds. Obwohl gerade die hohe Staatsverschuldung das Kernproblem darstellte, reagierte die Herde der Investoren nach gewohntem Muster und flüchtete angesichts der allgemeinen Unsicherheit in erfahrungsgemäß sichere Häfen. Dazu zählten nicht nur deutsche Staatsanleihen, sondern auch US-Papiere, obwohl diese Mitte des Jahres den Nimbus des AAA-Best-Ratings verloren.

Weil bei der Qual der Wahl zwischen Euro und Dollar die Entscheidung oft zugunsten Amerikas ausfiel, liegen auffallend viele Dollar-Anleihenfonds in der Jahresabrechnung vorn. Bester Fonds 2011 einer österreichischen Bank wurde der Schoellerbank USD Rentenfonds mit immerhin 15,6 Prozent Jahresrendite. Fondsmanager Jakob Frauenschuh übernahm zwar erst Mitte des Jahres die Verantwortung für den Fonds, kann sich aber jetzt über die Pole-Position freuen: „Bis Oktober haben wir auf lange Anleihe-Laufzeiten gesetzt, jetzt haben wir Gewinne mitgenommen und sind zur Vorsicht auf eine durchschnittliche Laufzeit von viereinhalb Jahren zurückgefahren.“

Momentan liefern die Papiere im Fonds nur noch eine mittlere Rendite von 1,6 Prozent. Sollten die Anleihezinsen wieder steigen, sind die Anleger durch die aktuelle Strategie vor allzu herben Verlusten geschützt. Hintergrund: Je länger die Laufzeit der Anleihen, desto sensibler reagiert der Fonds auf Zinssteigerungen. Bewegt sich das allgemeine Zinsniveau bei zehnjährigen Papieren um ein Prozent nach oben, gehen damit rund neunprozentige Kursverluste einher. Bei vierjährigen Laufzeiten drohen nur noch knapp vier Prozent Minus.

Entscheidend für das weitere Abschneiden der Dollar-Anleihenfonds ist der Wechselkurs. Steigt der Dollar weiter in Richtung 1,20, bleiben Dollar-Engagements erfolgreich. Sollte die Eurozone wider Erwarten zerbrechen, ist man auf der Gewinnerseite, selbst ein Kurs von eins zu eins gegenüber dem Euro ist dann nicht auszuschließen. Angesichts der Unberechenbarkeit der Wechselkurse bleibt aber jede Dollar-Wette riskant.

Biotech legt wieder zu

Während die Gewinnchancen bei soliden Anleihen weitgehend ausgereizt sind und nur eine Eskalation der Drohpotenziale im Jahr 2012 weitere Gewinne verspricht, stehen bei den Aktiengewinnern des Vorjahres weiterhin alle Ampeln auf Grün. Der einzige Aktienfonds, der sich im Vorjahr unter die Top 10 einreihen konnte, ist der ESPA Stock Biotec der Erste Bank. Fondsmanager Harald Kober sorgte mit einem Plus von 12,9 Prozent für das drittbeste Resultat sämtlicher Fonds und bleibt auch für die Zukunft optimistisch: „Der Auslöser des Kursanstiegs der Biotech-Aktien war der Trend zu Unternehmensaufkäufen von Biotech-Unternehmen durch Pharmakonzerne. Diesen fehlen nach einer Reihe von Patentabläufen die Umsatzbringer. Umgekehrt haben Biotech-Unternehmen vielversprechende Medikamente, es fehlen ihnen aber oft die Absatzkanäle.“ Wenn die Pharmakonzerne innovative Biotech-Unternehmen aufkaufen, ist also beiden geholfen.

Blick auf die Drei-Jahres-Bilanz

Das Jahr 2011 sorgte wahrlich für kein Honigschlecken für Aktionäre. Allerdings sollte man die Ergebnisse im Krisenjahr relativieren. Sicherlich ist ein durchschnittlicher Verlust von 15,6 Prozent für einen Europa-Aktienfonds unerfreulich. Mit dem seit vielen Jahren soliden Spängler Quality Growth Europe blieben Anleger mit einem Minus von 1,5 Prozent aber im verschmerzbaren Bereich. Und auf Sicht von drei Jahren sind die Kunden mit einem mittleren Jahresgewinn von 14,8 Prozent wahrlich nicht schlecht bedient. Besonderer Vorteil des Spängler-Fonds: Bankaktien werden gemieden, der Fondsmanager kauft strategisch nur Unternehmen mit halbwegs verlässlichem Gewinnwachstum.

Österreich kam unter die Räder

Wirklich Grund zum Klagen haben alle Anleger, die der Wiener Börse die Treue hielten. Im Schnitt waren Wien-Aktienfonds mit einem Minus von 31,7 Prozent am schlechtesten dran. Selbst wenn man Besitzer des Kategoriebesten, des 3 Banken Österreich-Aktienfonds, war, ist das nur ein schwacher Trost. 28 Prozent minus sind schmerzlich genug. Aber auch hier zeigt sich die Grundregel, dass Aktionäre vor allem langen Atem beweisen müssen. Auf Dreijahresbasis ist der 3-Banken-Fonds mit einem Plus von 17,3 Prozent pro Jahr hochweiß.

Die besten Euro-Anleihenfonds 2011

Die besten US-Aktienfonds 2011

– Martin Kwauka

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