Der Weg zur ersten Million

Der Aufbau eines großen Vermögens ist keine Hexerei. FORMAT zeigt, mit welchen Fonds Sie die besten Chancen haben, und analysiert, warum sich Fondspolizzen dank Steuervorteil auf lange Sicht auszahlen.

Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu, sagt ein altes Sprichwort. Sind erst einmal die ersten 100.000 Euro geschafft, ist der Weg zur ersten Million gar nicht so beschwerlich. Es braucht nur einen langen Atem und ein gerüttelt Maß an Mut, um sich über kurz oder lang im Kreis der Millionäre zu tummeln. Und wenn man dann noch monatlich 200 Euro dazulegt, geht es noch schneller. Bei einem durchschnittlichen Jahresertrag von neun Prozent kann sich der Gesamteinsatz schon nach 25 Jahren auf über eine Million vermehren.

Auch ohne Starthilfe kommt man zum Ziel. Rein rechnerisch reichen auch 600 Euro im Monat über 25 Jahre und zwölf Prozent Jahresertrag zum Lebensziel Millionär. In der Praxis sind Mischvarianten realistischer, also ein kleinerer Startbetrag und zwischenzeitliche Extra-Einzahlungen. Und wenn das Guthaben am Ende aufgrund geringerer Raten nur eine deutlich sechsstellige Höhe erreicht, wäre auch das allemal ein stattliches Vermögen. Wichtig ist einzig und allein, der Wirkung des Zinseszinses eine Chance zu geben.

Wer nun denkt, dass solch hohe jährliche Erträge dem Reich der Fantasie entspringen, sollte einen Blick in den Rückspiegel werfen. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre waren speziell die Börsen der aufstrebenden Staaten für hohe Erträge gut. Trotz heftiger Börsenkrisen waren jährliche Renditen von zehn, zwölf oder gar 15 Prozent möglich.

Lohn des Risikos

Am oberen Ende der Skala findet sich dabei der Lateinamerika-Aktienfonds BlackRock Latin America, der seit Februar 2002 im Schnitt einen jährlichen Ertrag von über 15 Prozent brachte. Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, zeigen zahlreiche andere Fonds, die an den Börsen Asiens investieren. Sie konnten trotz des erhöhten Risikos der Exotenbörsen ebenso zweistellige Jahresrenditen einfahren wie handverlesene Europa-Aktiendepots oder Goldminen-Fonds.

Stichwort hohe Renditen: Auch im bisherigen Jahresverlauf waren Investoren mit Aktien auf dem richtigen Dampfer. In den USA kletterte der S&P-500-Index, der die Kurse der 500 größten US-Börsenkonzerne widerspiegelt, auf ein Vierjahreshoch. Allein seit Anfang Jänner legte die deutsche Börse um 19 Prozent zu. Mit Kursgewinnen von 18 Prozent gab die Wiener Börse ebenso ein starkes Lebenszeichen von sich. Mit anderen Worten: Schon in zweieinhalb Monaten wurde das Ziel eines zweistelligen Jahresertrags mehr als erfüllt.

Für den langfristigen Vermögensaufbau wäre eine Atempause an den Aktienmärkten durchaus verkraftbar. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass heuer noch das eine oder andere Ertragsprozent dazukommt. Laut einer aktuellen Befragung der Bank of America Merrill Lynch unter 278 weltweit tätigen Fondsmanagern hat sich die Stimmung der Geldverwalter in den vergangenen Monaten deutlich gebessert. Aktuell glauben 28 Prozent der Befragten, dass sich die weltweite Konjunktur auf Jahressicht aufhellen wird. Zum Vergleich: Mitte Februar befanden sich erst elf Prozent der befragten Anlageprofis im Lager der Konjunkturoptimisten.

Dennoch haben viele Geldverwalter bislang mit neuen Investments zugewartet, halten sie doch aktuell noch mehr als vier Prozent ihres verwalteten Vermögens in Form von Cash. Sobald Bewegung in die Masse kommt und die Fondsmanager ihr Bargeld wieder an den Börsen arbeiten lassen, wird das den Kursen erneut Vorschub leisten.

