Börseprofi: China bremst die Kursrally

Diese Woche hatten die Teilnehmer des "Börseprofi 2012“ mit Gewinnmitnahmen zu kämpfen. Doch bis zum13. April bleibt noch genügend Zeit zum Endspurt.

China macht Ärger. Zum einen, weil zum ersten Mal seit einem Jahr mehr Importe als Exporte verzeichnet wurden. Auch eine geringere Stahlnachfrage gilt als Vorbote einer Wachstumsdelle. Die Börsen reagierten verschnupft und machten erst mal eine Verschnaufpause. Alleine am Dienstag verlor der DAX 1,4 Prozent. Vor allem Autowerte wie BMW und Volkswagen bremsten den deutschen Leitindex.

Leopold Quell, Leiter für Schwellenländer-Aktien bei Raiffeisen Capital Management, glaubt aber nicht, dass China der einzige Auslöser für die aktuelle Korrektur ist: "Nach der Hausse seit Jahresanfang haben die Anleger einfach einen Grund gebraucht, um Gewinne mitzunehmen. Da kam China gelegen.“

Plus sieben Prozent

Die aktuelle Wochensiegerin des Anlagespiels "Börseprofi 2012“, Alexandra Moser-Witzky, hatte ihre Schäfchen schon Montagabend im Trockenen. Mit ihrem Depot namens Sparmeisterin schaffte sie ein Wochenplus von knapp sieben Prozent. RCB-Zertifikate auf Öl und mehrere ETFs auf den DAX bescherten ihr den Etappensieg.

Wer jetzt noch punkten will, muss rasch ein besonders gutes Händchen beweisen. Am 13. April wird nämlich der Gesamtsieger ermittelt, der als Hauptpreis einen Toyota Avensis abstaubt. Eine gute Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen und neue Liquidität zu gewinnen, sieht RCM-Experte Quell bei Schwellenländern. Bis Jahresende ist der Börsenexperte für das Wachstum in China nämlich eher pessimistisch: "Der Kupferpreis zeigt, dass die Nachfrage aus China nachgelassen hat.“ Das Reich der Mitte kauft rund 50 Prozent des weltweiten Kupferangebots auf.

Auch ein neues Konjunkturpaket ist fraglich. Quell: "2008/09 hat die Regierung die Wirtschaft mit sehr viel Geld stimuliert. Das kann aber kein zweites Mal passieren, weil dadurch die Inflation außer Kontrolle geraten könnte.“ Zuletzt hat China angekündigt, das Wirtschaftswachstum auf 7,5 Prozent zu reduzieren.

Diese gedämpfte Prognose für die chinesischen Börsen gilt aber nur kurzfristig. Auf lange Sicht bleibt die China-Story intakt. Raiffeisen-Experte Quell: "Der Aktienmarkt ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund zehn inzwischen günstig bewertet. 2007 lag das KGV im Schnitt noch bei 25.“ Zu den bevorzugten Sektoren von Quell zählen Papiere von Konsumwerten, deren Marken sich schon etabliert haben.

Fazit: Glaubt man Quell, ist ein neuer China-Boom wahrscheinlich, aber er wird zumindest für das Börsespiel zu spät einsetzen.

- Carolina Burger

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