Die Bilanzsaison sorgt für viele
positive Überraschungen

Die Berichtssaison der Börsekonzerne ist vielversprechend angelaufen. FORMAT analysiert, wer gut verdient und wie Teilnehmer des Anlegerspiels „Börseprofi 2011“ ihre Gewinnchancen wahren.

Manchmal tut scheiden überhaupt nicht weh. So wird es Eric Schmidt, bisher Chef des Internetsuchmaschinen-Betreibers Google, sicher verkraften, dass er im April das Ruder an Google-Mitbegründer Larry Page übergeben muss. Immerhin wird Schmidt der Rückzug in den Aufsichtsrat mit einer Abfindung von 100 Millionen Dollar versüßt. Selbst dieser Betrag nimmt sich im Vergleich zu den sprudelnden Gewinnen der Börsekonzerne aber nur als besseres Taschengeld aus.

Besonders an der New Yorker Börse kommt das Milliardenrad immer schneller in Schwung. Laut Analystenschätzungen wird das abgelaufene Quartal an der Wall Street insgesamt mit einem noch nie erzielten Rekordgewinn abschließen. Einen Vorgeschmack auf die Wunderernte gab Mitte Jänner die US-Bank JPMorgan, die zwischen Oktober und Dezember des Vorjahres 4,8 Milliarden Dollar Gewinn einfuhr. Der Chipkonzern Intel schloss das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte mit 3,4 Milliarden Dollar Quartalsprofit, Apple brachte es dank des Absatzbooms von iPhone und iPad gar auf sechs Milliarden Dollar Nettogewinn.

Von deutlich gestiegenen Profiten konnten auch Google, General Electric und der Ölfeld-Ausrüster Schlumberger berichten. Bernhard Langer, weltweiter Chef für quantitative Aktienstrategien der Fondsgesellschaft Invesco: „Die Kostensenkungen der US-Konzerne zeigen weiter Wirkung. Es ist aber zu bedenken, das bis Ende vergangener Woche erst 81 der größten 500 amerikanischen Börsekonzerne ihre Zahlen bekannt gegeben haben.“

Laut Schätzungen des US-Analysehauses Zacks könnten die Gewinne der größten 500 US-Konzerne für das Gesamtjahr 2010 in Summe 780 Milliarden Dollar erreichen. Das würde gegenüber 2009 einen Gewinnsprung von knapp 44 Prozent bedeuten. Unter den deutschen Konzernen konnte diese Woche Siemens mit sehr guten Zahlen aufwarten, der Softwarekonzern SAP erfüllte trotz hoher Rückstellungen für Schadenersatzansprüche die Analystenerwartungen.

Kurstreiber für das Börsespiel

Die über 5.300 Teilnehmer am FORMAT-Anlegerspiel (der Neueinstieg ist noch bis 31. März möglich, Registrierung unter www.boerseprofi.at ) sollten den Bilanzreigen weiterhin hautnah verfolgen, kommt doch speziell an den Aktienmärkten von Österreich und Deutschland die Berichtssaison erst richtig in Fahrt. Einen Überblick über Quartals- und Jahreszahlen wichtiger Börsekonzerne gibt der Terminkalender . Aspiranten zum „Börseprofi 2011“, bei dem unter allen Teilnehmern ein Volvo V60 DRIVe im Wert von 33.000 Euro verlost wird, sollten in nächster Zeit verstärkt auf Aktien setzen. Invesco-Anlageprofi Langer: „Die 2009 gestartete Aktienrally ist bereits im letzten Drittel. Speziell bis April sind die Chancen auf Kursanstiege aber gut. Ich traue dem deutschen Leitindex DAX in den nächsten drei Monaten den Sprung auf 8.000 Punkte zu.“ Das entspricht gegenüber dem aktuellen Niveau einem Kurspotenzial von rund 12 Prozent. Zu den von Langer favorisierten Sektoren zählen Chemie, Pharma sowie Maschinenbau.

Monika Rosen, Chef-Analystin des UniCredit Private Banking: „Die Börsen haben sich im Vorjahr gut entwickelt, aber die Kurse hinken der Gewinnentwicklung der Konzerne hinterher. Zusätzlich ist die Aktienquote amerikanischer Großanleger im historischen Vergleich sehr tief, während die Anleihenrenditen gering sind.“ Das könnte zu Umschichtungen in Aktien führen. Wolfgang Matejka, Chef von Matejka & Partner: „Die US-Wirtschaft entwickelt sich positiv, die Quartalszahlen der Wall-Street-Konzerne werden wieder die Erwartungen schlagen. Selbst um Apple mache ich mir wenig Sorgen, immerhin nimmt Steve Jobs schon zum dritten Mal Abschied vom Unternehmen.“ Als weiteren Grund für steigende Aktienkurse führt der Experte ins Treffen, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Aktien im direkten Vergleich zur Bewertung von Anleihen (eine Anleihenrendite von 3,5 entspricht einem KGV von 29) klar für Dividendenwerte spricht.

Matejka empfiehlt, die Ausschüttungen zu beachten: „Die Dividendenrendite von A1 Telekom Austria liegt aktuell bei 7,4 Prozent. Damit erhalten Anleger mehr als bei so gut wie jeder Anleihe.“ Auch beim Energiekonzern OMV sowie bei Kapsch TrafficCom stünden die Chancen auf erfreuliche Quartalszahlen gut. Matejka: „AT&S hat schon Zahlen gelegt. Sie waren gut, haben aber die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ich bleibe trotzdem positiv, das Unternehmen macht die weltbesten Leiterplatten mit integrierten Chips.“ Wie gut der amerikanische Börse-Highflyer NVIDIA durch das Schlussquartal 2010 kam, wird sich am 17. Februar anlässlich der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen zeigen.

– Robert Winter

Top-Termine für Aktionäre

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25. 2. Deutsche Telekom
25. 2. Erste Group
28. 2. Bayer
28. 2. Lenzing
28. 2. Kapsch Traffi cCom
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