Aufseiten der Aktienbewertung spricht wiederum viel dafür, dass die Schwellenländerbörsen, die sich in den ersten drei Märzwochen relativ schwach entwickelten, neuen Schwung bekommen können. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), sind die weltweiten Aktienmärkte der aufstrebenden Staaten mit einem Wert von 10,3 deutlich günstiger bewertet als die etablierten Börsen der Industriestaaten, die im Schnitt einen KGV-Wert von 13,2 aufweisen. Und für Investoren, die auf Sicht von mehreren Jahren oder gar Jahrzehnten agieren, stehen die Börsenampeln ohnehin auf Grün.

So glaubt Acatis-Chef Hendrik Leber (Bild) , dass nach einer langen schwierigen Phase bald eine reiche Ernte eingefahren werden kann: "Wir stehen vor spektakulären Durchbrüchen im Bereich des mobilen Internets. Bis zum Jahr 2020 werden weltweit 50 Milliarden Geräte miteinander kommunizieren, die positiven Folgen lassen sich noch gar nicht richtig abschätzen. Nach einer neuen Studie könnte allein dieser Faktor die jährliche weltweite Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent erhöhen.

Auch im Bereich Biotech werden wir aufgrund einer zehnjährigen intensiven Forschung ganz neue Meilensteine erreichen. Und der Aufschwung in den Schwellenländern sorgt für Millionen neuer Konsumenten.“ Leber ist durchaus ernst zu nehmen. Er gilt als einer der bekanntesten Fondsmanager Deutschlands, der ähnlich wie US-Legende Warren Buffett agiert und nur auf deutlich unterbewertete Aktien setzt. Leber: "Auch wenn die Börsen nicht mehr ganz so günstig wie am Tiefpunkt im März 2009 sind, finden wir immer noch reichlich Gelegenheiten wie zum Beispiel die russische Energieaktie Gazprom oder die US-Softwareschmiede Microsoft.“ Übrigens: Die Expertise Lebers steckt zum Beispiel im Acatis Aktien Global Value Fonds mit der österreichischen ISIN-Nummer AT0000A0KR36.

Reich mit System

Egal, ob die Börsen nun kurzfristig weiter stark zulegen oder in ruhigeres Fahrwasser zurückkehren - wer auf lange Sicht am Weg zum Millionär auf einen Fondssparplan vertraut, schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Einerseits ist der Einstieg in das Fondssparen bereits mit Monatsraten ab rund 30 Euro möglich. Darüber hinaus können die Einzahlungen flexibel gestaltet werden. Erhöhungen der monatlichen Ansparrate sind ebenso möglich wie ein zeitweiliges Aussetzen der Zahlungen. Beim Einstieg kommen Anleger am günstigsten weg, wenn die Fondsanteile bei Online-Banken wie direktanlage.at, bankdirekt.at oder Brokerjet gekauft werden. Diese Anbieter offerieren die weltweit besten Fonds zu attraktiven Konditionen. Dabei ist je nach Veranlagungsbetrag eine Reduktion der Verkaufsspesen, die bei Aktienfonds in der Regel bei etwa fünf Prozent liegen, auf die Hälfte oder weniger möglich.

Dazu kommt, dass Investoren durch den sogenannten Cost-Average-Effekt fast wie mit einem Autopiloten unterwegs sind. In Phasen mit hohen Börsenkursen werden wegen der konstanten Ratenzahlungen weniger von den teuren Anteilen zugekauft. Wenn die Kurse im Zeitverlauf absacken, kommen dagegen sofort relativ viele neue Anteilsscheine günstig ins Depot. Sobald die Aktienkurse wieder anspringen, profitieren diese wohlfeil erstandenen Anteile besonders stark von den neuerlichen Kursgewinnen. Darüber hinaus wirkt bei einem über zehn, 20 oder mehr Jahre abgeschlossenen Sparplan der Zinseszinseffekt wie ein Turbo auf die Vermögensentwicklung.

