Der Countdown für die Investitions-Prämie läuft: Durch Investition doppelt Steuer sparen

Selbständige Einnahmen-Ausgaben-Rechner können sich für 2008 wieder bis zu 50.000 Euro Steuerprämie sichern, wenn sie die entsprechenden Ausgaben tätigen. Neben Investitionen werden auch Anlagen in Fonds und bei bundesschatz.at anerkannt. FORMAT zeigt, wer profitiert und was noch vor Jahresende zu unternehmen ist, um die ­lukrative Steuerprämie zu kassieren.

Zu den Profiteuren des offiziell „Freibetrag für investierte Gewinne“ (FBiG) genannten Steuergeschenks zählen alle Selbständigen, die ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln. Dazu gehören:
– kleine Gewerbetreibende, die nicht per doppelte Buchhaltung bilanzieren müssen,
– Freiberufler wie Ärzte, Psychotherapeuten, Anwälte, Autoren, Künstler oder Journalisten,
– neue Selbständige auf Werkvertragsbasis oder freie Dienstnehmer,
– Angestellte mit einem selbständigen Nebenjob,
– Gesellschafter-Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Stiftungsvorstände.

Unechtes Weihnachtsgeld
Diese Personengruppen können weder begünstigte Sonderzahlungen wie Arbeitnehmer kassieren noch die Steuervorteile von Körperschaften, etwa einer GmbH, nutzen. Deswegen steigt die Steuerprogression bei Jahreseinkommen jenseits von 51.000 Euro auf 50 Prozent. Und selbst bei knapp über 10.000 Euro im Jahr müssen schon 38,3 Prozent Steuern gezahlt werden. Das gilt auch für Arbeitnehmer mit selbständigem Nebenjob. Wer als Angestellter bereits 51.000 Euro Jahreseinkommen erreicht und dann über Honorarnoten 2.000 Euro Zusatzgewinn erzielt, dem bleibt davon netto exakt ein Tausender übrig. Seit 2007 gibt es eine Kompensation: Der FBiG führt zur Einführung einer Art Urlaubs- und Weihnachtsgeldbegünstigung für alle Einnahmen-Ausgaben-Rechner.

Investieren oder sparen
Der FBiG ist mit 100.000 Euro pro Jahr begrenzt (und dementsprechend der effektive Steuervorteil mit 50.000 Euro). Allerdings müsste man dafür schon Einkommensmillionär sein. Es gibt zwei Wege, um die Prämie zu kassieren: Man kann investieren oder – noch einfacher – bestimmte Wertpapiere kaufen und vier Jahre behalten. Eine Kombination beider Varianten ist möglich. Anrechenbare Investitionen sind Neuanschaffungen über 400 Euro, die auch mindestens vier Jahre im Unternehmen bleiben. Tipp: Wenn ein Gerät vorzeitig kaputtgeht, ist es am einfachsten, es die erforderliche Zeit im Betrieb stehen zu lassen. Für diejenigen, die Umsatzsteuer abführen müssen, gelten die 400 Euro als Nettogrenze. Die Auswahl möglicher Güter reicht vom PC bis zu Maschinen und Büromöbeln. Ausgenommen sind Gebäude, gebrauchte Güter und Pkws.

Doppeltes Steuergeschenk
Man kann durch echte Investitionen doppelt Steuer sparen: erstens die Absetzung als Betriebsausgaben, zweitens zusätzlich über die Investitionsprämie. Steuerberater Joseph Böck: „Bei teilweise privat genutzten Gütern wie etwa Computern steht der FBiG voll zu, wenn sie überwiegend betrieblich genutzt werden.“ Der FBiG ist begrenzt mit zehn Prozent des zu versteuernden Jahreseinkommens 2008 aus selbständigen Tätigkeiten (berechnet aus Einnahmen minus sämtlichen absetzbaren Ausgaben wie Sozialversicherung, Bürobedarf, Lohnkosten oder Reisespesen). Wer also zum Beispiel 40.000 Euro Jahreseinkommen versteuern muss, kann bis zu 4.000 Euro als Investfreibetrag geltend machen und muss dementsprechend nur noch 36.000 Euro versteuern. Bei einem Nebenjob von 2.000 Euro sind immerhin noch 200 Euro FBiG möglich.

Alternativen: Anleihen und Fonds
Ehe man jetzt kurz vor Jahresende teure Anschaffungen vornimmt, ist es einfacher, anrechenbare Wertpapiere zu erwerben und mindestens 48 Monate im Depot liegen zu lassen. Infrage kommen Anleihen und Fonds, die auch zur Pensionsrückstellung geeignet sind. Das sind zum Beispiel Bundesanleihen und Bankanleihen. Wichtig ist, dass die Papiere noch mindestens 48 Monate Restlaufzeit haben, da Ersatzanschaffungen von Wertpapieren nicht erlaubt sind. Bei den Fonds gibt es reine Euro-Anleihenfonds, aber auch einige Mischfonds aus Anleihen und Aktien, die überwiegend in Euro veranlagen. Außerdem sind Immobilieninvestmentfonds erlaubt, die direkt in Immobilien anlegen.

Eigenes Depot für FBiG
Derzeit haben reine Anleihenfonds die Nase vorn (siehe Tabelle ). Es ist sinnvoll, für die Investitionsprämie ein eigenes Depot zu eröffnen, weil man sonst gegebenenfalls zum Nachweis das normale Depot offenlegen müsste. Ganz sicher, unkompliziert und spesenfrei ist das Sparen auf www.bundesschatz.at . Dort bekommt man zum Beispiel derzeit für die ersten zwei Jahre fix 3,5 Prozent. Danach kann man eine neue Bindung wählen, um die erforderliche Laufzeit von vier Jahren zu erreichen. Einziges Problem: Man muss unbedingt heuer noch einzahlen!

Von Martin Kwauka

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