"DAX steigt bis Jahresende auf 7400 Punkte"

Die griechische Tragödie hat wieder einen Akt überstanden. 130 Milliarden sind es diesmal, die die Hellenen vor dem Bankrott schützen sollen – vorläufig.

Die Börsen hatten die Freigabe des Rettungspakets bereits erwartet. Schon vor Bekanntgabe der Entscheidung markierte der deutsche Leitindex DAX mit knapp 7.000 Punkten ein neues Jahreshoch. Helge Rechberger, Aktienanalyst bei Raiffeisen: "Der Haken an dem Paket ist, dass auch diesmal die Griechenland-Rettung nicht endgültig ist, sondern das Thema schon bald wieder auf die Tagesordnung der EU-Politiker kommen wird, das enttäuschte die Börsianer."

Buy the rumor, sell the news

Ganz nach dem Motto "Kaufe wenn Gerüchte aufkommen, verkaufe wenn die Entscheidung getroffen ist", gingen die Börsen nach Verkündung des Rettungspakets erst einmal auf Talfahrt. Zusätzlich belasteten die Zahlen des aktuellen Einkaufsmanagerindizes für die Privatwirtschaft in der Euro-Zone, die im Februar überraschend um 0,7 auf 49,7 Punkte absackten. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Anstieg auf 50,6 Zähler gerechnet. Die Rezessionsgefahr nimmt damit wieder zu. Zu Börsenschluss notierte der DAX am Mittwoch mit einem Minus von 0,93 Prozent bei 6863 Punkten. Doch trotz der vorläufigen Gewinnmitnahmen glaubt Rechberger aber nicht, dass die Hausse vorbei ist.

Bis Jahresende sieht er den DAX sogar bei 7.400 Zählern und den ATX bei 2.450. Rechberger: „Die Notenbanken fluten die Märkte nahezu mit frischem Kapital. Das ist der Hauptgrund für meine positiven Erwartungen. Im Moment steigen einfach alle Anlageklassen, egal ob Rohstoffe, Aktien oder Anleihen. Das ist eigentlich keine gesunde Entwicklung sondern zeigt, dass sich gerade wieder eine neue Blase bildet.“

Bankaktion haben starkes Aufwärtspotenzial

Vom Öffnen der Geldschleusen profitieren Banken, die unbegrenzt Kredite von der EZB bekommen. Sie gewinnen an der Spanne zwischen dem mit einem Prozent günstigen Darlehen von der EZB und der profitableren Neuveranlagung. Rechberger: „Kreditinstitute werden derart großzügig unterstützt, dass sie in zwei Jahren wahrscheinlich besser dastehen als jemals vor der Finanzkrise 2008.“ Diese Tatsache ist in den Kursen von Banktiteln aber noch nicht eingepreist. Rechberger: „Bankaktien sind so überverkauft, dass diese Papiere ein starkes Aufwärtspotenzial haben.“ Ganz ohne Risiko ist ein Bankengagement freilich nicht. Das Rettungspaket der Griechen lässt viele Punkte offen. Rechberger hält das allerdings für nebensächlich: „Börsianer glauben nicht mehr, dass das Wohl von Europa an Griechenland scheitern kann. Es ist bereits eine Pleite eingepreist. Es schaut so aus, als ob alles gegessen wäre und die Börsen betreffend kleinerer Unsicherheiten ein Auge zudrücken würden.“

Carolina Burger

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