So werden aus 360-mal 100 Euro Monatsrate am Ende einer 30-jährigen Ansparphase bei zwei Prozent Sparbuchzinsen 49.209 Euro. Bei sonst gleichen Bedingungen, aber zehn Prozent Durchschnittsrendite vermehrt sich der Einsatz dagegen auf 208.085 Euro.

Das funktioniert auch in der Praxis. Beim erfolgreichsten Sparplan der vergangenen 20 Jahre, dem China-Aktienfonds Baring Hong Kong China, wurde aus 240-mal 100 Euro Einzahlung, also aus insgesamt 24.000 Euro, nach 20 Jahren ein Vermögen von 109.676 Euro - und das trotz des gewaltigen Absturzes ab Herbst 2007.

Auf neuen Höchstständen notiert dagegen der regional breiter gestreute Asien-Aktienfonds First State Asia Pacific. So ist im Kursverlauf des Fonds der weltweite Börsencrash nach dem Platzen der Internet-Blase nur als kleine Delle erkennbar.

Deutlicher sichtbar ist der Rückschlag nach dem Ausbruch der Finanzkrise von Herbst 2007 bis März 2009. Damals verringerte sich das ab 1992 via Fondssparplan angesammelte Vermögen von rund 70.000 auf knapp über 40.000 Euro. Danach sorgte nicht zuletzt der Cost-Average-Effekt dafür, dass die Verluste bereits im Frühjahr 2010 wieder wettgemacht waren. Zur Freude der Investoren stieg das angesparte Vermögen danach weiter deutlich an.

Man muss nicht alles Geld auf exotische Märkte setzen, um das Vermögen im Schnellschritt zu vermehren. Der weltweit anlegende Aktienfonds Carmignac Investissement sorgte als Sparplan in den vergangenen 20 Jahren für einen Gesamtertrag von 255 Prozent. Wer seit Februar 1992 monatlich 100 Euro in den Fonds einzahlte, vermehrte also seinen gesamten Einsatz von 24.000 Euro zu einem aktuellen Vermögen von 85.713 Euro.

Tipp: Einen guten Überblick, wie sich alle in Österreich registrierten Fonds in guten wie in schlechten Börsenzeiten geschlagen haben, liefert die Website des Fondsportals www.morningstar.at. Hier lassen sich Tausende Fonds auf Herz und Nieren durchleuchten und die aktuell besten Fonds einer Anlagekategorie direkt nach der Ertragsentwicklung in verschiedenen Zeiträumen vergleichen. Zusätzliche Infos, wie einzelne Fondssparpläne im Zeitverlauf über die Runden gekommen sind, liefert die Homepage von www.infos.com.

Steuer als Renditefresser

So spektakulär die Erfolge der besten Fonds der Welt in den vergangenen Jahren waren, in Zukunft wird der Kapitalaufbau aller Wahrscheinlichkeit nach etwas langsamer vonstatten gehen. Das liegt nicht nur an den vermutlich geringeren Wachstumsraten in China & Co, sondern noch stärker am Fiskus, der ab 1. April von jedem Kursgewinn 25 Prozent für sich behält. Allerdings gibt es einige Kunstgriffe, die Steuerbelastung zumindest kräftig zu senken. Einerseits bleiben alle Investments, die bis Ende 2010 getätigt wurden, dauerhaft vom neuen Steuerregime verschont. Andererseits kann man durch den Fondskauf unter dem Mantel einer Fondspolizze weiterhin der KESt ganz legal entkommen .

Zwar fallen stattdessen anfangs vier Prozent Versicherungssteuer und zusätzliche Spesen an, unter dem Strich lohnt sich aber der Wechsel in eine Fondspolizze zumindest für frisches Geld. Am meisten von der Lebensversicherungs-Variante profitiert naturgemäß derjenige, der langfristig die höchsten Gewinne erzielt. Die einmalige Eingangssteuer ist rasch verdaut. Aber am Ende kann man das Vermögen, auch wenn es auf eine Million angewachsen ist, ohne Abzug entnehmen.

direktanlage.at
bankdirekt.at
www.brokerjet.at
www.morningstar.at
www.infos.com

Robert Winter, Martin Kwauka, Carolina Burger

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