Der steigende Ölpreis füllt die Auftragspipeline von Schoeller Bleckmann Oilfield

Schoeller Bleckmann nutzte die Krise, um Schulden abzubauen. Die wachsende Auftragspipeline bringt frischen Fahrtwind – auch für die Aktien.

Es geht um eine halbe Million Euro – und zwar täglich. So teuer ist schon der Normalbetrieb einer Ölbohrinsel. „Und wenn der Bohrturm steht, weil in zehn Kilometer Tiefe etwas bricht, kann das Millionen kosten“, so Gerald Grohmann, Chef von Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (SBO). Kein Wunder, dass nicht gespart wird, um die besten Bohrkomponenten einzusetzen. Bei jedem dritten Bohrvorhaben kommt Hightech aus dem niederösterreichischen Ternitz zum Zug. Der Clou: Mithilfe der SBO-Bohrkomponenten kann man nicht nur geradeaus, sondern auch um die Ecke bohren. Damit gelingt es, die Rate von Fehlbohrungen drastisch zu senken. Als Weltmarktführer in der Richtbohrtechnik ist der ATX-Titel ein Kandidat für ­außergewöhnliche Kursbewegungen. FORMAT zeigt Risi­ken und Chancen des Geschäftsmodells und analysiert das Potenzial der SBO-Aktie.

Wette auf den Ölpreis  
Das Problem der SBO: Wie sich der Börsenkurs entwickelt, liegt kaum in ihrer Hand, sondern hängt hauptsächlich vom aktuellen Ölpreis ab ( siehe Chart ). Wie sehr das Geschäft von Schoeller Bleckmann von diesem Faktor dominiert ist, spürte der Konzern zuletzt zum Jahreswechsel 2008/2009, als der Ölpreis auf ein Rekordtief von unter 40 US-Dollar sackte und viele geplante Bohrprojek­te auf Eis gelegt wurden. Börsenexperte Wolfgang Matejka: „Ob Umsatz gemacht wird, ist vom Ölpreis abhängig. Wenn die SBO allerdings volle Auftragsbücher hat, verdient der Konzern hervorragend, weil die Margen hoch sind.“

Ölprojekte wiederbelebt
Seit Anfang 2010 gibt es Grund zum Aufatmen. Weltweit sind wieder knapp 3.000 Bohrstationen in Betrieb – am Tief 2009 waren es nur 2.000. Raiffeisen-Fondsmanager Hannes Loacker: „Bei SBO merkt man ganz deutlich, dass sich die Auftragslage bessert, weil die Ölmultis ihre Investitionen er­höhen.“ Prompt hat sich der SBO-Kurs in den vergangenen Monaten verdoppelt. Das Unternehmen ist für einen neuerlichen Wirtschaftsaufschwung gut gerüstet. „2009 hat sich SBO entschuldet“, lobt Matejka. Mittelfristig plant SBO-Chef Grohmann sogar die Übernahme eines Top-Ölser­viceunternehmens und will sein Business so um ein viertes Segment erweitern.

Wenige Kunden viel Geld
Etwas mehr eigene Marktmacht könnte nicht schaden: Der SBO-Umsatz hängt an nur sechs bis acht internationalen Abnehmern. Halliburton, Schlumberger und Weatherford sind die größten Kunden. Im Kurs der Aktie sind nach dem jüngsten Kursanstieg viele positiven Signale eingepreist. Das geschätzte KGV für 2010 liegt bei 28,5. Loacker: „Von billig kann keine Rede mehr sein. Aber Ölserviceunternehmen haben ein großes Wachstumspotenzial. Wenn die Aufträge stark steigen, rechtfertigt das die momentan höhere Bewertung.“ Börsenprofi Matejka: „Wer einsteigen möchte, sollte einen Kurs unter 40 Euro pro Aktie abwarten.“ Fazit: Zieht der Ölpreis weiter an, ist man mit SBO-Aktien voll dabei. Es bleibt aber Zeit, um noch günstiger einzusteigen.

Carolina Burger

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik